Wer, wie, was? Wieso, weshalb, warum?
14.08.2009 | 19:48 Uhr 2009-08-14T19:48:00+0200Dinslaken. Für unser Mundart-Sprach-Quiz am 26. September können sich noch Kandidaten bewerben. Klicken Sie sich durch drei Hörproben.
Von Kleve nach Goch sind es gerade mal 13 Kilometer. Irgendwo auf dieser Strecke muss das „a” geblieben sein. Das „a” in „Mall”. So nennen die Klever heute noch die Amsel. Die Gocher nennen sie ähnlich, bloß, dass sie das „a” schlunzen – und „Mell” sagen. Sagt Georg „Jopi” Winnen, Mundart-Experte aus Kleve. Und was sagen Sie? Wir wollen herausfinden, wer wo wie spricht. Und wer wieviel davon versteht – bei einem Sprach-Quiz . „Wir” – das sind die Redaktion „Wir am Niederrhein” und Sprachwissenschaftler Georg Cornelissen.
Gemeinsam bitten wir am 26. September (14.30-16.30 Uhr) in der Aula des Schulzentrums Dinslaken-Hiesfeld zum Sprach-Quiz unter dem Titel „Sach ma ebm”. Vier Rate-Teams treten zu je drei Kandidaten und zwei (schon feststehende) Schülerteams gegeneinander an.
Georg Cornelissen trägt Begriffe und ihre mögliche Bedeutung vor – die Teams raten, was das Wort bedeutet. Dabei geht es nicht nur um Mundart. Sondern um den Regiolekt, die Mischung aus Mundart, Platt, Dialekt, die überall und in jeder Generation anders ist. Ein Beispiel: Nütterden. „Harke” nennt man da, was man in Kleve „harke” und auf Hochdeutsch Harken nennt. So Georg „Jopi” Winnen. Aber das mit dem Hochdeutsch, das ist ohnehin so eine Sache. Denn das, findet Georg Winnen, ist zwar wichtig. Vor allem damals, vor 71 Jahren, als er in die Schule kam, hätte der Lehrer die Entschuldigung für den kranken Bruder besser verstanden, wenn der kleine Georg nicht „Greipe”, sondern „Grippe” als Grund angeführt hätte. Andererseits haben die Platt-Einschläge im aktuellen Klever Sprachgebrauch auch etwas Sympathisches: „Trät” man jemandem „unter de kunt”, klingt das nicht so schlimm wie „in den Hintern treten”. Wenn es auch genau so weh tut. In Kleve jedenfalls ist das so. „Aber hinter Alpen” meint „Jopi” Winnen, „brauche ich mit meinem Platt gar nicht mehr zu kommen”.
Was ist das "hüksken"?
Wobei: „Kunt” kennt „Stelten” Karl Neuköther auch in Hünxe. Aber was, liebe Leute in Kleve, ist das „hüksken”, in das Karl Neuköthers Freund seit längerem nicht mehr kommt, weil die Knie nicht mitspielen. Oder das „Schöttelschlett” aus Hünxe? Das heißt in in Kleve „Schürtelschlatt”, und, jawohl, diese Begriffe haben es aus dem Platt in den Alltagssprachgebrauch für den Begriff „Geschirrtuch” geschafft. Wo das Geschirrtuch liegt? Gucken Sie mal in die Küche! Es sei denn, Sie sind in Hünxe: Da heißt es „kück kieken”. In Spellen klingt das anders: „Koek kecken.”
Sie fühlen sich angesprochen? Dann werden Sie Kandidat. Bewerben Sie sich bis 27. August, bei „Wir am Niederrhein”, Scharnstraße 2, 46509 Xanten, oder per Mail an niederrhein@nrz.de.
Zu den Hörproben:
An wie wej in de Scholl kome - de meste Blage vannet Därp, die kossen övverhaup kein Deuts...
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