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Schule. "Das ist extrem zu früh"

08.02.2010 | 17:17 Uhr

Kreis Kleve. Die i-Dötzchen werden - so ist es politischer Wille - immer jünger. Konsequenz ist, dass sie auch extrem früh schon ins dreistufige System der weiterführenden Schulen wechseln. Lehrergewerkschaften sammeln jetzt Unterschriften für eine sechsjährige Grundschulzeit.

Kreis Kleve. Seit der vergangenen Woche sammelt die Lehrergewerkschaft Bildung und Erziehung landesweit bei Grundschullehrer/innen Unterschriften für „längeres gemeinsames Lernen”. Jens Wilmeroth, VBE-Personalratsvorsitzender der Grundschullehrer im Kreis Kleve, unterzeichnete noch nicht. Aber inhaltlich steht der Schulleiter dahinter, „wenn des ein sinnvolles Konzept und mehr Personal gibt”. Hintergrund ist, dass mittlerweile i-Dötzchen mit fünf Jahren in die Schule kommen, also mit knapp neun Jahren die weitere Schullaufbahn einschlagen müssen. „Das ist extrem zu früh ! Den Kindern würde es gut tun, länger gemeinsam zu lernen”, ist Willmeroth überzeugt. Das Problem liege also bei den Sekundarschulen und im Wahlverhalten der Eltern, die – so hört er in Elterngesprächen – „ihre Kinder an Realschule und Gymnasium anmelden wollten. Ein großer Wunsch ist eine Gesamtschule”.

Er zweifelt, ob Grundschulkollegen zu all den Umstellungen durch die flexible Schuleingangsphase, Englisch in der Grundschule und Vorziehen des Einschulungsalters auch noch sechs Jahre Grundschule schultern können. Es bedeute eben nicht nur Umbauten an den Schulen, sondern vor allem Personal.

Und zwar doppelt, denn für die Eingangsklassen 1 und 2 mit den ganz kleinen Kindern seien unbedingt kleinere Klassengrößen nötig, will man eine 'Schulreife' erreichen. Schon jetzt aber werden im Kreis Kleve 100 der 700 Grundschullehrerstellen durch befristete Ersatzeinstellungen (auch mit Quereinsteigern) bewältigt, weil Lehrerinnen wegen Schwangerschaft, Erziehungszeit oder dauerhafter Erkrankung die Planstellen nicht ausfüllen. Sekundarstufe-I-Lehrer könnten wegen des „anderen Lehrstils” auch nicht so einfach an Grundschulen umgesetzt werden.

Astrid Hoyer-Holderberg

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