Nur keine Hecktick

Sie kennen das: Erst war man ein paar Tage weg und dann hat’s geregnet und wenn man endlich die Heckenschere aus Keller oder Schuppen geholt hat, stellt man mit Verblüffung fest, dass die Gartenhecke urplötzlich viel größer geworden ist als sie sollte und es ein verdammtes Stück Arbeit wird, dem Ding wieder einen Schnitt zu verpassen, der einen nicht zum Gespött der Nachbarn werden lässt.

Catriona MacGregor ist es ähnlich ergangen. Sie hat 1983 in ihre schottische Heimaterde eine Hecke aus Leyland-Zypressen gepflanzt, die dem rauen Klima so gut trotzt, dass die Pflanzen, wie es mit typisch britischem Understatement heißt, „etwas außer Kontrolle geraten“ sind.

Denn Mrs. MacGregor mag nicht schneiden, sie hält die Hecke für einen effektiven Windschutz. Mag sein, murren die Nachbarn, aber den ganzen Tag Geld für künstliches Licht zahlen zu müssen, weil die Zypresse es Nacht werden lässt, ist nicht wirklich lustig.

Doch nun sehen sie wieder Licht am Ende des Grundstücks: Das schottische „Hohe-Hecken-Gesetz“ hat die parlamentarischen Hürden genommen und verdonnert Gartenbesitzer dazu, Hecken auf 1,80 Meter zu kürzen, wenn es der Nachbar wünscht.

Wenn Sie ein Virtuose mit der Heckenschere sind: Mrs. MacGregor freut sich über Ihre Mithilfe. Sie sollten aber auch eine lange Leiter haben. Denn ihre Hecke ist mittlerweile zwölf Meter hoch.