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Tierpark

Schwere Vorwürfe gegen Tierpark Plantaria

30.01.2009 | 18:00 Uhr
Schwere Vorwürfe gegen Tierpark Plantaria

Kevelaer. Kongograupapagei, ein Mohrenkopf-Papagei und Nashorn-Leguane starben im Tierpark Plantaria. Unsachgemäße Pflege soll für den Tod von zahlreichen Tieren verantwortlich sein. Die Betreiber bestreiten die Anschuldigungen jedoch.

Die gute Nachricht: Im Niederrheinpark Plantaria geht's auch nach dem 1. Februar weiter. Der Förderverein wird den Betrieb für die insolvente Betriebsgesellschaft Plantaria weiterführen. Darüber informierte gestern Abend die Insolvenzverwalterin Natascha Habura von der Krefelder Kanzlei Klaas und Kollegen die rund 30 betroffenen Mitarbeiter inklusive Aushilfen. Seit Frühjahr 2007 sind Fehlbeträge in sechsstelliger Höhe aufgelaufen.

Die schlechte Nachricht: Ein Informant behauptet, dass unsachgemäße Pflege, falsche Ernährung und mangelhaftes Heizen für den Tod von mehr als hundert Tieren jährlich im Park verantwortlich seien. Unter den verendeten Tieren befinden sich nicht nur Vögel, sondern auch seltene Reptilien und Affen. Die Quelle, die namentlich nicht genannt werden will, hat „Wir am Niederrhein” Fotos und Dokumente zugespielt, die die Vorwürfe belegen sollen.

Verein wittert Rache–Akt

Plantaria–Geschäftsführer Alois Bosch, der auch Vorsitzender des Fördervereins ist, dem Immobilie und Tiere gehören, der aber von der Insolvenz nicht betroffen ist, bestreitet: Es sei normal, dass Tiere verenden. Die Zahl sei aber längst nicht so hoch. „Da will uns jemand vorsätzlich schaden”, vermutet Fördervereins-Mitglied Andreas Neumann erregt, „dabei haben wir im Moment ganz andere Sorgen.”

Der Redaktion liegen Fotos von zahlreichen toten Tieren vor. Außerdem belegen weitere Dokumente die Aussagen: So zum Beispiel ein Kalender aus dem Jahre 2007, in dem alle tierpflegerischen Maßnahmen und Todesfälle verzeichnet sind. Allein im Jahre 2007 waren es weit mehr als 100 Fälle. Bei einer Gesamtzahl von etwa 1000 Tieren. Unter dem 6. Juni 2007 ist dort ein totes Weißbüschelaffenbaby verzeichnet, am 26. Dezember 2007 wurden ein Kongograupapagei, ein Mohrenkopf-Papagei, ein Sittich, ein Aru–Edelpapagei und eine Witwenpfeifente als verstorben aufgelistet.

Vorwürfe zurückgewiesen

„Die Anzahl mag auf den ersten Blick erschreckend wirken. Aber in vielen Fällen handelt es sich dabei um wenige Tage alte Jungvögel, die bereits beringt worden sind und deshalb entsprechend aufgezeichnet werden müssen”, erklärt Alois Bosch. Von unsachgemäßer Pflege könne keine Rede sein, dafür bürgten zwei ausgebildete Tierpflegerinnen und angelernte Hilfskräfte.

Doch Plantaria hat längst nicht nur den Verlust von Vögeln zu beklagen: So sind im vergangenen Jahr drei wertvolle Nashorn-Leguane verendet. Die Reptilien aus der Karibik stehen auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten und werden in Gefangenschaft über 20 Jahre alt. Leider nicht in Plantaria. Das Terrarium soll nicht ausreichend beheizt gewesen sein. Die Tiere hätten sich darauf unter einem Steinhaufen verkrochen und seien dort verendet, so die Vorwürfe. Alois Bosch widerspricht auch hier: „Der Tod der drei Leguane hat nicht an mangelnder Heizung gelegen. Fakt ist, dass das Terrarium ausreichend beheizt war. Woran die Tiere letzlich verendet sind, konnte auch der Tierarzt nicht feststellen.”

Allerdings: Aufnahmen, die zum Jahreswechsel im Plantaria gemacht wurden, belegen, dass teilweise nur eine Temperatur von 11 Grad in den Hallen herrschte. Für tropische Vögel zu wenig. Bosch: „Wir geben im Jahr eine fünfstellige Summe für Energie aus. In den Hallen ist es nicht zu kalt.”

„Das Fohlen war leider schon tot als der Tierarzt eintraf.”

Traurig war auch der Verlust eines Eselfohlen im vergangenen Sommer, das an Koliken verendete. „Hätte das Eselfohlen rechtzeitig eine tierärztliche Behandlung bekommen, würde es noch leben”, so der Informant. Bosch dagegen verweist darauf, dass sehr wohl versucht worden sei, einen Tierarzt herbeizuholen. Das sei allerdings am betreffenden Tag – ein Sonntag gegen Mittag – sehr schwierig gewesen. „Das Fohlen war leider schon tot als der Tierarzt eintraf.”

Der Informant fasst seine Kritik zusammen: „Ich werfe Plantaria nicht böse Absicht vor, aber es fehlt einfach an den wirtschaftlichen und personellen Voraussetzungen, um einen solchen Park so zu betreiben, wie es notwendig wäre.” Alois Bosch verweist dagegen auf positive Berichte aus der Fachwelt. „Uns ist von vielen Fachleuten aus dem In- und Ausland bisher eine einwandfreie Haltung attestiert worden. Das spricht für uns.”

Markus Peters

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Kommentare
22.01.2010
09:19
Schwere Vorwürfe gegen Tierpark Plantaria
von sabrina h | #32

erstmal muss ich der bianca recht geben.
die tiere im planataria wurden immer gut versorgt.
ich konnte mir selber einen eindruck,hinter den kolissen machen.
durch ein praktikum,was ich ende letzten jahres dort gemacht habe.
schade das der park schliesst.
,,es tuht mir sehr leid,fuer die tiere und mitarbeiter,,

18.01.2010
01:02
Schwere Vorwürfe gegen Tierpark Plantaria
von Bianca C. | #31

Jetzt hat es die NRZ ja endlich geschafft, der Park wird geschlossen. Ganz nebenbei bemerkt: Die Tiere wurden jederzeit bestens gepflegt. Aber unsterblich werden sie dadurch auch nicht... Das als Hinweis für alle Hobby-Tierärzte hier.

18.12.2009
05:17
Schwere Vorwürfe gegen Tierpark Plantaria
von PlanatariaBesucherin | #30

Wir waren letzte Woche im Park, es war sehr kalt (Ostwindlage, Temperaturen um null Grad) und die Häuser trotzdem ausreichend beheizt. Alles war sauber und gepflegt und die Tiere machten einen zufriedenen Eindruck.
Jeds Tier hatte seine Rückzugsmöglichkeit. Wir haben die Graupapageien und Mohrenkopfpapageien gefüttert, die sich keineswegs ausgehungert auf uns paar Besucher gestürzt haben.
Es war schön und wir werden sicher wiederkommen.

10.06.2009
16:12
Schwere Vorwürfe gegen Tierpark Plantaria
von greenpidi | #29

ich bin erschüttert, traurig und verärgert über die böswilligen kommentare über plantaria. diesen leuten kann man nur unwissenheit unterstellen.
aber auch bin ich gerührt von den unterstützenden und verständnisvollen kommentaren der lieben menschen, die zu plantaria stehen und denen der park gefällt.
in solchen zeiten ist es schwer, so einen park, der auf tier und natur abzielt, zu halten und ich weiß, dass viele menschen ihr herzblut in den park stecken und sich beine ausreißen, ihn zu halten.
wie kann man sich nur das maul darüber zerreißen und in wirklichkeit keine ahnung haben, was sich hinter den kulissen abspielt? sollte man nicht vorher nachforschen und vor ort nachfragen, was wirklich sache ist, bevor man bösartige gerüchte in die welt setzt? zu viele menschen sind so naiv und glauben es, weil die meisten menschen so defizitorientiert sind. es gibt so viele tratschmäuler, die dem park schaden, anstatt sich zu überlegen, was ihm gut täte. denn mal ehrlich, es sind so viele lebewesen darin, es geht nicht nur darum, dass irgendwelche betreiber geld machen wollen.
ich weiß, dass plantaria sich über KONSTRUKTIVE kritik freut und offen ist für neues und ideen!
auch finde ich es schade, dass viele menschen keinen sinn mehr für die natur haben. die spaß- und konsumgesellschaft überwiegt leider.
mich trifft das schicksal von plantaria sehr, da viele leute dem park böses wollen, obgleich er doch keinem schadet!

01.03.2009
20:03
Schwere Vorwürfe gegen Tierpark Plantaria
von Matzeee_ | #28

Also ich kenne die leute vom Plantaria ziemlich gut sogar sehr sehr gut... und ich finde es echt schade das so ein sch*** über diesen Park erzählt wird... ich verbringe so ziemlich jeden tag in diesen Park und WEIß das die Tiere da bestmöglich versorgt und gepflegt werden... wenn ich ein krankes tier entdecke gehe ich zur kasse und erzähle es der dame die dahinter sitzt und es kommt sofort ein tierarzt der sich das tier mit mir angucken geht und falls nötig einfägt um es dann zu versorgen und wieder gesund zu machen... Über Platzmangel kann man sich auch nicht beschweren denn die Tiere haben alle genug Platz zum Fliegen klettern und spielen! Futter und wasser steht auch laufend zur verfügung und beim futter wird nicht mal gespart weil die Tiere ja das Kapital des parks sind... ou man ich finds echt dreist was manche leute für eine kacke erzählen ohne zu wissen was sie mit ihren 0815 wissen das sie beim vorbeilaufen gewonnen haben anrichten können... Ich wünsche den Park und dessen mitarbeitern und allen anderen beteiligten alles erdenklich gute das es weitergeht =)

20.02.2009
21:26
Schwere Vorwürfe gegen Tierpark Plantaria
von Joss | #27

Ich war mal in Afrika in den Bergen wo Kameleons leben und nachts hat es gefroren. Stellt euch mal for. In einen Stad Teich sterben viele viele Enten und 90% der Jungen uenerleben den erste Wochen nicht. Papageien Artgerecht zusammen halten heisst das die schwachere Tiere unter den gesunden leiden. Man kan sie auch klein und allein hallten. Was waere das beste? Ich meine es wird sehr sehr gerne uebertrieben und schlecht geredet. Ist wohl in der Mode heut zu Tage? Mir gefaellt Plantaria. Storche und Krahniche laufen frei rum. Besser als in viele andere Parks die bei Zoo Vereine angeschlossen sind. Ich bin Mitglied von Deutsches Wild gehege Verbandes und im einen Arbeits Kreis und komme in viele Zoos. Ich arbeite mit vielen Zoos in Deutschland und Holland zusammen. Waerend meine Besuche an Plantaria ist nichts negatives aufgefallen. Tut mir sehr leit fuer die die gerne anders berichten.
Jos

05.02.2009
11:07
Schwere Vorwürfe gegen Tierpark Plantaria
von Andreas Jell | #26

Hier ein Zitat aus der RP, die ich normalerweise absolut nicht bevorzuge. Aber eine NRZ, die so berichtet, ist mir mittlerweile fremd geworden.

Schade!

Klaus Immel, einer der beiden Veterinäre, sagte der RP am späten Nachmittag: Wir haben alles – auch hinter den Kulissen – gründlich untersucht und überhaupt nichts zu beanstanden gefunden. Kein Tier ist unterernährt, die Temperaturen in den Volieren und Hallen waren in Ordnung. Die meisten Vögel saßen sogar im Außenbereich, obwohl sie auch ein warmes Plätzchen innen hätten wählen können. In Afrika herrscht auch nicht immer Hitze – da gibts tagsüber 30 Grad und nachts Minustemperaturen. Die Liste der Todesfälle hätten sie ebenfalls kontrolliert und als normal beurteilt.

05.02.2009
10:45
Schwere Vorwürfe gegen Tierpark Plantaria
von Andreas Jell | #25

Nachtrag: Bilder aus dem Plantaria findet man unter meinen webseites

www.jell.ws
www.knickdose.de.

Leider muss ich wie ein Vorschreiber feststellen, dass sich hier Schlaumeier tummeln, die sich gerne profilieren. Denen sei es dann gedankt, dass womöglich ein paradischer Ort weniger existiert am Niederrhein.

Leute, geht doch mal hin. Es ist viel besser als die ständige TV-Glotzerei, interessant und lehrreich für Kinder und schöner als jeder Groß-Zoo.

Viele Grüße aus Neuss
Andreas Jell

05.02.2009
10:37
Schwere Vorwürfe gegen Tierpark Plantaria
von Andreas Jell | #24

Also, auch tropische Vögel müssen keine 30 Grad haben, hier in Zons gibt es Papageien, die draussen bei Minusgraden wochenlang gut überleben - und das in freier Wildbahn.

Der Park ist sauber, die Tiere machen eine fröhlichen und glücklichen Eindruck und es ist halt schwer, so etwas zu finanzieren. Wer sieht, wie wenig Leute (leider) sich für Tiere interessieren anstatt für Privat-TV, der wird wohl kaum Profitstreben bei Plantaria vermuten.

Die meisten Kritiker hier waren sicher noch nie dort. Dabei ist es wirklich wie eine Oase, ein kleiner Urlaub und auch für Kinder sehr schön :-) Nicht zuletzt zum Fotografieren ist es ein echtes Paradies - zu sehen auch auf meiner Webseite unter Tiere

05.02.2009
10:36
Schwere Vorwürfe gegen Tierpark Plantaria
von Andreas Jell | #23

Also, auch tropische Vögel müssen keine 30 Grad haben, hier in Zons gibt es Papageien, die draussen bei Minusgraden wochenlang gut überleben - und das in freier Wildbahn.

Der Park ist sauber, die Tiere machen eine fröhlichen und glücklichen Eindruck und es ist halt schwer, so etwas zu finanzieren. Wer sieht, wie wenig Leute (leider) sich für Tiere interessieren anstatt für Privat-TV, der wird wohl kaum Profitstreben bei Plantaria vermuten.

Die meisten Kritiker hier waren sicher noch nie dort.

Dabei ist es wirklich wie eine Oase, ein kleiner Urlaub und auch für Kinder sehr schön :-) Nicht zuletzt zum Fotografieren ist es ein echtes Paradies - zu sehen auch auf meiner Webseite unter Tiere

Insgesamt kann ich nur Positives über den park berichten und bin auch mindestens einmal im Monat dort, obwohl ich aus Neuss komme.

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