Rocker müssen draußen bleiben

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Duisburg. Das Vereinsheim des Rocker-Clubs United Tribuns ist niemals als solches eröffnet worden. Polizei und Stadtverwaltung hatten es im vergangenen September verhindert, dass sich die Bande an der Elisabethstraße 3 in Rheinhausen niederlässt (wir berichteten). Inzwischen sind dort auch die großen Schriftzüge über Türen und Fenster des Lokals verschwunden. Wer die Hochemmericher Kneipe betritt, befindet sich seit Ende März im „Balkan Club Rheinhausen“. Dazu später mehr.

Laut Angaben der Polizei ist es um die aus Baden-Württemberg stammende Gruppierung United Tribuns still geworden, „seit wir ihnen damals den Spaß mit ihrer Einweihungsparty verdorben hatten.“ Polizeisprecher Ramon van der Maat meint damit den Einsatz einer Hundertschaft und auch des Ordnungsamtes, eben im vergangenen September. Damals hatten sich Tribuns-Mitglieder aus Deutschland und dem europäischen Ausland auf den Weg gemacht, um die Zweigstelle an der Elisabethstraße einzuweihen.

Nur blieb das Lokal geschlossen, da die Stadt keine Konzession erteilt hatte. Sie hatte das mit der Begründung getan, der Antragsteller sei nicht zuverlässig. Die Rocker waren an dem Abend wieder abgerückt, waren ebenso davon abgehalten worden, in ihrer ehemaligen Lokalität in Oberhausen zu feiern, bevor sie sich dann auf einem Parkplatz versammelten.

Von „United Tribuns Westside“ war seither laut Polizeiangaben nichts mehr zu hören, worüber man an der Düsseldorfer Straße in der Stadtmitte alles andere als unglücklich ist. Nach dem Verbot von Satudarah MC und der Auflösung der hiesigen Hell’s Angels (wir berichteten), sei es ohnehin ruhig geworden im Rocker-Milieu.

An der Elisabethstraße 3 hat jetzt übrigens der Rheinhauser Umit Salatürk eine Konzession erhalten. „Diese ist problemlos vergeben worden, ebenso gibt es keinerlei Beschwerden über das Lokal“, so eine Stadt-Sprecherin.

Multi-Kulti-Kneipe

Der aus der Türkei stammende Salatürk will im „Balkan-Club Rheinhausen“ aber nicht nur Menschen aus dieser Region Europas begrüßen, es solle laut eigener Aussage eine Art Multi-Kulti-Kneipe werden, Live-Musik inklusive. Der Lkw-Fahrer betreibt die Gaststätte quasi im Zweit-Job und stellt klar: „Mit dem vorherigen Pächter habe ich ebenso nichts zu tun, wie mit Rocker-Clubs. Rocker lasse ich in mein Lokal nicht hinein.“