Warum wollten Sie keine Rose vom schönsten Mann Deutschlands?

Bedburg-Hau..  Den Mann fürs Leben, oder jedenfalls für einen gewissen Abschnitt, in einer TV-Show finden? Klar, warum nicht – dachte sich Lisa Bienefeld-Brands. Die 23-jährige Ökolandbau-Studentin aus Bedburg-Hau bewarb sich bei RTL und flog gemeinsam mit 21 anderen Frauen aus ganz Deutschland bis nach Los Angeles, um dort den „Bachelor“, Oliver Sanne aus Düsseldorf, kennenzulernen...

In Hollywood ist ja so Manches möglich. Warum nicht auch die große Liebe. Aber gibt’s denn nicht auch am Niederrhein nette, gut aussehende junge Männer?

Vielleicht liegt’s ja an mir, aber bis jetzt habe ich hier noch keinen getroffen, bei dem ich mir vorstellen konnte, dass es passt. Da fand ich es eine gute Idee, mal über den Tellerrand zu schauen...

Und dann haben Sie sich einfach bei RTL beworben?

Das war eine ziemlich spontane Idee. Ich habe im Fernsehen gesehen, dass Kandidatinnen für „Der Bachelor“ gesucht werden. Ich dachte, vielleicht lerne ich ja auf diese spezielle Weise jemanden kennen. Ich bin ja ein bisschen verrückt, vielleicht passt das zu mir. Das fanden übrigens auch meine Eltern. Meine Mutter war von Anfang an überzeugt, dass ich genommen werde.

Haben Sie denn auch daran geglaubt, sich vor laufenden Kameras ernsthaft zu verlieben?

Die Kameras sind anfangs ungewohnt. Aber nach einer Weile merkt man kaum noch, dass man verkabelt ist und gefilmt wird. Ich bin schon mit dem Gedanken dran gegangen, so jemanden Besonderes kennenzulernen. Ein Mann, der so viele Frauen auf einmal händeln muss, der muss schon Nervenstärke beweisen, der kann also nicht so verkehrt sein...

22 Frauen. Und ein Mann. Da ist Zickenkrieg doch programmiert?!

Das war viel angenehmer als gedacht. Ich war total begeistert von der lockeren Atmosphäre in der Villa. Dann noch das Superwetter in L.A. und der Pool – das war fast wie auf Klassenfahrt.

Sie sind gelernte Pferdewirtin, studieren Ökolandbau in Kleve und wollen mal den Bauernhof Ihres Vaters übernehmen. Das klingt ziemlich bodenständig...

Ich stehe auf eigenen Beinen seit ich 15 bin, da bin ich für meine Ausbildung aus Bedburg-Hau ins Münsterland gezogen. Selbstbewusst bin ich auf jeden Fall und habe auch meinen eigenen Kopf. Manchmal kann ich auch richtig zickig werden. Mein Traumtyp sollte vor allem unabhängig und eigenständig sein.

Der Bachelor, Oliver Sanne, ist amtierender Mr. Germany. Was war Ihr erster Eindruck von ihm?

Er sieht schon nett aus, aber nicht so, dass ich ihn normalerweise angesprochen hätte. Das ist ja auch nur ein Titel. Wichtiger finde ich, dass es auch charakterlich passt. In unserem ersten Gespräch war Oliver höflich, nett und interessiert.

Gefunkt hat’s aber nicht...

Beim zweiten Gespräch habe ich schnell gemerkt, dass ich mich nicht wirklich wohl fühle. Es war schwierig, Gesprächsstoff zu finden, dabei fällt mir das eigentlich immer leicht. Als ich ihn dann gefragt habe, ob er sich vorstellen könnte, auf dem Land zu leben, kam da von ihm nicht viel zurück.

War das auch der Grund, warum Sie Mr. Germany schon am Ende der ersten „Bachelor“-Folge einen Korb gegeben haben?

Wenn ich einen Landwirt gesucht hätte, wäre ich beim „Bachelor“ falsch gewesen – das wusste ich schon vorher. Der Funke ist einfach nicht übergesprungen. Entschieden, dass ich keine Rose von ihm haben möchte, habe ich aber ziemlich spontan, eigentlich erst als ich meinen Mund aufgemacht habe, um es auszusprechen. Da ging mir ganz schön die Pumpe...

Haben Sie die Entscheidung denn bereut?

Nein. Auch meine beste Freundin hat mir später gesagt, dass sie sofort gesehen hat, dass es zwischen uns nicht passt. Außerdem scheint er blonde, mädchenhaftere Typen zu bevorzugen – und ich bin nicht so ein Püppchen!

Weg aus L.A. und vom Bachelor. Wie geht Ihr Leben ohne Rosen und Kameras weiter?

Ganz normal! Ich habe mich sehr gefreut, wieder zuhause zu sein, in die Uni und mit meinem Hund spazieren zu gehen und an den Wochenenden auf dem Hof auszuhelfen. Jemanden kennenlernen muss ich erstmal nicht, das gehe ich ganz locker an.

Wenn es nach Ihnen geht: Wer soll die letzte Rose bekommen?

Caro. Die ist blond, hübsch und dabei noch sehr bodenständig. Ich finde, sie würde gut zu Olli passen.