Statt Campen - schallgedämpfte Hotelcontainer beim Haldern Pop in Rees
12.08.2011 | 18:25 Uhr 2011-08-12T18:25:00+0200
Rees.Beim Haldern-Pop-Festival in Rees-Haldern hat eine Firma aus den Niederlanden ein mobiles Hoteldorf aufgebaut . Und wer wohnt drin? Zum Beispiel Tom und Sander Denters aus dem niederländischen Hengelo. Daddy hat’s bezahlt.
Kopfkissen an Kopfkissen mit den Stars. Auf dem Haldern Pop-Festival hat eine Firma aus den Niederlanden ein kleines, mobiles Hoteldorf aufgebaut. Direkt hinter dem Backstagebereich stehen sieben farbige Container, die als Zimmer an Festivalgäste vermietet und ab Sonntag wieder abgebaut werden. Spätestens Mitte kommender Woche können dann für den Rest des Jahres wieder Kühe auf der Wiese grasen.
Auf fast neun Quadratmetern erwartet die Gäste ein komfortables Doppelbett mit Beistelltisch und kleinem Schubladenschrank. Ausstattung und Beleuchtung kommen einem kleinen Hotelzimmer so nahe, dass kein Big-Brother-Gefühl aufkommt. Und damit die Nachtruhe auch bei laufendem Programm möglich ist, sind die Kisten schallgedämmt. Sogar ein kleines Handtuch liegt bereit, obwohl gar kein Wasseranschluss vorhanden ist. Irgendwo stößt der Komfort auch an seine Grenzen.
Bei Verlosung gewonnen
„Sponsored by Daddy“ - das könnten sich Tom und Sander Denters aus dem niederländischen Hengelo an ihren Container schreiben. „Ich habe etwas Probleme mit meinem Rücken, da meinten meine Eltern, es sei besser statt in einem Zelt in einem richtigen Bett zu schlafen“, erzählt der 18-jährige Tom. Und da hat der Papa die 350 Euro teuren Übernachtungen für drei Tage eben spendiert. Der kann das verschmerzen: „Es ist Professor an der Universität in Enschede.“
Ganz kostenlos kamen Lutz Dolanec aus Dinslaken und Bastian Marscheidt aus Duisburg in den Genuss der Luxusunterkunft. Sie hatten die Hotelübernachtung samt Karten in einer Verlosung eines Radiosenders gewonnen. „Coole Sache, aber so richtig Festivalfeeling kommt in einem Container natürlich nicht auf. Dafür ist es natürlich super bequem“, erzählt Dolanec.
Soviel Geld würde der 30-Jährige für eine Übernachtung auf einem Festival sonst nicht ausgeben, obwohl er gemeinsam mit Freunden oft auf Festivals wie Hurricane oder Rock am Ring unterwegs sei. „Dann übernachten wir immer im Zelt“, erklärt Dolanec. „Auch da kann man es sich richtig schön bequem machen.“
Professionelle Festivalbesucher schwören allerdings auf die Kisten. „Ich besuche im Jahr bis zu neun Festivals. Da geht einem das Zelten nach der Zeit auf die Nerven“, betont Moritz Hartnagel.
Gesundheitliche Gründe
Aber es gibt auch gesundheitliche Gründe. „Ich bin im Moment etwas angeschlagen und nehme Medikamente. Da ist ein richtiges Bett natürlich besser“, gesteht Michael Streng.
Am NRZ-Redaktionsmobil finden am Samstag zwei Überraschungskonzerte in den Umbaupausen stattfinden. Emanuel & The Fear sollen um 16.25 Uhr spielen, „We Invented Paris“ sind für 19.20 Uhr geplant.
Die Preise finden die beiden Schwaben, denen ja sonst ein gewisser Hang zur Sparsamkeit nachgesagt wird, nicht übertrieben. Umgerechnet sind das mehr als 50 Euro pro Kopf und Nacht. „Das zahlt man in einem normalen Hotelzimmer auch. Und man ist hier natürlich viel näher am Gelände.“
Übrigens: Beim Oktoberfest in München werden die mobilen Hotelzimmer auch aufgebaut. Dort erfüllen sie allerdings einen anderen Zweck. Als Liebesnester...
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Thats Rock*n*Roll ... :-/ 2011