Schon wieder ein Streik bei Amazon in Rheinberg

Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Die Mitarbeiter ärgern sich, dass befristete Verträge gekündigt werden. Sie rufen dazu auf, sich Mittwoch an einer Menschenkette zu beteiligen.

Rheinberg..  Reinhard Majchrzak, Roberto Garau und Ralf Schütze hatten am Montag eine Menge zu tun: Sie waren vormittags unterwegs in der Rheinberger Innenstadt – Klinken putzen, Briefkästen mit Informationsmaterial bestücken, mit Geschäftsleuten und Passanten sprechen. Die drei Vertrauensleute von Verdi beim Rheinberger Standort des Onlineversandhändlers Amazon streikten gestern wie mehrere Hundert ihrer Kollegen nicht nur zum wiederholten Mal, sondern sie trugen diesen Streik auch nach außen.

Und das soll am kommenden Mittwoch, 1. April, noch verstärkt werden. Um 13 Uhr soll es an der Amazonstraße 1 eine Menschenkette geben. „Sei dabei und unterstütze Deine Angehörigen und Nachbarn, die bei Amazon um bessere Arbeitsbedingungen und unbefristete Arbeitsverträge kämpfen“, heißt es auf dem Handzettel, den Majchrzak und seine Kollegen am Montag verteilten. Auch Menschen aus den umliegenden Kommunen sind zum Mitmachen aufgerufen „und so ein sichtbares Zeichen zu setzen.

Amazon erwartet von den Beschäftigten Einsatz und Verlässlichkeit, verweigert ihnen aber den zuverlässigen Schutz durch Tarifverträge. Damit die Geschäftsführung begreift, wie wichtig Verlässlichkeit und Sicherheit im Alltag sind, werden die Kolleginnen und Kollegen vor Ostern mit flexiblen Streiks ein weiteres Zeichen setzen. Die Vertrauensleute fordern Respekt, tarifliche Sicherheit und Verlässlichkeit von Amazon“.

Nach Aussage von Schütze nimmt die Zahl der unbefristet bei Amazon Rheinberg Beschäftigten ab. „Wir hatten mal 2100 Kollegen, mittlerweile gibt es nur noch 1500 Beschäftigte in der Stammbelegschaft.“ Es gebe Mitarbeiter, die seit fast zwei Jahren im Betrieb sind, aber deren befristete Verträge auslaufen und nicht verlängert werden. „Davon sind 500 bis 600 Menschen betroffen.“

Majchrzak ärgert sich darüber, dass „für das Ostergeschäft und auch sonst 50 neue Leute eingestellt wurden statt die ohnehin befristet Eingestellten zu behalten. Das ist gelinde gesagt unsozial“. Und Garau weist daraufhin, dass befristete Verträge zwar zum Teil verlängert worden seien, aber „mit Laufzeiten von einem oder zwei Monaten – das führt zu einer ungewissen wirtschaftlichen Situation, mit der man nicht planen kann, das sind junge Leute, die betroffen sind, das geht gar nicht“.

Was Majchrzak gar nicht versteht, ist die Verweigerungshaltung seines Arbeitgebers.