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3. Teil: Klangbewegt

Zum Kugeln

31.08.2012 | 22:00 Uhr
Zum Kugeln
Die Dinslakener Kirchenstrolche kugeln sich durch das Kindermusical „Motz und Arti“. Noch wird das Kugelwackeln geprobt.Foto: Peggy Mendel

Dinslaken.   In dem Kindermusical „Motz und Arti“ reisen lebendig gewordene Pralinen durch das Mozarthaus

Die kleinen Köpfe drehen nach rechts oder links oder oben oder unten oder wie es ihnen gerade gefällt. „Siehst Du, die anderen Mozartkugeln wackeln“, ruft Arti seinem neuen Freund Motz zu. Aus einer roten Kiste sind die beiden Kinder gehüpft, die „Motz und Arti“ in dem gleichnamigen Kindermusical von Wolfgang König und Veronika te Reh spielen. Die Köpfchen der vier weiteren Kinder auf der Bühne drehen sich dazu weiter im Hintergrund in alle möglichen Richtungen. „Vielleicht können wir ja Mozart herbeizaubern“, meint Arti. Die kleinen Köpfchen sind erstarrt. Motz schaut ein bisschen abfällig. dann sagt er zu Arti: „Du redest manchmal edel-zartbitter“.

Seit Ostern wird geprobt

Kein Wunder, denn die beiden Mädchen des Kirchenchores „Kinderstrolche“ spielen die Rollen von „Motz und Arti“, zwei zum Leben erwachten, schokoladigen Mozartkugeln. Lebendig wurden sie beim zwölften Glockenschlag im Laden des Salzburger Mozarthauses. „Die Kugeln bewegen sich übrigens weiter, während die beiden sprechen“, sagt Daniela Ratajczak. Eine kurze Regieanweisung für die erstarrten Kinder-Kugelköpfe im Hintergrund.

Seit Ostern probt die Kreiskantorin und Leiterin der „Kirchenstrolche“ in der evangelischen Kirche in Dinslaken das Musical einmal in der Woche mit rund 40 Kinder im Alter von fünf bis 14 Jahren im Gemeindehaus. Am Sonntag, 23. September, führen die Kirchenstrolche das Stück „Motz und Arti“ im Rahmen von „Klangbewegt“, den ökumenischen Tagen der Kirchenmusik, zum ersten Mal in Dinslaken auf. Für die Feinarbeiten bleibt also noch ein wenig Zeit.

„Wir haben schon mehrere Musicals aufgeführt, ‘Ritter Rost’, ‘Das Gespenst von Canterbury’ und Weihnachts-Krippenspiele mit Gesang“, erzählt die 37-Jährige, während die Kirchenstrolche nach einstündiger Probezeit eine kleine Pause einlegen. „Aber in diesem Jahr wollten die Kinder gerne etwas auf die Bühne bringen, in dem nicht nur alle singen, sondern auch nahezu jeder eine Rolle bekommt.“ Die Kreiskantorin, die den Kinderkirchenchor seit sieben Jahren leitet, stieß auf ‘Motz und Arti’, ein Musical rund um das Thema Mozart.

Mit viel Bewegung

„Ja wenn die Scho-, Scho-, Schokolade rollt...“ singen die „Kirchenstrolche“ mit ihren zarten Stimmchen. Alle Kinder stehen auf der Probenbühne im Gemeindehaus vor der großen Orgel. Gruppen kleiner deutscher und englischer Touristen versammeln sich in der nächsten Szene vor dem Mozarthaus. Daniela Ratajczak verlässt kurz das Klavier, an dem sie die Kinder musikalisch begleitet. Auf der Bühne springt sie als Museumswächter Froschelmoser ein. Die eigentliche Besetzung fehlt heute. „Aber wir müssen ja trotzdem weiterproben.“ Denn das Stück ist lang, hat viele komplizierte Texte, besonders für die ganz Kleinen, die erst seit diesem Jahr zu den Kirchenstrolchen gehören. Es ist eine Herausforderung für die Kreiskantorin. Aber auch für die Kinder: Texte und Lieder auswendig lernen und sich die ganzen Szenenabläufe, Bewegungen und den mimischen Ausdruck merken, das heißt Arbeit.

Kurz darauf reißen die Kirchenstrolche auf der Probenbühne ihre kleinen Arme in die Höhe, die Füße stampfen auf den Boden, ein neues Lied erklingt – mit viel Bewegung. Die Kinder haben ihren Spaß. Purzelbäume schlagen, laut kreischend auf der Bühne herumlaufen, zappeln und wackeln, das können sich die Kinder ganz leicht merken. Und in welcher Reihenfolge sie sich dann gemeinsam durch das „Mozartabenteuer“ rollen, das wird ja noch ein wenig geprobt. Zum Kugeln wird’s allemal. Nicht nur für die Kirchenstrolche...

Von Elke Wiegmann


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