Züleyha Mau zeigt, was "Tüpisch" ist
24.09.2009 | 18:21 Uhr 2009-09-24T18:21:00+0200
Moers. Was aus einer Diplomarbeit alles werden kann - zum Beispiel eine Ausstellung: Die in Deutschland geborene Züleyha Mau will mit ihrer Schau „Tüpisch – typisch türkisch, typisch deutsch” zum Dialog anregen. Mau bewertet nicht, sondern zeigt, was die einen über die anderen denken.
Züleyha Mau zeigt in Moers die prämierte, lustige, entlarvende Ausstellung „Tüpisch - typisch türkisch, typisch deutsch”.
Darauf müssen Sie erst einmal kommen, als gute und ordentliche und deutsche Hausfrau. Darauf, dass Ihr Gast, der gerade das fünfte Stück Kuchen nimmt, gar keinen Kuchen möchte – sondern ein warmes Mittagessen. Darauf, dass er das fünfte Stück zwar auch, aber eben nicht nur isst, weil der Kuchen so gut schmeckt, sondern um zu zeigen, dass er Hunger hat. Richtigen Hunger. Das hätten Sie natürlich gewusst, wenn Sie auch nur ein klitzekleines bisschen mehr über die türkische Kultur wüssten. Ihr Gast, der hungrige, ist nämlich Türkin und in der Türkei kocht man gerne auch spontan für hungrige Gäste. So erzählt es Züleyha Mau, die diese Erfahrung früher an deutschen Kaffeetafeln gemacht hat. „Typisch deutsch”, hielt sie dann ihrem deutschen Ehemann vor, der konterte mit der angeblich „typisch türkisch” unpünktlichen Schwester und schließlich machte Züleyha Mau, in Deutschland geborene Tochter einer türkischen Gastarbeiterfamilie, eine Diplomarbeit und eine Ausstellung draus: „Tüpisch – typisch türkisch, typisch deutsch” – ausgezeichnet von der FH Münster und von der Konrad-Adenauer-Stiftung ist bis zum 6. November in der VHS in Moers (Kastell 5) zu sehen und soll, so Züleyha Mau, „zum Dialog anregen”.
Keine Wertung
Jetzt mal ehrlich: Das mit der Kaffeetafel hätten Sie nicht gewusst. Denn was wissen Sie schon von Ihren türkischen Nachbarn? Bloß das, was man so über „die Türken” zu wissen meint. Stereotype eben. Aber trösten Sie sich: umgekehrt ist es ähnlich. Züleyha Mau hat diese Stereotype gesammelt. Hat in 500 Fragebögen abgefragt, was die Deutschen als typisch türkisch erachten und umgekehrt. Wichtig ist ihr dabei: „Das ist ganz oberflächlich.” Wie bitte, Frau Mau? Oberflächlich? Das Wort hat im Türkischen die Bedeutung von neutral, sagt sie und schmunzelt, weil sie selbst in diese Sprach-Falle getappt ist.
Bewerten will sie nicht, darauf legt die 35-Jährige, die in Rumeln-Kaldenhausen wohnt, Wert. Sie zeigt einfach nur, was die einen von den anderen denken. Auf 30 Tafeln stehen sich Döner und Currywurst gegenüber, Weizenbier und Tee, Kommunion und Beschneidung, inklusive Informationen. Das ist praktisch, weil man durch die Texte gleich etwas über die andere Kultur lernt. Oder auch nur erfährt, dass der Goldrand am Teeglas nicht etwa kitschig ist, sondern praktisch, weil bis hierher der Teesud eingefüllt wird. Lustig ist es auch.
Aber die Schau ist auch entlarvend. Weil dem Betrachter, der sich für ganz und gar vorurteilsfrei hält, eigene Klisches vor Augen geführt werden. Und weil an dem Bild, das der andere von einem hat, man muss es so sagen, auch etwas dran ist. Stereotyp, sagt Züleyha Mau, bedeute ja nicht Vorurteil. Sondern „mustergültig”.
Und mustergültig sind sie, die deutschen Männerbeine in Sportsocken und Schlappen, ebenso wie der Rasenmäher, das Schützenfest, der Bauch im Muskelshirt, das „Hier wache ich”-Schild, Reihenhäuser, Kellerbar, und, und, und. Und auf irgendeiner Bildtafel findet man sich wieder. Garantiert. Ein Trost: Ähnlich wird's wohl den türkischen Besuchern der Ausstellung gehen, wenn sie vor den Collagen aus Tischstaubsauger, blauem Auge zum Schutz vorm bösen Blick, Kopftuch, Frauentanz, Schafen, Fernsehern stehen.
Aus beiden Kulturen das Beste mitnehmen
Und Züleyha Mau? Nimmt aus beiden Kulturen „das Beste mit”. Liebt die angebliche deutsche Verlässlichkeit ebenso wie die türkische Gastfreundschaft. Feiert Opferfest und Weihnachten. Und wenn ihre Freundinnen zur Kaffetafel kommen, gibt es selbstgebackene Schwarzwälder-Kirschtorte und mitgebrachten Couscous mit Salat.
04:45
Die Faschisten kommen wieder aus ihren braunen Ecken hervor gekrochen und müssen ihre dümmlichen Kommentare ablassen, da Sie im richtigen Leben nichts auf die Reihe bekommen !
04:09
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04:08
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22:53
ich habe das Gefühl dass die Leute, die hier solche Kommentare schreiben (siehe oben) einfach nur meckern... und das zu jedem Thema...
tüpisch Meckerliesen
wer jetzt einen Rechtschreibfehler entdeckt, legt ihn bitte auf seinen Stuhl, setzt sich drauf und darf ihn für immer behalten !
22:07
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20:58
Wirklich interessant aber wenn doch so viele deutsche Worte aus dem Tuerkischen kommen, warum können viele Tuerken nicht richtig deutsch?
Da nuetzt der Bericht auch nichts wg der Integration.
19:02
Klar, das ö und ü haben wir aus dem Türkischen geklaut und in die deutsche Sprache übernommen, als sie gerade Wien belagerten.
Die WAZ kann in noch so vielen Artikeln noch soviel Platz den türkischen Mitbürgern widmen und ihnen Honig ums Maul schmieren, die abonnieren weder WAZ noch NRZ, sondern lesen Hürriyet. Die werden die sinkenden Abonnentenzahlen nicht ausgleichen.
Aber schön, dass ihr es versucht habt.
22:07
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