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Weltmusik in Nimwegen

24.05.2012 | 18:13 Uhr
Weltmusik in Nimwegen
„Myanmar meets Europe“ in Nimwegen. Foto: Tanja Pickartz / WAZ FotoPool

Nimwegen.   Trommel-Feuer und Straßenmusik: Zum 28. Mal treffen sich in Nimwegen Fans der Weltmusik.

Zimbabwe ist ganz in der Nähe, die Karibik liegt auch gleich nebenan. Und wer nach Indien möchte oder nach Mazedonien, benötigt dafür nur wenige Schritte. Park Brakkenstein, das große, grüne Gelände im Süden der holländischen Kaiserstadt, ist zum neunten Mal Gastgeber für Musik aus vier Erdteilen. Das Festival zu Pfingsten zählt schon lange zur ersten Adresse für Worldmusic in Holland.

Kein Wunder, eröffnet „music meeting“ mit einem ganzheitlichen Angebot die Chance, nicht nur die Musik der Welt zu erfahren, sondern stellt auch das Drumherum darauf ab. Für die Ohren Musik, für den Leib Speisen und Getränke aus aller Welt - dieses Prinzip funktioniert auf der grünen Wiese bestens. Dank Couscous, Fladenbrot, indischem Curry-Reis und, natürlich, holländischen Pommes.

Drei Tage lang, vom 26. bis 28. Mai, liegt Nijmegen unter einer Glocke aus exotischen Trommelrhythmen, elektrifizierten Gitarren und dem Gesang fremder Völker und Länder. Den afrikanischen Kontinent vertreten der kap-verdische Gitarrist und Sänger Manuel Lopes Andrade, genannt Tcheka, und Jaojoby, der die ländlich-akustische Musik seiner Heimat Madagaskar mit populärem Klangmaterial mischt und das Ergebnis „Salegy“ nennt. Besonders spannend dürfte der Auftritt von Jagwa Music (Tansania) werden: Rau, hypnotisch und sehr rhythmisch versprühen die Straßenmusikanten ihren Mix aus Afrobeat und purer Energie. Dafür benutzen sie nicht mehr als ein historisches Casio-Keyboard und einige landestypische Schlaginstrumente.

Informationen
Music Meeting

28. Music Meeting, Nijmegen/Niederlande, Park Brakkenstein, Driehuizerweg, Nähe Radboud Universität. Eintrittspreise: Festivalpasspartout 80 Euro (Tageskasse), Tageskarte 35 Euro.

Weitere Infos, komplettes Programm und Zeitleiste unter www.musicmeeting.nl

Unter Trommel-Feuer gerät das Publikum auch bei dem Projekt „Myanmar Meets Europe“. Das äußerst gewichtige Equipment besteht aus prächtig verzierten Schlaginstrumenten: „pat waing“ (einundzwanzig gestimmte Trommeln in einer Kreisanordnung) und „maung zaing“ (eine in Halbtonschritten – chromatisch - angeordnete Trommelreihe). Zum europäisch-myanmarischen (dem ehemaligen Burma) Projekt gesellen sich Musiker aus Deutschland (am Bass Tim Isfort und Trompeter Markus Türk), Frankreich und Italien.

Calypso, Salsa, Zigeunermusik – alles findet seinen Platz beim „music meeting“. Superstars wie Bassist Richard Bona und die New Yorker Altsaxophonistin Lakecia Benjamin (die wie Myanmar Meets Europe auch beim moers festival auftritt) und Geheimtipps wie Nik Bärtsch’s Ronin oder KeKeÇa aus der Türkei, die ihre Körper als Schlaginstrument einsetzen: für jeden Geschmack findet sich entsprechende Reizbefriedigung.

Nach dem Ingrid Laubrock, Improvisor in Residence 2012 in Moers, am Pfingstsamstag beim „moers festival“ aufgetreten ist, spielt sie am Sonntag mit Ehemann Tom Rainey (Schlagzeug), Laurent Blondiau (Trompete) und Guillaume Orti (Altsaxofon) beim music meeting auf dem für Jazz eingerichteten Podium „Hippo“.

Angeboten werden zusätzlich diverse Workshops und Workshopbands und Crossover-Projekte für junge Talente. Für die kleinen Musikfreunde – Kinder im Grundschulalter – steht auch in diesem Jahr wieder das Team von „mini meeting“ mit seinen Schminkkursen, Amulettbastelkursen und Worldmusikvermittlung bereit.

Klaus Hübner


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