Was ist denn hier los?

Hängepartie in der Puppenstube.
Hängepartie in der Puppenstube.
Foto: NRZ
Der einzige Dschungel für Falter am Niederrhein hat die Saison eröffnet. Hunderte dieser zarten Wesen schweben durch die Lüfte, Himmelfalter, Baumnymphen, Atlasspinner...

Krefeld..  Huch. Was war das denn? Kaum hat man den Fuß in den Dschungel gesetzt – und man überlegt noch, was außer der Jacke man noch draußen lassen kann, weil es ja so dschungelig warm ist – bewegen sich rechts und links neben und unter einem lautlose Gestalten. Bunt sind sie, knallbunt. Selbst die Schwarzweißen sind ja nicht nur einfach schwarzweiß sondern haben Punkte und Adern, Masken und Kleckse.

Blauer geht’s nicht

Hoppala, bitte nicht kräftig einatmen, sonst haben Sie plötzlich und tatsächlich Schmetterlinge im Bauch. „Hier ist aber auch mächtig ‘was los“, grinst Julian Hecker, Zoomitarbeiter, und guckt einem dieser himmelblauen Federgewichtchen nach, das im regelmäßigen Flügel-klapp-klapp-klapp an uns vorbeischwebt und mal hier ist und mal dort, mal oben auf der Bananenstaude den Rest der Welt anschaut und wenig später im „Fußraum“ nach abgetropften Nektarresten stöbert. Was für ein Gewimmel. Und wie still ist dieses lebendige Gewimmel, wie leise schwebt das Leben – wenn mal gerade für einen Moment niemand ooohhh und boooaaa und guckmaldaaa ruft.

Zwei- eher auch dreinhundert Schmetterlinge flattern zurzeit durch den kleinen Dschungel, den der Zoo Krefeld den Ultraleichtfliegern gebaut hat. Und in den Puppenstuben bereitet sich schon der Nachwuchs auf das Leben in Freiheit vor. Denn, so schön ein Butterfly-Leben auch sein mag – es ist meistens recht kurz.

Manche leben nur ein paar Tage, der Himmelsfalter schafft den Rekord mit etwa 115 Tagen.

Alle zwei Wochen bekommt der Zoo Krefeld Nachschub von den Schmetterlingsfarmen in Costa Rica und Malaysia. Gut verpackt im doppelten Sinne, wandern die noch verpuppten Falter in die „Puppenstuben“, aus denen täglich neues Leben schlüpft. Rabea Hartmann und Klaus Flühmann betreuen die Dschungel-Flieger – und sorgen dafür, dass die kleinen „Tankstellen“ im Schmetterlingshaus auch immer gut mit Nektar und Zuckerwasser gefüllt sind.

Man darf sich gern ein bisschen Zeit nehmen zum Staunen und Entdecken. Was haben die Juliafalter für eine prächtige Farbe – volle Kanne orange. Wie plump sieht die Weiße Baumnymphe aus, wenn sie träge und laaangsam daherdöst, und wie schnell kann die gesellige Asiatin plötzlich den Turbo aufdrehen. Die Schau stiehlt allen dieser blaue Kerl – einer der größten Schmetterlinge weltweit, und der leuchtet sowas von Blau, metallisch Blau – wouw! Und wenn der Himmelsfalter dann mal die Flügel zuklappt und sich zum Relaxen in einen Busch hängt, dann kommen auf der braunen Unterseite diese großen, gelbumrandeten Augenflecken zum Vorschein. Und man hat wirklich das Gefühl, dass der Kerl einen beobachtet. So’n Blödsinn...