Schanz ahoi!

Wahnsinn. Am Sonntag stauten sich die Autos vor der Schanz – alle wollten noch einmal unseren radelnden Reporter sehen...
Wahnsinn. Am Sonntag stauten sich die Autos vor der Schanz – alle wollten noch einmal unseren radelnden Reporter sehen...
Foto: Erwin POTTGIESSER
Was wir bereits wissen
Neun Tage war unser radelnder Repoter auf Schenkenschanz. Am Sonntag gab’s Kaffee und Kuchen und eine Führung für unsere Leserinnen und Leser

Kleve. Schenkenschanz? Nicht wenige Besucher standen zuerst einmal im benachbarten Düffelward vor dem Deich. Genau da, wo bis zum Frühjahr dieses Jahres noch die Fähre fuhr. Das Navi im Auto kennt keine Lokalpolitik, also hieß es, von hier noch zehn Kilometer weiter zu fahren – über und durch Griethausen. Angekommen sind sie dann wohl doch alle. Zumindest parkten die Pkw am Rand der Deichstraße bis weit vor das 92-Seelen-Dorf. „Heute ist hier ja fast mehr los als damals bei der 425-Jahr-Feier“, unkte ein Einheimischer und verschanzte sich in seinem Garten. Tja, so viel Trubel sind die Schänzer nicht gewohnt, nur beim Hochwasser interessiert sich plötzlich die halbe Welt für diesen Ort mitten im niederrheinischen Nichts.

Am Sonntag aber lockte die Sonne freudestrahlend über den Altrhein nach 47533 Kleve. Mehr als eine Woche lang hatte der Autor dieser Zeilen von hier aus berichtet. Viele Leser verfolgten die täglichen Geschichten aus einer Gegend, wo sich gerade immer mehr Wildgänse und einige noch verbliebene Herden Schwarzbunte friedlich „Gute Nacht“ unterm Mondlicht sagen. Autos aus DIN und MO, sogar aus DU und OB, rollten zur besten Kaffee-und-Kuchen-Zeit an. „Wir wollten selbst mal sehen, wie es hier aussieht“, erklärten die freundlich neugierigen Gäste ihren Tagesausflug. Wer sich aus Emmerich und Rees, Kleve und Kranenburg auf den Weg nach Schenkenschanz gemacht hatte, kam standesgemäß mit der Fiets. Auch die Radler kannten vor allem ein Ziel: das Café Schanz in der alten Dorfschule. Alle paar Wochen von den Frauen des Heimatvereines organisiert, genießt es einen unwiderstehlichen Ruf weit über die Hochwasserschutzmauer hinaus. Zu Recht, davon war auch Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing überzeugt, die zum wiederholten Male das Café besuchte. So konnte sie mit eigenen Augen sehen, wie viel touristisches Interesse an diesem besonderen Ort besteht. Vielleicht hilft diese Erkenntnis ja bei der fortlaufenden Diskussion über die Wiederherstellung einer Fähre über den Altrhein.