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Frauentypen

Neues Buch der heimischen Gattinnen

07.04.2010 | 19:42 Uhr

Am Niederrhein. Gnadenlose oder Schabracke, Tussi oder Omma - nach „Heimische Männerarten“ gibt es nun auch das andere Bestimmungsbuch für Mitmenschen, das der weiblichen Art. Welcher Typ Frau sind Sie - oder welche Vertreterin dieser Spezies lebt an Ihrer Seite?

Illustrator Kai Pannen, in Moers schuf er unter anderem  den Pinguin zum Festival, hat all den schrulligen Weibern und Weibchen, von Autorin Claudia Schreiber mit scharfer Zunge aufgespießt, ein  Gesicht gegeben. Da ist die Handarbeiterin beispielsweise, lateinisch manufactura, vom Typ der genießbaren Arten. Pannen stellt sie als kugelrunde Spinne vor: Jedes haarige Bein mit einer Strick- oder Häkelnadel bewaffnet.  Leider eine gefährdete Spezies, mit mütterlichem  Blick. Immer sind Pannens Frauen solche, deren Züge vertraut scheinen. Katzig-kratzig, schön, scheu oder schlicht doof.  Jeder kennt so jemanden. Oder weiß, wer - über etwaige Peinlichkeiten erhaben -  gern genau so ein weib wäre: Mimose, Marotte, Leseratte oder das besonders gefragte Modell Powerfrau.

Heimische Frauenarten. Ein Bestimmungsbuch. Sanssouci-Verlag.

Text und Illustration lassen  Leser wie Leserinnen nicht im Unklaren über die jeweiligen Vor- und Nachteile der Gattung Gattin. So gibt’s bei der Spinne zwar immer warme Pullover im Schrank - leider erwartet sie auch, dass Mann sie trägt.

Manchmal hat Pannen die Frau zum Typ vor Augen, gesteht er. So sei die Emanze ihm „quasi aus Versehen“ zur Alice Schwarzer geworden. Schon klar. Immerhin: Das  Krokodilmaul steht ihr prima und gegen die schuppige Haut ist sicher ein Kraut gewachsen.  Frisur und Figur der ‘Schabracke’ dagegen hat er Montserrat Caballé abgeschaut, sein  Vorbild für „das Frauenimitat“ behält der Mann lieber für sich. Wer möchte schon ohne Not eine Klage riskieren...? Ein wenig surfen durch die Welt der ehemals Schönen und nun nur noch Reichen hilft da eventuell weiter. </p><p> Im Grunde aber versuche er, konkrete Vorbilder zu vermeiden, sagt der in Hamburg lebende Moerser. „Viele Typen sind zeitlich zu festgelegt, immerhin soll das Buch ja 100 Jahre verlegt werden...“

Ehrgeizig, doch immerhin gehen jetzt die Männerarten in die achte Auflage und erleben -  wie im richtigen Leben durch die Frauen geschubst - nocheinmal ein wenig Aufwind.   Büchlein taugt zum perfekten Geschenk für nicht allzu empfindsame Seelen, männliche wie weibliche. Es informiert einleuchtend darüber, warum Doppelbetten verboten gehören, zeigt die Auswirkungen langjähriger Ehen auf das weibliche Gehirn auf und strapaziert die Lachmuskeln. Es ist bei sanssouci erschienen und für 9,90  Euro zu haben.

Susanne Zimmermann

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