Das aktuelle Wetter NRW 14°C
Kommunen

NRW-Städte rutschen immer tiefer in die Schulden

18.06.2012 | 20:20 Uhr
NRW-Städte rutschen immer tiefer in die Schulden
Wegen der Eurokrise sind Kredite auch für NRW-Kommunen sehr günstig verfügbar. Foto: imago

An Rhein und Ruhr.   Mit 22, 2 Milliarden Euro erreichen die kommunalen Kassenkredite einen neuen Höchststand. Rein rechnerisch drücken jeden Bürger 1245 Euro Schulden. Der Steuerzahlerbund spricht von „erschreckenden Zahlen“. Die Eurokrise macht die Kredite billig.

Die Kommunen in Nordrhein-Westfalen rutschen tiefer und tiefer in die Schulden. Zum Jahresende 2011 haben sich insgesamt 22,2 Milliarden Euro an kurzfristigen Kassenkrediten angesammelt – 9,9% mehr als vor einem Jahr, wie das Landesamt für Statistik mitteilte. Die Gesamtsumme markiert einen neuen Höchststand. Rein rechnerisch drücken jeden Bürger 1245 Euro Schulden. Besonders dramatisch ist die Situation in Oberhausen, wo sich diese Kredite auf 6870 Euro pro Bürger summieren.

Mit Kassenkrediten sichern Kommunen vorübergehend ihre Zahlungsfähigkeit, also für die Dauer von höchstens einem Jahr. Sie werden deshalb immer wieder mit Dispo-Krediten von Otto-Normal-Sparern verglichen. Eberhard Kanski vom Bund der Steuerzahler NRW sprach gegenüber der NRZ von „erschreckenden Zahlen“.

Düsseldorf nicht schuldenfrei

„Die Kämmerer haben sich offenbar daran gewöhnt, die Kreditkarte zu zücken“, meinte Kanski. Die Summe der Kassenkredite habe sich binnen zehn Jahren mehr als verachtfacht und sei nun mit den Investitionskrediten gleichauf – „das zeigt, dass Kassenkredite mittlerweile als ganz normale Finanzierungsquelle wahrgenommen werden“. Dabei gebe es ein großes Zinsrisiko. Die Kurzfristkredite seien derzeit zu Konditionen von gut 1,5% zu haben, die Euro-Krise macht es möglich. Das könne sich aber auch wieder ändern. Kanski: „Ich kann man mich noch gut an Zeiten erinnern, als der Zins bei 4,5% lag.“
Zwölf kleine und mittlere Städte sowie zwei Landkreise waren laut Landesstatistik zum 31. Dezember 2011 schuldenfrei. Dazu zählen etwa Langenfeld, Issum, Sonsbeck und Straelen – aber nicht Düsseldorf. Für die Landeshauptstadt werden 95,7 Millionen Euro an Investitionskrediten ausgewiesen – was sich möglicherweise durch auslaufende Langfristverpflichtungen erklärt. Es werden aber auch 66 Millionen Euro an Kassenkrediten aufgeführt. „Düsseldorf ist definitiv nicht schuldenfrei“, meint Eberhard Kanski vom Steuerzahlerbund.

Holger Dumke

Kommentare
20.06.2012
20:35
NRW-Städte rutschen immer tiefer in die Schulden
von feder24 | #11

Wo ist das Problem. es müssen neue Einanahmen her.
Köln erhebt die Bettensteuer, bisher nur bei den Hotelübernachtungen. Damit es nicht anrüchig...
Weiterlesen

Funktionen
Aus dem Ressort
Bus mit Jugendlichen hängt auf Rheindeich in Duisburg fest
Unfall
In Duisburg hing ein Reisebus mit Jugendlichennach einem missglückten Wendemanöver auf dem Rheindeich fest. Die Feuerwehr nahm die Gruppe auf.
Abgebranntes Haus in Witten war nicht versichert
Feuer
Seit vier Wochen war das Haus in Witten, das in dieser Woche ausgebrannt ist, nicht mehr versichert. Der verzweifelte Besitzer bittet um Hilfe.
Streit um Riesenrad auf der Cranger Kirmes in Herne
Cranger Kirmes
Streit um das Riesenrad für die Cranger Kirmes 2015: Zwei Betreiber haben Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht. Sie wollen den Zuschlag.
Frau soll Nachbarpärchen erschossen haben
Polizei
Nachbarn hören Schüsse. Dann der grausige Fund: Ein Paar liegt tot in der Wohnung. Ein Tipp verhilft der Polizei zur schnellen Festnahme.
Eklat im Schulausschuss - Maulkorb für Lehrer bei Inklusion
Bildung
Oberhausener Lehrer sehen große Probleme beim Thema Inklusion. Die Bezirksregierung verpasste den Lehrerräten für den Schulausschuss einen Maulkorb.
Fotos und Videos
article
6782896
NRW-Städte rutschen immer tiefer in die Schulden
NRW-Städte rutschen immer tiefer in die Schulden
$description$
http://www.derwesten.de/region/nrw-staedte-rutschen-immer-tiefer-in-die-schulden-id6782896.html
2012-06-18 20:20
Region