NRW will Naturmonumente ausweisen, um Tourismus anzukurbeln

Imposant: einer von vier Bruchhauser Steinen bei  Olsberg im Sauerland.
Imposant: einer von vier Bruchhauser Steinen bei Olsberg im Sauerland.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Neue Schutzgebiete könnten den Tourismus ankurbeln. NRW-Umweltamt hat sieben Kandidaten identifiziert. Gute Chancen haben die Bruchhauser Steine.

An Rhein und Ruhr.. Mit dem geplanten, neuen Naturschutzgesetz will das NRW-Umweltministerium die Voraussetzung schaffen, in Nordrhein-Westfalen sogenannte „nationale Naturmonumente“ auszuweisen – gemeint sind außergewöhnliche Naturdenkmäler, die wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit von bundesweiter Bedeutung sind. Nach NRZ-Informationen hat das Landesumweltamt sieben geeignete Kandidaten identifiziert. Dem Vernehmen nach haben die Bruchhauser Steine im Hochsauerland gute Chancen, als erstes Monument in NRW ausgewiesen zu werden.

„Bei den Bruchhauser Steinen handelt es sich um eine kulturhistorisch, naturgeschichtlich und landeskundlich bedeutende Felsformation“, heißt es im Bericht des Umweltamtes. Ein Sprecher von Minister Johannes Remmel (Grüne) wollte das gestern unter Verweis auf die Vorbereitungen fürs neue Gesetz nicht kommentieren: „Ein genauer Zeitpunkt, wann wir erste Eckpunkte des Naturschutzgesetzes veröffentlichen, steht noch nicht fest.“ Nach der im Januar vom Kabinett beschlossenen Biodiversitätsstrategie und dem jüngst vom Landtag verabschiedeten Ökologischen Jagdgesetz ist das Gesetz der dritte Baustein der neuen NRW-Naturschutzpolitik.

Pflanzen, die man sonst in den Alpen findet

Die bei Olsberg gelegenen Bruchhauser Steine sind eine Formation von vier bis zu 92 Meter hohen Felsen, die sich vor 290 Millionen Jahren in der Zeit des Spätkarbon erhoben haben. Wanderfalken brüten dort. Auf dem Vulkangestein hat sich zudem eine besondere Flora entwickelt mit Pflanzen, die man sonst nur in den Alpen findet. Weitere Kandidaten für eine Anerkennung als Naturmonument sind dem Lanuv-Bericht zufolge das Siebengebirge bei Bonn, die Sandstein-Formation Externsteine bei Detmold, die Basaltkuppe Desenberg in der Warburger Börde, die weit verzweigte Kluterthöhle mit ihren unterirdischen Seen bei Ennepetal, das zerklüftete Felsenmeer im sauerländischen Hemer und der Rurtalfelsen in der Eifel.

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Allen diesen Gebieten ist gemein, dass sie nicht nur ökologisch wertvoll, sondern jeweils auch von besonderer Bedeutung für die Bürger vor Ort sind. Mit der Ausweisung als Monument will das Umweltministerium diese „Schätze der Erdgeschichte“ dauerhaft sichern, gleichzeitig aber auch für die Bevölkerung erlebbar machen. Das dürfte touristisch einigen Schwung bedeuten. Ausdrücklich sollen die geschützten Gebiete auch der Wissenschaft und der Naturbildung dienen.

Wie bei Nationalparks kann es eine eigene Verwaltung der Monumente geben. Der Bund hatte seinerseits schon vor einiger Zeit die gesetzlichen Voraussetzungen für solche Schutzgebiete geschaffen. Allerdings kamen diese augenscheinlich noch nicht zum Zuge. Mit dem geplanten Gesetz zieht NRW nun auf Landesseite nach. Auch andere Bundesländer bemühen sich um die Ausweisung nationaler Naturmonumente. Als Kandidaten werden beispielsweise gehandelt: die Kreidefelsen auf Rügen und die Ostseeinsel Vilm (Mecklenburg-Vorpommern), die Eifelmaare (Rheinland-Pfalz), der Kyffhäuser (Thüringen), die Partnach-Klamm (Bayern), das Elb-Sandsteingebirge bei Dresden (Sachsen).