Neuer Kindergarten für Kevelaer auf Klinkenberg

Kevelaer..  Dass sich Theorie und Praxis oft unterscheiden, muss man Eltern, die für ihren Nachwuchs einen Kindergartenplatz suchen, nicht erklären. In dieser Woche verschicken die Träger in Kevelaer und Ortschaften ihre Absagen – 59 Kinder werden in diesem Jahr nicht in den Wunschkindergarten gehen können.

Dass sie dennoch nicht unversorgt bleiben werden und die Marienstadt damit den Rechtsanspruch auf eine Betreuung der Über-Drei-Jährigen sichert, verkündete jetzt ein froher Familiendezernent Marc Buchholz. Nicht ohne zu erwähnen, dass sein Glück auch auf Dr. Axel Stibi zurückzuführen sei: Der Bürgermeister habe um einen „privaten Investor“ geworben. Dessen Namen verrät er nicht, wohl aber, dass dieser an der Twistedener Straße neben dem bereits existierenden Kindergarten der Lebenshilfe Gelderland auf Klinkenberg eine neue, vierzügige Kita mit 80 Plätzen bauen wird. Bereits im Herbst soll der Bau fertig sein. Träger wird die Lebenshilfe.

Eine „Zwischenlösung“ bis zur Fertigstellung des neuen Gebäudes, für das Architekt Egon Verhoeven verantwortlich zeichnet, muss dennoch her. In Abstimmung mit Landesjugendamt und Träger sollen ab dem 1. August zunächst 50 Kinder über drei Jahre im ehemaligen Jugendheim „Kompass“ untergebracht werden, das für mehr als zwei Jahre als Domizil des Kindergartens „Sternschnuppe“ diente.

Unter-Drei-Jährige sollen erst nach Fertigstellung aufgenommen werden, zunächst gibt es 16 Plätze. Allgemein stehe Kevelaer bei dieser Gruppe damit hervorragend da, erläuterte Friedhelm van Gemmeren vom Jugendamt im jüngsten Jugendhilfeausschuss. Die Versorgungs-Quote liege bei 48 % und damit weit über den im Land angepeilten 35 %.

Mit dem neuen Kindergarten ist, zumindest rechnerisch, der Rechtsanspruch der Ü-3-Eltern in Kevelaer zu erfüllen – ein wenig Flexibiliät seitens der Eltern vorausgesetzt. Denn „wir können die Kitas natürlich nicht auf Rollen stellen“, sagt Marc Buchholz. Andererseits sei der exakte Bedarf im Vorfeld nur schwer zu ermitteln, erläuterte van Gemmeren anhand der Situation in Winnekendonk. Einer theoretischen Unterversorgung von 20 Plätzen stünden derzeit vier noch nicht besetzte Plätze entgegen. Buchholz hat einen Trend ausgemacht: Immer mehr Eltern kombinierten den Weg zum Kindergarten mit dem Weg zur Arbeitsstätte. Insofern liege der neue Kindergarten ideal für Pendler.