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Wo die Römer baden gingen

17.10.2007 | 22:12 Uhr

GESCHICHTE. Das Regionalmuseum in Xanten ist fertig - fast fertig. Jetzt dürfen die Archäologen einräumen.

XANTEN. Es ist ein großer Tag für die Xantener Archäologen: Ab heute sind sie die Hausherren des neuen römischen Museums. Vor zwei Jahren fiel der Startschuss für den Bau, nun ist das Gebäude fertiggestellt und wird vom Landschaftsverband Rheinland an die Museumsleitung übergeben. Damit steht der Innenausstattung des Hauses im Archäologischen Park nichts mehr im Wege.

Ab Sommer 2008 soll im neuen Museum 700 Jahre Xantener Geschichte - von der Späteisenzeit bis zum frühen Mittelalter - erzählt werden. Das Schwergewicht liegt auf der römischen Zeit. Von der ersten Hälfte des zweiten bis zur ersten Hälfte des dritten Jahrhunderts hatte Xanten im Römischen Reich eine große Bedeutung: Als Colonia zählte Xanten zu einer der 150 wichtigsten Städte, wie der Sprecher des Archäologischen Park, Ingo Martell, erklärt. Die Colonia war die höchste Rechtsform einer Stadt mit Privilegien wie Marktrecht und eigenen Verwaltungsbefugnissen.

Ein römisches Zentrum

Xanten war im Römischen Reich "die Metropole zwischen Köln und der Nordsee". Die Colonia Ulpia Traiana (CUT), wie Xanten damals hieß, war die nördlichste Colonia auf dem Festland. "Hier war ein römisches Zentrum", so Martell. Ausgangsbasis für das, was im neuen Museum gezeigt wird, ist immer das, was Xanten betrifft und sich darauf bezieht. "Es schwingt aber immer auch die Geschichte der germanischen Provinzen im Rheinland mit." Gelegentlich gebe es auch verallgemeinernde Darstellungen. So wird etwa erklärt, was eine Colonia ist. "Wir blicken immer wieder mal auch dahin, wo Xantener aufgetaucht sind in der Antike." Dabei denkt Martell etwa an römische Legionäre, die aus Xanten abkommandiert wurden, um in Lyon die Münzprägestätte zu bewachen.

Die Besucher des neuen Museums, das auf den Fundamenten der ehemaligen römischen Thermenvorhalle steht, werden chronologisch durch 700 Jahre Xantener Geschichte geführt. Die Ausstellung beginnt mit der Zeit, bevor die Römer an den Niederrhein kamen - es geht um die einheimischen Verhältnisse und das Landschaftsbild. Weiter geht es mit der Okkupation des Niederrheins durch die Römer. Geklärt wird, was ein Römer überhaupt ist und was ihn an den Niederrhein gebracht hat - alles erläutert anhand Xantener Beispiele. "Das war eine gewaltige kulturelle Veränderung", erklärt Martell. Die Ausstellung liefert Wissenswertes über die Zeit vor der Colonia-Gründung und die Folgen des Bataver-Aufstandes, bei dem das römische Militärlager auf dem Fürstenberg zerstört wurde.

Den Schwerpunkt bildet die Colonia-Zeit. Da geht es um die großen Gebäude in der Stadt: um das Amphitheater oder die Großen Thermen. Mehr als 2500 Exponate werden im Museum präsentiert. Hier soll Geschichte spannend aufbereitet werden, die Besucher sollen zum Nachdenken angeregt, aber auch zum Schmunzeln gebracht werden. Die historische Reise, die teils über eine Rampe in die unterschiedlichen Ebenen des Hauses führt, bietet am Ende einen Blick durch das große Panoramafenster auf den Dom und damit einen Ausblick in die neue Zeit. Hier geben die Archäologen den Staffelstab an ein weiteres millionenschweres Projekt in Xanten weiter: das im Bau befindliche Stiftmuseum. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

PETRA KESSLER

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