Loveparade
Polizei soll Zugang zum Todestunnel nicht abgesperrt haben
29.07.2010 | 16:28 Uhr 2010-07-29T16:28:00+0200
Duisburg.Die Polizei macht den Veranstalter Lopavent für die Katastrophe von Duisburg verantwortlich. Doch nach Augenzeugenberichten ließ die Polizei - anders als vorgesehen - kurz vor der Massenpanik Besucher in den Tunnel.
Offenbar ist die Polizei nicht völlig unbeteiligt an den Ursachen, die zu der schrecklichen Tragödie bei der Loveparade geführt haben. Jedenfalls nicht so unbeteiligt wie Landesinnenminister Ralf Jäger und der Inspekteur der Polizei in NRW, Dieter Wehe, es wahrhaben wollen.
Die Polizei hatte offensichtlich für längere Zeit am westlichen Eingang einen unkontrollierten Zugang zum Tunnel zugelassen (siehe Masterplan, Detailplan und Legende zu diesen beiden Einsatzplänen der Polizei als Download auf www.im.nrw.de). Das behaupten Augenzeugen und stützen damit Anschuldigungen, die Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller in den vergangenen Tagen erhob.
Der hatte der Einsatzleitung vorgeworfen, entgegen der Absprache alle Schleusen am Tunneleingang an der Düsseldorfer Straße geöffnet zu haben. Dadurch sei der Hauptstrom der Besucher unkontrolliert in den Tunnel gelangt. Tom da Silva (19), ein Besucher aus Kerpen, sagt: „Um 16 Uhr hat die Polizei aus unersichtlichen Gründen die Sperre aufgelöst. Dadurch sind die Leute ungehindert in den Tunnel geströmt.“
Wehe gibt „Schwarzen Peter“ weiter
Die Tatsache, dass die besagte Sperre für einen bestimmten Zeitraum offen war, bestreitet auch die Polizei nicht. Allerdings ziehen Polizei-Inspekteur Dieter Wehe und Minister Ralf Jäger Schaller und seine Leute dafür zur Rechenschaft: „Der Veranstalter hat die Ordner um 15.46 Uhr angewiesen, den Zugang zum Tunnel zu sperren. Wie wir heute wissen, wurde dieser Auftrag vom Veranstalter nicht umgesetzt“, erklärte Dieter Wehe und schob damit den „Schwarzen Peter“ weiter.
Aber: Beide Einlass-Stellen befanden sich außerhalb des Loveparade-Geländes - also im öffentlichen Raum. Dort ist die Polizei zuständig. Daran hatten die Beamten am Veranstaltungstag und auch danach keinen Zweifel gelassen. Mehrfach hatten sie behauptet, Zugangsstraßen zum Gelände gesperrt zu haben.
Aber wohl nicht die Düsseldorfer Straße: „Wir konnten gegen 16 Uhr ungehindert bis zur Kreuzung an der Karl-Lehr Straße vorlaufen“, berichtet Bernd Hildebrandt, der mit fünf Freunden dort unterwegs war. Zwei eingerichtete Vorsperren blieben faktisch funktionslos. „Da wurde einfach nur eine Seite blockiert und die Straße verengt“, so Hildebrandt.
Kurz vor der Katastrophe in den Tunnel gelassen
Statt den weiteren Zustrom der Besucher - wie vorgesehen - frühzeitig zu stoppen, ließ die Polizei offenbar zu, dass sich die Massen ungehindert auf den Tunnel zubewegen konnten, obwohl bereits am Mittag große Rückstaus an den Schleusen gemeldet wurden. Auf der Neudorfer Seite hatte die Zugangsbeschränkung dagegen funktioniert: „Wir wurden um 16.30 Uhr am Eingang Ost von Ordnern und Polizei aufgehalten, 10 bis 15 Minuten später dann in den Tunnel gelassen“, schildert eine Anwohnerin die Situation.
Das heißt: Etwa 15 Minuten vor der Katastrophe wurden aus Richtung Osten neue Besucher in den Tunnel geschickt. Unter den Augen der Polizei. „Da hatten die Menschen auf der Rampe schon den Container erklettert und wurden herausgezogen“, so die Zeugin.
Übrigens: Gegen 17.15 Uhr war der Zugang von Westen her wieder dicht. Doch da war die Katastrophe schon passiert.
02:41
Tief verwundert und mit etwas Abstand (selbst mit meinen erwachsenen Söhnen im Geschehen)habe ich den kompletten Bericht der Polizei von der Pressekonferenz am Mittwoch gelesen. Ich selbst hatte vor dieser Stellungnahme öffentlich vom Entfernen der Absperrgitter berichtet........http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/Trampelten-Loveparade-Besucher-Sperren-nieder-id3294301.html ........die Polizei stand innen....die Menschenmenge draußen. Die Polizei behauptet es habe ein ORDNER die Absperrgitter entfernt und um 16.40 wurde alles durch einen Ordner geschlossen. Zitat aus der Pressekonferenz.....................Um 16.31 Uhr wurde im Bereich der Düsseldorfer Straße offenbar ein Gitter geöffnet, damit ein Rettungswagen durchfahren konnte, erzählt Wehe. Um 16.36 Uhr wurde dort ein weiteres Zaunelement durch Ordner für einige Minuten entfernt, so dass sich der Zulauf noch einmal massiv erhöht hätte. ....Ordner habe ich nicht in Erinnerung......das Öffnen um 16.31h habe ich gesehen............und nun denkt selber mal nach.
23:26
Schuld ist das Genie das auf die geniale Idee gekommen ist eine Millionen Menschen durch einen Tunnel zu schicken. Kein Tunnel, keine Verengung, kein Stau, keine Panik. Hätte man die Leute einfach über den Mercatorkreisel am Bifunda Gebäude vorbei oder locker von der A 59 seitlich auf das Gelände gelassen, wäre das alles nicht passiert. Wer also war das Genie mit der genialen Tunnelidee ????
01:48
Wir wären naiv zu glauben Herr Schaller, Herr Sauerland oder wer auch immer würde die gesamte Schuld für diese Katastrophe auf sich nehmen wollen. Über den derzeitigen Stand der Dinge habe ich mir meine eigene Meinung gebildet und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass sowohl im Vorfeld, während aber auch noch nach der Veranstaltung von allen beteiligten Seiten eine Menge Fehler gemacht wurden/werden. Jeder, der in irgendeiner Weise mit der LP 2010 zu tun hatte, sollte für sich selbst überprüfen, ob nicht vielleicht auch sein Verhalten zu dieser Katastrophe beigetragen haben könnte. Ich will damit sagen, dass niemand vorschnell den Finger erheben und andere an den Pranger stellen sollte. Vor allen Dingen nicht die Personen, die angeblich direkt vor Ort waren, jetzt davon berichten und selbst nicht geholfen haben, um die Situation zu entschärfen und dann auch noch den Klugscheisser spielen. Es ist ja auch viel einfacher, die Schuld bei anderen zu suchen.
Wenn alle Beteiligten einen Arsch in der Hose hätten, würden Sie in der Gesamtheit die Verantwortung für diese Katastrophe übernehmen, zumal jede Seite (Veranstalter, Stadt, Polizei, Feuerwehr, Raver) ein Stückchen dazu beigetragen hat! Auch die Presse muss sich die Frage gefallen lassen, warum man erst jetzt die angeblichen, im Vorfeld bekannten Sicherheitsmängeln massivst anprangert?
Ein junges Mädchen hat in einem Fernsehinterview unter der Woche gesagt, dass sie sehr traurig wird wenn sie sieht, wie Menschen mit Menschen umgehen! Recht hat sie!!
00:02
Für mich hat auch ganz klar die Polizei versagt. Sie hat erkennen müssen, dass der veranstalter mit seinen Ordnern das nicht mehr schafft. Anstatt abzuwarten bis der Veranstalter die Polizei um Hilfe bittet. In Fussballstadien ist auch immer Polizei. Dort sind auch unausgebildete Ordner. Und es ist auch kein öffentlicher Raum. Die Polizei in Duisburg war völlig unorganisiert und ebenfalls überfordert. Und auch sie kannte den Tunnel als Schwachstelle.
Und warum stehen auf der Rampe Polizeiautos am Rand, und nehmen damit noch mehr Platz weg. Oben auf dem Gelände war noch genug Platz.
Aber auch die Raver, die einfach nicht mehr warten konnten und auf die Treppe wollten, sind mitschuld. Auf vielen Bildern kann erkennen, dass fünf Meter weiter hinten keine Panik und kein tödtliches Gedränge war. Die Leute sind ausgeflippt und wollten alle dort hoch.
Irgendwie sind alle mit schuld.
Duisburg war einfach der falsche Ort mit den falschen Verantwortlichen. Die jetzt alle nicht zu ihren Fehlern stehen können.
Man kann keine eigezeunt Loveparade auf eine zu kleinen Gelände durchführen. Wären noch mehr Leute auf das Gelände gelangt, hätte es dort früher oder später Tote gegeben.
21:02
warum wurde auf der Rampe von der Polizei eine Kette errichtet???
Mein Freund war genu zu diesem Zeitpunkt auf der Rampe. Durch die Kette blieben alle stehen und der Stau auf der Rampe hat begonnen.
Die Polizisten haben auf Fragen der Besucher nicht reagiert, erst nachdem er 5 mal nachgefragt hat was denn nun ist wurde gesagt ja geh durch
Ob das so geschickt war das Hinaufgehen der Leute auf der Rampe ins stocken zu bringen wenn gleichzeitig noch ohne Ende Leute nachströmen????
14:35
Dieses Video ist vielleicht auch für die Ermittler mal interessant: http://vimeo.com/13608961
Mich wundert, dass einige Leute anscheinend rel. frei umhergehen in der Masse, wo andere vermutlich bereits zu Tode gequetscht wurden. Es ist tragisch, dass der Mensch im Kollektiv nicht in der Lage ist, solche Situationen zu entspannen. Wäre alle einfach langsam zurückgegangen, hätte es im Tunnel nicht so ein gedränge gegeben...
21:24
Das Jäger-Halali gegen Schaller könnte zum Bumerang für den Newcomer auf den Ministerhocker werden.
Auch wenn Jäger meinte, die Clementine machen müssen: Nach dem Reinwaschgang bleiben sehr dunkle Flecken auf der so gern gezeigten weißen Weste der Duisburger Polizei.
Und es bleiben FrageN.
1.) Warum klagte die Polizeiführung nicht gegen die Genehmigung vor dem Veraltungsgericht, bei den angeblich im Vorfeld vorgetragenen Sicherheitsmängel auf ein Verbot der Veranstaltung ?
2.) Warum beendete die Polizeiführung gemäß des NRW-Polizeigesetzes die Veranstaltung nicht, nachdem festgestellt wurde, dass Ordner fehlten und Schaller angeblich den Auflagen nicht nachkam ?
3.) Warum versagte wieder einmal das überalterte analoge Funksystem der Duisburger Polizei ?
4.) Warum wurden - wie Augenzeugen berichteten - immer wieder Leute in den Hexenkessel von Polizisten zurückgeschickt ?
5.) Warum griff die Polizei nicht ein, als sie merkte, dass der Tunnel überfüllt war und sperrte den Zugang ?
6) Wie kann essein, dass ein wichtiger Einsatzleiter seinen Arbeitsplatz veöäßt, um in den Kreißsaal zu fahjren, weil er Vater wird, während sich die Lage lebensgefährlich zuspitzt ?
Ein solches Verhalten eines Einsatzleiters istist nicht nachvollziehbar.
Und dann noch die Lügen des Polizeichefs von Smeling am Sonntag in der PK. Es sei nicht geilmt worden. Das ist widerlegt worden anhand der Bilder auf YouTube aber auch durch die Aussage von Jäger.
Die Todesursache war falsch. Angeblich weil die Ärzte dies so gesagt haben. Können die Mediziner Brust von Rücken nicht unterscheiden ?
Die Besucherzahlen. Sie wurden geschüttelt, wie man es gerne hätte. Warum wurden die Papiere zur genehmigung nicht den Journalisten vorgelegt ? Warum werden die geheimgehalten ?
Jäger erklärte auf der PK, zur Verantwortung des OB, ob er zurücktreten solle, dazu dürfe er wegen der staatsanwaltlichen Ermittlungen nichts sagen.
Weniger Stunden später, im ZDF-Morgenmagazin dann forderte Jäger den Kopf des OB. Um seinen eigenen schon zu retten ?
Sorry J Herr Minister. Allmählich glaube ich immer mehr, auch Sie erzählen uns Jäger-Latein....
19:55
Hallo Rufus,
die 1. Sperre ist die, die den Zugang zum Tunnel versperrt hat?
18:43
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