Wirtschaftsfaktor Hochschule
17.09.2010 | 17:11 Uhr 2010-09-17T17:11:00+0200
Kreis Kleve.Sie ist für die einen ein Highlight. Für die anderen die Erfüllung eines Traums. Was auch immer - eines ist die Hochschule Rhein-Waal ganz sicher: Ein Projekt das Kleve und die Region nachhaltig verändern wird.
Von ihrem Erfolg sind all diejenigen, die involviert sind, zutiefst überzeugt. Und darum wird nahezu auf allen Ebenen daran gearbeitet, dass es klappt mit dem Erfolg.
Studiengänge treffen
den Zeitgeist
Besonders hart und intensiv arbeitet eine Frau daran: Präsidentin Professor Dr. Marie-Louise Klotz. Sie kleckert nicht - sie klotzt. Im wahrsten Sinne des Wortes. Nomen est omen eben. Unterstützt wird sie dabei von ihrem Vizepräsidenten Dr. Martin Goch und einem engagierten Team, das seit Wochen den Semesterstart am 20. September vorbereitet und dabei keine Überstunden scheut -- selbst am Wochenende nicht.
Es gibt viel zu tun. Und das muss angepackt werden. Um der neuen Hochschule ihr eigenes und unverwechselbares Profil zu geben, werden hier neue und zum Teil ungewöhnliche Studiengänge angeboten, die etlichen noch fremd sind. „Wir bieten das an, was den Zeitgeist trifft“, erklärt Marie-Louise Klotz. Das ist unter anderem Bio Science and Health (angewandte Naturwissenschaften und Gesundheit). Basierend auf der Erkenntnis, dass Wirtschaft und Industrie künftig vermehrt Kompetenzen für den wachsenden Markt der Prävention und des Wellness-Bereichs benötigen. Um auf dem Markt von Produkten und Angeboten rund um die Gesundheit bestehen zu können, werden Mitarbeiter mit profundem Wissen in Theorie und Praxis auf den Gebieten der Naturwissenschaften, der Ernährung und Gesundheit benötigt, beschreibt die Hochschule den Studiengang. Das gefällt den jungen Leuten -- die Studiengänge sind voll belegt.
Auf deutlich weniger Interesse stoßen die technischen Studiengänge. „Die Maschinenbauindustrie sucht händeringend Nachwuchs“, weiß Marie-Louise Klotz. Zumal sich Headhunter -- sprich diejenigen, die im Auftrag von Firmen Führungskräfte vermitteln -- an Hochschulen nach geeignetem Nachwuchs umsehen. Selbst in Kleve. Sie habe zunächst überrascht nach dem Motto „jetzt mal halblang“ reagiert: „Doch die Headhunter wollen sich den Nachwuchs frühzeitig sichern.“ Hinzu komme, dass in Kleve bereits die ersten Studenten, die irgendwo ihren Bachelor absolviert haben, ein Masterstudium anschließen.
Die Präsidentin ist überzeugt davon, dass die Hochschule die Region nachhaltig verändern wird. Das fängt für sie mit der Unterstützung für die Hochschule an, die von verschiedenen Seiten kommt - Firmen, Kommunen, Geldinstitute etc. „Die Menschen hören darauf, wenn wir sie um Hilfe bitten und unterstützen uns. Das finde ich sehr schön.“
Infrastruktur der Region
wird sich verändern
Die Infrastruktur werde sich nicht nur in der Schwanenstadt verändern. Und zwar in nahezu allen Bereichen - angefangen von der Gastronomie über kulturelle Angebote bis hin zu Wohnen und Einkaufen, Tourismus und öffentlichem Nahverkehr. Sie alle werden von der Hochschule früher oder später profitieren.
Marie-Louise Klotz hat dabei nicht nur die rund 2500 Studierenden im Fokus, die ab 2012 die Hochschule besuchen sollen: „Hinzu kommen 120 Professoren, wissenschaftliche und Verwaltungsmitarbeiter. Es werden insgesamt rund 300 bis 350 Arbeitsplätze entstehen“. Das Finanzvolumen werde dadurch deutlich wachsen, die Nachfrage das Angebot bestimmen müssen. Schon jetzt würden sich Studenten und Professoren abends in Kneipen treffen. Dazu müsse es auf Dauer ein entsprechendes Angebot geben -- inklusive „Lokale, in denen man preiswert und gut essen kann“. Die Abstimmung werde mit den Füßen erfolgen.
Ein tolerantes und offenes Verhältnis zwischen Hochschule und Bevölkerung ist eines der Themen, an denen quasi nebenbei gearbeitet wird. Miteinander soll dabei kein Lippenbekenntnis sein. Darum plant die Hochschule öffentliche Sportangebote und internationale Hochschultage, bei denen die Studierenden aus dem Ausland sich und ihre Länder vorstellen werden: „Die Hochschule wird sich öffnen und nach draußen gehen“, kündigt Klotz an. Durch die Kompetenz der Professoren seien Forschungs- und Entwicklungspotenziale vorhanden, die auf internationalem Niveau ausgebaut werden könnten. Es gibt noch viel zu tun -- das Hochschulteam packt es gemeinsam an.
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