Ryanair fliegt weiter ab Weeze
02.05.2009 | 18:34 Uhr 2009-05-02T18:34:00+0200
Kleve. Kurz vor dem angedrohten Rückzug des Billigfliegers Ryanair vom Flughafen Niederrhein hat die Bezirksregierung Düsseldorf die Betriebsgenehmigung geändert. Ryanair darf bis 23.30 Uhr landen - und will nun seine Basis in Weeze behalten. Allerdings droht jetzt ein neuer Rechtsstreit.
Sie hat ihre Hausaufgaben gemacht. Und daran bis zum Tag der Arbeit gearbeitet. Ergebnis: Die Bezirksregierung Düsseldorf hat dem Flughafen Niederrhein eine Ergänzung der Betriebsgenehmigung vom 20. Juni 2001 zugestellt. Ab sofort gilt eine generelle Betriebszeit von 6 bis 22 Uhr. Home-Carrier wie Ryanair und Hamburg International werden privilegiert: Sie dürfen von 6 bis 23 Uhr starten und von 6 bis 23.30 Uhr landen, jeweils mit 30 Minuten Verspätungstoleranz. Und: In den Nachtstunden ist ausschließlich lärmarmes Luftfahrtgerät zugelassen. Will heißen: Strahlflugzeuge wie Boeing und Airbus.
Gericht kann keine Anweisung erteilen
„Für den Flughafen gilt allein das, was er von uns als Anweisung bekommt. Es gibt kein Gericht, das dem Flughafen Anweisungen erteilen kann”, betonte Bernd Hamacher, Sprecher der Bezirksregierung mit Blick auf die vom Oberverwaltungsgericht gesetzte Frist, die am 2. Mai um Mitternacht auslief. Sie beinhaltete generelle Flugzeiten von 6 bis 22 Uhr. Das Gericht hatte damit auf den Eilantrag eines Klägers reagiert.
Mit der geänderten Betriebsgenehmigung hat die Bezirksregierung knapp vor Auslaufen der Frist den von Ryanair angedrohten Abzug der Homebase abgewandt. Ryanair behalte seine Basis in Weeze, der Flugplan werde vollständig beibehalten, hieß es umgehend aus Irland.
Zur Erinnerung: Das Oberverwaltungsgericht Münster und das Bundesverwaltungsgericht Leipzig hatten das Fehlen einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und Abwägungsfehler vor allem in punkto Flugzeiten bemängelt. Beides hat die Bezirksregierung jetzt korriert: Die aktuelle Betriebsgenehmigung enthalte eine vollständige UVP sowie eine „komplett neue Abwägung der Lärmbelange der Anwohner unter Berücksichtigung des besonderen Interesses an der Deckung des Verkehrsbedarf.”
Sämtliche Unterlagen werden jetzt – wie vom Gericht gefordert – dem OVG Münster vorgelegt. Ein neuer Rechtsstreit ist allerdings programmiert. Denn die Kläger werden wohl kaum klaglos die neuen Flugzeiten akzeptieren. Die Bezirksregierung versuche sich rechtswidrig über das OVG hinwegzusetzen, sagte Heike van Straelen von der Aktionsgemeinschaft gegen Fluglärm. Sie geht davon aus, dass die neuen Flugzeiten nicht haltbar sind: „Wir werden das prüfen und gegebenenfalls dagegen klagen”.
Airport-Geschäftsführer Ludger van Bebber zeigte sich sichtlich erleichtert: „Uns ist heute ein Riesenstein vom Herzen gefallen! Wenn Ryanair die Basis aufgegeben hätte, wären hunderte Arbeitsplätze weggefallen. Für die Region wäre das in dieser wirtschaftlich angespannten Lage einer Katastrophe gleichgekommen”. Gleichwohl sei ihm bewusst, dass ein neuer Rechtsstreit droht. Wobei er darauf verweist, dass alle Fehler, die die Gerichte moniert hätten, in dem Dokument behoben worden seien. „Damit ist eine ganz andere Grundlage geschaffen”. Mit der neuen Regelung habe der Flughafen eine halbe Stunde Betriebszeit verloren. Konsequenz: Hamburg International müsse für den Sommer umplanen. Ryanair habe bereits Flüge umgestellt, um das Zeitfenster 23.30 Uhr einzuhalten.
„Wir gehen davon aus, dass wir mit diesem Bescheid den mehr als 1000 Mitarbeitern der rund 50 am Flughafen angesiedelten Unternehmen eine gute Perspektive bieten können”, betonte Regierungspräsidente Jürgen Büssow.
15:40
Zu dem beliebten Argument Arbeitsplätze, das hier so gerne vorgeschoben wird, um weiterhin auf anderer Leute Kosten die Umwelt zerstören zu können:
Ab dem 1. Oktober soll es keine Check-In-Schalter von Ryanair mehr geben.
Traurig, dass sich die Bezirksregierung von einem solchen Unternehmen mit dem Pseudoargument Arbeitsplätze erpressen lässt!
Traurig auch, dass hier fast alle - einschließlich der meisten Medien - derlei Machenschaften auch noch für erstrebenswert halten ...
20:26
Besteht ein öffentliches Interesse oder ein Verkehrsbedarf für den Flughafen Weeze ?
Laut Flughafen sind etwa 50% der Passagiere Holländer, 20% Engländer.Iren etc. Es sind also ca. 0,54 Millionen Deutsche die den Flughafen in Weeze jährlich nutzen.
Offensichtlich besteht also Verkehrsbedarf in Holland. Der Verkehrsbedarf aus Deutschland könnte jederzeit von den zahlreichen bestehenden Flughäfen in NRW übernommen werden.
Selbst die Ryanair würde doch viel lieber in Düsseldorf landen da sie ja auf Ihrer Website den NRN Airport als Destination Düsseldorf bezeichnet.
Grund für die Nutzung des für die Allgemeinwohl unrentablen Flughafen sind ja wohl nur die geringen Gebühren die der Billigflieger in Weeze zahlt.
Arbeitsplätze sind ein wichtiges Argument. Aber die wären ja nicht weg wenn Weeze möglicherweise geschlossen würde. Sie wären nur woanders vielleicht In Düsseldorf oder Köln . Keinesfalls vernichtet.
Allein nach dem Brand am Düsseldorfer Flughafen ist dort ein hochmoderner Rhein-Ruhr Airport mit bester Infrastruktur entstanden. Öffentliches Interesse besteht darin die dort angelegten Gelder zunutzen und nicht im Hippeland einen Billigflughafen für Ryanair zu sponsern.
Der Flughafen NRN ist von DUS * 70km entfernt, also ein leichtes für die dort Beschäftigten zu wechsel.
Also auch kein Vorteil für den Arbeitsmarkt am Niederrhein. Viele andere pendeln auch zB. zu den Bayer-Werken.
Es gebe allenfalls Synergieeffekte aber anderseits jede Menge erspartes Steuergeld was in der derzeiteigen Krise dringend erforderlich ist und dem Allgemeinwohl dient.
Bei Ryanair kostet ein Ticket 10€ . Bei rund 150 Passagieren pro Flieger sind das nur 1500 €.
Wie soll mit so wenig Geldumsatz etwas Gewinn für den Niederrhein entstehen können ????????
Oder gar Arbeitsplätze von denen man leben kann.
Der einzigste Dumme ist bei dem ganzen Schabernack doch nur der kleine Mann dem man das Steuergeld hierzu aus der Tasche zieht.
18:46
@ nullrunde
Nicht aufgepasst inden letzten Wochen?
Wenn z.B. Opel platt geht, dann gehen auch noch andere unmittelbar oder mittelbar in den Abgrund. Und genau so wäre es in Weeze auch.
Was ist mit dem Prinzip Gemeinnutz geht vor Eigennutz?
Oder interessiert die Klägerin oder all die Anderen die hier die Contra- Trommel schlagen, dass Ihr Strom aus Kraftwerken kommt, für den ganze Dörfer ausradiert wurden im Rheinischen Braunkohlerevier.
16:27
Da steht nun auf der Web-site des Weezer-Flughafens die Nachricht daß Hamburg International dort ein Flugzeug stationiert.
Es sollen hiermit 15 neue Arbeitsplätze am Flughafen geschaffen werden.
Wenn die Ryanair dort 6 bis 7 Flugzeuge betreibt dann müßten das hochgerechnet ca. 100 Arbeitsplätze sein.
Es wird nun immer von mehreren tausend Arbeitsplätzen gesprochen die verloren gehen wenn die Ryanair den Flughafen nicht mehr anfliegen sollte. Da ist doch was faul mit den Zahlen von den Arbeitsplätzen.
14:20
hoffentlich hat diese farce noch ein gerichtliches nachspiel
und die kägerin bekommt ihr recht ...
es darf doch nicht sein, dass sich unsere gerichte erpressen lassen ...
-> stichwort: bananenrepublik ...
19:38
Die Menschen die sich soo gestört fühlen können doch wegziehen zB in die Nähe des Köln/Bonner Airports nachtoffen nicht nur für Billigheimer.
16:46
#31
warum soll Ryanair entschädigen?
Die Entschädigung wegen Fluglärm haben die Anwohner bereits vor Jahren erhalten - als Weeze noch ein Militärflughafen war.
Doppelte Entschädigung ist ja wohl Schwachsinn.
14:14
Wo sollen in Deutschland noch Flugzeuge landen dürfen?
13:40
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12:40
Nein ich bleibe hier. In die Sahara gehören Kamele, die sich das St Floriansprinzip zu eigen gemacht haben.