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Notarzt erklärt Rentnerin irrtümlich für tot

04.10.2012 | 16:20 Uhr
Notarzt erklärt Rentnerin irrtümlich für tot
Der Notarzt in Erfstadt rief routinemäßig die Kriminalpolizei, weil er die Todesursache nicht klären konnte.Foto: WAZ

Erftstadt.  Bei der routinemäßigen Leichenschau einer angeblich toten Frau stellten Kripo-Beamte plötzlich Lebenszeichen fest. Dem Notarzt, der die Rentnerin kurz zuvor für tot erklärt hatte, war offenbar ein folgenschwerer Fehler unterlaufen. Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Ein Notarzt hat in Erftstadt im Rhein-Erft-Kreis eine 71-jährige schwer kranke Frau irrtümlich für tot erklärt. Eine Angehörige hatte die Seniorin am Montag in ihrer Wohnung besuchen wollen. Als die Dame nicht öffnete, brachen Rettungskräfte gegen 16.30 Uhr die Tür auf und fanden die Frau leblos vor. Ein Notarzt stellte daraufhin ihren Tod fest.

Der Geruch und die Umstände in der Wohnung hätten ebenfalls darauf hingedeutet, dass die Frau verstorben sei, erklärte der Sprecher der Polizeibehörde Rhein-Erft-Kreis Anton Hamacher.

Lebenszeichen bei der Leichenschau

Beim Ausstellen des Totenscheins vermerkte der Arzt routinemäßig, da er die Krankengeschichte der Frau nicht kannte, "Todesursache ungeklärt". Dies rief die Kriminalpolizei auf den Plan, die bei ungeklärten Todesfällen eine Leichenschau durchführen muss, um einen Tod durch Fremdeinwirkung auszuschließen.

Bei der Leichenschau bemerkten die beiden Polizeibeamten gegen 18.15 Uhr jedoch, dass die angeblich tote Frau noch atmete und sich bewegte. "Das war natürlich eine sehr merkwürdige Situation für die Kollegen", sagte Presseprecher Anton Hamacher am Donnerstag. "Wir haben aber mehrfach mit ihnen gesprochen und es geht ihnen gut und sind ganz normal im Dienst."

Frau jetzt auf der Intensivstation

Die Frau allerdings liege jetzt auf der Intensivstation und befinde sich in einem sehr schlechten Zustand. "Ich bin seit 40 Jahren Polizeibeamter und so etwas habe ich noch nie erlebt", kommentierte Hamacher das Geschehen.

Die Staatsanwaltschaft Köln hat gegen den Notarzt ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung eingeleitet. Ob Anklage erhoben wird, kann man dort aber noch nicht sagen. "Wir befinden uns noch ganz am Anfang der Ermittlungen", so Oberstaatsanwalt  Ulrich  Bremer.

Der Vorfall hatte sich zwar bereits am Montag ereignet, war aber erst jetzt bekannt geworden. (mit dapd-nrw)


Kommentare
04.10.2012
18:30
Notarzt erklärt Rentnerin irrtümlich für tot
von ffolkes | #3

"Der Geruch und die Umstände in der Wohnung hätten ebenfalls darauf hingedeutet, dass die Frau verstorben sei, erklärte der Sprecher der Polizeibehörde Rhein-Erft-Kreis Anton Hamacher."
Eine fast sichere Todesfeststellung..... :-)
Oh Mann, wieviele Leichen müssen in gewissen Stadtteilen/Wohnungen herumliegen......?
Da hat jemand jahrelang Medizin studiert, und dann kommen 2 medizinische Laien....

04.10.2012
18:11
Notarzt erklärt Rentnerin irrtümlich für tot
von 1955 | #2

Der Notarzt war sicher von der Fraktion "Wie gefällt Ihnen mein Fahrstil?"

04.10.2012
16:47
Notarzt erklärt Rentnerin irrtümlich für tot
von tierfreund61 | #1

Also da bekommt man wirklich Schiss. Deswegen würde ich mich im Todesfall immer für das Verbrennen entscheiden!

5 Antworten
Notarzt erklärt Rentnerin irrtümlich für tot
von Schmachtendorfer82 | #1-1

Lebendig verbrennen ist auch nicht viel angenehmer als lebendig begraben ;-)

Notarzt erklärt Rentnerin irrtümlich für tot
von tierfreund61 | #1-2

Ist beides nicht gut, aber mit der Aussicht zig Stunden lebendig begraben zu sein, ziehe ich die erste Aktion vor. :)

Notarzt erklärt Rentnerin irrtümlich für tot
von Der.Marlboro.Mann | #1-3


Auf jedem Fall liegt man vorher unendliche Stunden in einer verschlossenen Kiste !!

Die Idee ist gut,
von Kontertor | #1-4

da vor der Einäscherung immer noch ein Amtsarzt (mit Erfahrung) einen Blick auf die Leiche werfen muß!

Notarzt erklärt Rentnerin irrtümlich für tot
von la.heterosexual | #1-5


Wenn ich den Artikel lese, dann glaube ich nicht (mehr) daran, dass alles korrekt überprüft wird...

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