Pfusch am Forensik-Neubau
29.06.2009 | 23:00 Uhr 2009-06-29T23:00:00+0200
Wegen starkem Schimmelpilzbefall muss die brandneue Turnhalle der Rheinischen Kliniken geschlossen werden
Bedburg-Hau. Schlimmer geht's nimmer: Nachdem angeblich eine 67-Din-A-4-Seiten dicke Mängelliste „abgearbeitet” wurde, gibt es den nächsten gravierenden Mangel im Forensik-Neubau der Rheinischen Kliniken: Die Turnhalle ist derart stark von Schimmelpilz befallen, dass sie geschlossen werden musste. Ist ja eh schönes Wetter, versucht Uwe Dönisch-Seidel, Maßregelvollzugsbeauftragter des Landes, den Skandal her-unterzuspielen.
Proben werden analysiert
Die Wände seien in einer Höhe von 80 Zentimetern mit Schimmel befallen, außerdem der Boden. Das habe das Kreis-Gesundheitsamt festgestellt, bestätigte Kreissprecher Eduard Großkämper. Es seien Proben entnommen worden, die analysiert werden müssten, so Dönisch-Seidel. Eine Firma soll nun mit der Trocknung der Halle beauftragt werden. Vermutlich seien ein Ventil oder eine geplatzte Leitung die Ursache. Von der exakten Klärung sei abhängig, wer den Schaden bezahlen müsse.
Verantwortlich für den Bau war der landeseigene Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, der dazu sage und schreibe fünf Jahre benötigte. Die 114 Forensikpatienten (psychisch kranke Straftäter) konnten erst zwei Jahre später als geplant dorthin umziehen.
Etliche von ihnen waren zuvor im alten Haus 29 der Kliniken in hoffnungslos überbelegten Räumen untergebracht. Dieses Gebäude steht inzwischen leer. Und soll nun wieder genutzt und renoviert werden. Grund: Bis zur Fertigstellung der Forensikneubauten in Essen, Duisburg und Köln soll die Zahl der Forensikpatienten in Bedburg-Hau von derzeit 430 um weitere 20 aufgestockt werden. Befristet – betont Uwe Dönisch-Seidel.
13:43
So ist das bei öffentlichen Ausschreibungen , der billigste ist nicht auch der beste