Rheinberger ärgert sich über Gebühren

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Was wir bereits wissen
Frank Schmitz wunderte sich darüber, dass er bei einer Spendenüberweisung eine Gebühr bezahlen sollte. Die ist bei Bareinzahlungen üblich – doch die Kreditinstitute zeigen sich in diesem Fall kulant

Rheinberg..  Da will man schon etwas Gutes tun und dann wird man dabei auch noch ausgebremst – fast zumindest. So ist es Franz Schmitz vor kurzem passiert. Er ging in die Sparkassengeschäftsstelle an der Bahnhofstraße und wollte dort als Kunde Spenden für einen guten Zweck einzahlen und überweisen lassen.

„Das Geld dafür zahle ich immer bar ein“, erzählte Franz Schmitz im Gespräch mit der NRZ. „Dann aber sagte mir eine Mitarbeiterin, ich müsse dafür pro Einzahlung zehn Euro Gebühr zahlen.“ Das kam ihm merkwürdig vor, der stellvertretende Filialleiter wurde auf seine Bitte geholt – und letzten Endes nach einer längeren Unterhaltung auf die Gebühr verzichtet. Dennoch ärgert sich Franz Schmitz darüber, dass bei Einzahlungen für Spenden Geld verlangt wird. „Da ist es doch kein Wunder, dass immer weniger Menschen etwas spenden!“

Holger Schmitz, Pressereferent der Sparkasse am Niederrhein, bestätigte die Gepflogenheit des Geldinstituts, bei Bareinzahlungen Geld zu verlangen. „Das ist die sogenannte Zahlscheingebühr. Sie wird erhoben, damit Nichtkunden den kostenlosen Zahlungsverkehr zu anderen Instituten nicht nutzen können. Aber bei Spenden wird selbstverständlich auf diese Gebühr verzichtet!“

Der Kunde, von dem diese Gebühr verlangt wurde, habe zunächst mit einer Auszubildenden gesprochen, die dann aber den stellvertretenden Filialleiter einschaltete. „Tim Rütters hat versucht, dem Kunden zu erklären, dass eine Überweisung viel unkomplizierter sei als eine Bareinzahlung. Aber auch als Nichtkunde hätte er bei einer Spende keine Gebühr zahlen müssen“, betonte Pressereferent Schmitz. Der Grund für die Gebühr bei einer Bareinzahlung durch nicht Nichtkunden liege daran, dass „das ein sehr aufwendiges Verfahren“ sei. „Aber bei Spenden war das immer so und wird auch immer so in allen unseren 28 Geschäftsstellen bleiben: Das Bareinzahlen ist dann kostenlos!“ Das ist bei der Volksbank Niederrhein nicht anders, so der Vorstandsvorsitzende Guido Lohmann. „Wenn wir erkennen, dass es eine Spende an eine gemeinnützige Organisation ist, erheben wir auch von Nichtkunden keine Gebühr. Das gilt allerdings nicht, wenn jemand eine Spende an seine Tochter überweisen lassen möchte – auch wenn das aus Sicht des Einzahlers durchaus gemeinnützig sein könnte“, sagte er schmunzelnd.

Gebühren fallen bei auch bei der Deutschen Bank nicht an. Hanswolf Hohn, Presseansprechpartner der Region West im Privat- und Firmenkundengeschäft, zitierte eine einschlägige Richtlinie der Bank: „Einzahlungen zugunsten von Spenden an Organisationen und Fernsehlotterien sind kostenfrei.“