Süß, der kleine Jesus
23.10.2008 | 19:02 Uhr 2008-10-23T19:02:48+0200MESSE. Die zarteste Versuchung seit es die Kirche gibt. Der Duisburger Frank Oynhausen präsentiert zum Paderborner Schoko-Festival einen Schokoladen-Jesus. Zum Anknabbern oder Aufregen?
AM NIEDERRHEIN. Ist er nicht süß, der kleine Jesus? Wer mag denn da noch in den von uns geheiligten Schoko-Nikolaus beißen, wenn einem der Heiland persönlich als "Goldjesus" angeboten wird. Der Duisburger Frank Oynhausen präsentiert uns die süßeste Versuchung seit es die Kirche gibt: Vollmilch, 100 Gramm, mit Goldfolie umwickelt - nur leider garantiert nicht kalorienarm. Seine Schokoladenheiligkeit sorgt heute beim 1. Paderborner Schoko-Festival sicherlich für viel Diskussionsstoff.
Noch ist der Schoko-Jesus nicht auf dem Markt. Aber Frank Oynhausen hat sich schon einen segensreichen Partner ins Boot geholt: Den Schokoladenpapst Arne Homborg, dessen Homepage "theobroma-cacao.de" Schoko-Liebhabern ein Begriff ist. Die beiden sicherten sich den Markennamen "Sweetlord" und "Goldjesus", unter denen künftig Figuren, Motive und Symbole aus dem Alten und Neuen Testament in Schokolade gegossen auf den Markt gebracht werden sollen.
Moralisch-ethische Bedenken
Verhandlungen mit allen großen Schokoladenherstellern laufen derzeit. Ein bayerischer Hersteller von Schoko-Verpackungsfolie kündigte freilich die Zusammenarbeit bereits wegen "moralisch-ethischer Bedenken" auf.
Was Frank Oynhausen, der der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) sein Produkt längst vorgestellt hat, nicht versteht. Zwar kam von der EKD in einer E-Mail der zarte Hinweis, er müsse "mit Protesten" seitens der Gläubigen rechnen, aber der Schöpfer des Goldjesus sieht das anders: "Ausgehend davon, dass für die liberale Theologie das menschliche Vorbild des historischen Jesus Maßstab ist, möchten wir, dass die Menschen begreifen, dass Jesus nicht ein Gutmütiger im weißen Gewand war, sondern ein leidenschaftlicher und kämpferischer Mensch. Jesus war eine revolutionäre Person und zwar revolutionärer als irgendwer im 20. Jahrhundert."
Am Weihnachtsfest denken alle nur an Nikoläuse
"Mir kam die Idee im letzten Jahr", so Oynhausen. "Ich komme aus der Evangelischen Kirche. Jesus ist was anderes als der Nikolaus, aber am Weihnachtsfest wird viel zu wenig an ihn gedacht." Öffentlich werde ein Verfall christlicher Werte aus unterschiedlichsten politischen und kirchlichen Lagern beklagt, meint der Duisburger. Mit Sweetlord will er diese Werte wieder in die Diskussion bringen. Bedenkenträgern hält er entgegen, dass der so beliebte Christstollen an das in Windeln liegende Jesuskind erinnern soll.
Frank Oynhausen ist am Niederrhein bekannt. Allerdings hat er seine Sporen im Kreis Wesel in einer ganz anderen Branche verdient. Oynhausen führte die Firma Detronik, die früher Elektroschrott TÜV-zertifiziert entsorgte und ausschließlich Menschen beschäftigte, die am Arbeitsmarkt sonst keine Chance hatten. Als der Mietvertrag des Betriebsgeländes gekündigt wurde, war dies das Aus für die Detronik. Und der Duisburger Frank Oynhausen, der einst zusammen mit Präses Nikolaus Schneider die "Neue Arbeit Niederrhein" aufbaute, dachte über neue Betätigungsfelder nach. Das Ergebnis: der Goldjesus.KIRCHE UND KAKAOAls die Schokolade im 16. Jahrhundert nach Europa kam, diskutierte die Kirche, ob sie als Speise oder als Getränk gilt. Diverse Päpste sprachen sich dafür aus, dass es ein Getränk sei. Und somit zur Fastenzeit erlaubt...
18:26
grins
Das Wort garnichts wird gar nicht zusammengeschrieben.
12:42
in der neudeutschen gesellschaft welche frühere werte mit füssen tritt und kultur-und niveaulos geworden ist wundert mich garnichts mehr.
11:40
Lieber Herr Lindemann, sind Sie noch ganz dicht ? Als bekenneder Christ verwehre ich mich gegen solche diffamierenden Äusserungen. .
11:30
Wo ist das Problem? Christen essen doch in der Kirche auch Leib Christi und trinken Blut Christi. Gegen diese makabre Verherrlichung des Kannibalismus ist doch ein Schokoladenjesus gar nichts.
Ist Religion eigentlich heilbar?
19:35
Sollte heißen: warum kein Schoko-Mohammed zum Zuckerfest? Weil man damit die religiösen Gefühle einer Religionsgruppe verletzt - für christliche Symbole brauchts so einen vorauseilenden Gehorsam anscheinend nicht. Komisch, dass man sich nur an die christlichen Symbole traut - wenn auch vielleicht nur Gedankenlos
19:31
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