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Münzsucher riskieren ihr Leben

29.05.2010 | 12:01 Uhr
Münzsucher riskieren ihr Leben

Kreis Kleve. Im Reichswald sind immer häufiger Münzsucher mit Metalldetektoren unterwegs. Sie graben nach alten Reliquien und holen auch gefährliche Munition zu Tage. Am vergangenen Samstag kam es zur Explosion. Forstamt und Denkmalschutzgehörden schlagen Alarm.

Nein, ein Kavaliersdelikt ist das nicht mehr. „Wer hier sucht, der ist lebensmüde“, bringt es Otto Pöll, Leiter des Regionalforstamtes Niederrhein, auf den Punkt. Jedes Wochenende, so wird geschätzt, sind 15 bis 20 Menschen im Klever Reichswald unterwegs, um mit Metalldetektoren den Waldboden nach römischen Münzen, Wehrmachtsorden und Parteiabzeichen abzusuchen. Ein gefährliches Spiel: Denn im Untergrund des Reichswaldes gibt es nicht nur Münzen, sondern auch jede Menge scharfe Munition aus dem Zweiten Weltkrieg.

2500 Euro für Wehrmachtsabzeichen

Joachim Böhmer macht auf die Gefahren von Münzsuchen aufmerksam. Foto: Thorsten Lindekamp / WAZ FotoPool

Wie gefährlich das sein kann, zeigte sich am vergangenen Wochenende. Dort hatten Münzsucher in der Nähe Nütterdens kräftig gebuddelt und dabei unter anderem Hand- und Phosphorgranaten zu Tage gefördert, die sie achtlos im Gelände liegen gelassen hatten. Die Granaten entzündeten sich und lösten einen Waldbrand aus, der rechtzeitig durch die Feuerwehr aus Nütterden gelöscht werden konnte: „Die Feuerwehrmänner haben großes Glück gehabt, dass nicht noch mehr Munition hochgegangen ist“, sagt Revierförster Joachim Böhmer. Denn bei den Ausgrabungen sei auch weitere Munition zum Vorschein gekommen.

Gestern luden das Forstamt, das Amt für Bodendenkmalpflege, die Stadt Kleve und die Kreispolizei in den Wald, um über dieses Problem aufzuklären: „Das Suchen nach Münzen ist im Wald verboten“, stellte Helmut Luley vom Amt für Bodendenkmalpflege klar.  Im Reichswald gefährde man zudem sein Leben. „Hier gab es im Zweiten Weltkrieg 14 Tage lang einen intensiven Stellungskrieg“, schildert Otto Pöll. 24 Stunden lang habe man mit 2000 Geschützen geschossen. Bis auf den heutigen Tag liegt im Untergrund zahlreiche  Munition.

Das Geschäft mit den Münzen und Nazi-Orden ist attraktiv. Auf dem Schwarzmarkt werden für eine Tapferkeitsspange der Wehrmacht 2500 Dollar gezahlt. Ein Parteiabzeichen der NSDAP kostet 900 Euro. Luley: „Die meisten Gegenstände werden in die USA und nach Großbritannien verkauft.“ Luley schätzt, dass der Schwarzmarktwert der illegalen Funde im Internet weltweit in die Milliarden geht. Dem Amt in Xanten habe man jüngst 150 römische Münzen aus dem Reichswald angeboten: für 10.000 Euro.

Es droht nur eine Ordnungssstrafe

Am Freitag, 25.05.2010, fand im Reichswald in Kleve eine Pressekonferenz zum Thema Munition im Reichswald statt. Auf der Pressekonferenz wurde auf die Gefahren aufmerksam gemacht die das Suchen von Munition mit Sonden mit sich bringt. Das Foto zeigt eine Waldfläche die am 22.05.2010 durch Munition gebrannt hat. Foto: thorsten lindekamp / WAZ FotoPool

Die Münzsucher kommen nicht alleine: „Meistens ist es ein kleine Gruppe“, schildert Förster Böhmer. „Zwei stehen Schmiere und zwei suchen.“ Geahndet wird das Suchen nur mit einer Ordnungsstrafe. Das Mitnehmen von Münzen ist allerdings Diebstahl. Eine organisierte Kriminalität sieht Polizeisprecher Manfred Jakobi nicht.  „Wir gehen davon aus, dass es sich um eine Vielzahl von Einzelgruppen handelt.“ Die Bevölkerung bittet er, die Polizei oder den Förster Böhmer anzurufen (0171/5 87 01 64), wenn verdächtige Personen auffallen. Auf keinen Fall sollte man die Sondensucher ansprechen.

Böhmer betont, dass Waldspaziergänger oder Jogger keine Bedenken haben müssen. Die Munition ist im Boden eingeschlossen: „So lange man nicht gräbt, passiert nichts.“

Andreas Gebbink

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Kommentare
12.05.2011
23:17
Münzsucher riskieren ihr Leben
von crayzalex | #17

Ich bin sondler in der Niederlanden,und hier habe Ich von den Forstamt eine Genemigung bekommen um zu suchen ,mit den Detektor in ein Naturpark als gegenleistung Melden Wir alle Blingänger mit GPS daten usw am Förster oder Polizei natürlich machen wir unsere löcher zu ,so weis der Förster wer in sein gebiet rumlauft und werden die Wälder sicherer ,weil die Blingänger werden immer gefährlicher was auch die gefahr in der zukunft erhöht von waldbrände,weil nicht alle Granaten in eine Meter tiefe liegen sonder auch an der oberfläche und wen es sich dan um eine Fosfor granate handelt ist der Waldbrand vorprogamiert.
Und solange es Illegal ist zu suchen wird auch keiner sich melden das er eine Granate gefunden hat.
Und für die jenigen die denken das die Jungs das Große Geld machen kann Ich euch auch aus Ihren Traum helfen weil 90 % von die funde (zwischen Rhein und Maas) die kein schrott sind ist wertloser Munition .
Ich verurteile natürlich wohl die jenigen die Ihre Löcher nicht zu machen.
Ich würde sagen gibt ein Paar suchscheine raus an Sondler die wissen was Sie tun, arbeitet mit Die Sondler zusammen und der Wald wird sicherer.

02.06.2010
14:35
Münzsucher riskieren ihr Leben
von seuchenkarl | #16

na dann,ab in das gebiet-reißerischer kann man den artikel ja nicht bewerten.

ich hätte gerne eine goldene einladungskarte,bei all den millionen von münzen......

31.05.2010
17:02
Münzsucher riskieren ihr Leben
von flexxer | #15

wie gesagt die personen die löcher hinterlassen bei denen man denkt das die da neue schützengräben oder unterstände da im wald graben und es so lassen und munition liegen lassen sind leider unsere niederländischen sucher,und durch so leute wird halt dann über alle sondler so geredet bzw gedacht...:-/ zum glück ist diesbezüglich nichts weiteres passiert,hätte genauso gut eine handgranate dann durch das feuer hoch gehen können und was dabei passiert muss man nicht weiter beschreiben ! Es wird ja nicht wie sie / du geschrieben hast ILLEGAL gesucht,denn das suchen ansich ist in NRW nach dem gesetzt her nicht verboten damit kenne ich mich nach sovielen jahren suchen usw bestens aus,in anderen Bundesländern ist es zb gänzlich verboten und man bekommt auch keine oder nur schwer eine extra genehmigung.Dieses wochenende zb war ich auch wieder unterwegs und wen hatte man angetroffen niederländische sondler die grad zum auto gingen aber im wald das waren 5 oder 6 riesen löcher wieder wo man sich mit 2 man drin verstecken konnte anstatt diese wieder zu verschließen.Gefährlöiches lag dort zum glück nicht.! ich finde auch das vom forstamt seite aus nicht gleich jeder halt dann in die schublade gesteckt weren muss,munition ist klar zu melden und nicht so offen liegen zu lassen.

31.05.2010
10:52
Münzsucher riskieren ihr Leben
von Frank | #14

#9 O.K., wenn Du einer der Sondler bist, der nach einem Munitionsfund den Forst oder die Polizei informiert, ist das in Ordnung! Aber, wenn ich, als Einsatzleiter des Waldbrandes am 22.05. heute noch darüber nachdenke, in welcher Gefahr sich meine Leute befanden, als sie nichtsahnend vorne an der Front nur Ihrer Pflicht des Löschens nachgingen, da wird mir richtig schlecht. Als dann der Kampfmittelräumdienst kam und noch einmal erklärte, dass wir richtig Glück gehabt hätten, wurde ich noch einmal blass. Ich kann nicht verstehen, wie solche Menschen die Granaten finden und sie einfach so rumliegen lassen. Stellenweise sogar richtig fein säuberlich aufgestapelt.. Der Waldbrand befand sich unweit einer Jungendtagesstätte, dessen Besucher sich oft im Wald aufhalten....nicht auszudenken, wenn eine Gruppe Jugendlicher auf diese Munition gestossen wäre..... Auch wenn illegal gesucht wird, wenn man Munition findet und man nicht erwischt werden will, würde auch ein anonymer Hinweis auf die Funstelle schon viel Schaden vermeiden...

29.05.2010
21:59
Blockierter Kommentar.
von Alliierter Kontrollrat | #13

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29.05.2010
21:59
Blockierter Kommentar.
von Alliierter Kontrollrat | #12

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29.05.2010
21:51
Münzsucher riskieren ihr Leben
von flexxer | #11

ich kann euch aus Persönlicher erfahrung sagen wer munition offen liegen lässt und zudem so riesen löcher offen lässt das sind unsere niederländischen sondler. diese wurden schon oft genug wie ich selbst auch gesehen habe angehalten und hatten handgranaten in den taschen usw... zum weiteren, das sondeln selbst stellt keine straftat dar und ist nach denkmalschutzgesetzt von nrw in nrw NICHT VERBOTEN ! es sei denn man beabsichtigt es nach archäologisch/historischen funden wie römische gegenstände odg zu suchen! Betreibe das hobby selbst seit fast 11 jahren und habe da so manches gehört und mitbekommen. wer sich ordnungsgemäß verhält wird somit aber gleich als GRABRÄUBER gleichgestellt was man nicht ist.Genauso Schwachsinnig wie 2 stehen schmiere und 2 sondieren und keine suchen ansprechen wer soeinen schwachsinn in die welt setzt kennst sich diesebezüglich nicht wirklich aus wenn man das hobby selbst nicht hat.klar munition habe ich auch schon mehr als oft genug gefunden, dann wird diese stelle markiert und man informiert das forstamt oder die polizei und der kampfmittelräumdienst bedankt sich sogar noch ! eneso schwachsinnig ist die aussage das ein NSDAP Abzeichen 900 euro bringt, das NSDAP abzeichen will ich dann mal sehen.eins mit diamanten besezt oder wie ? so ein schwachsinn aber auch....Also liebe leute nicht gleich jeden somit in die gleiche Schublade stecken nur weil es einige schwarzeschafe leider gibt und sowas wie Phosphor Handgranaten liegen lassen anstatt zu melden und bitte nicht so viel schwachsinn schreiben oder drucken der nicht im geringsten stimmt. danke

29.05.2010
21:03
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von Sebastian | #10

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29.05.2010
21:03
Blockierter Kommentar.
von Sebastian | #9

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29.05.2010
19:35
Münzsucher riskieren ihr Leben
von RP.dorf | #8

Wenn dort noch scharfe Munitinon liegt, und dies zudem den Behörden noch bekannt ist, besteht eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung!
Also dringender Handungsbedarf für die Ordnungsbehörden! Gebiet absperren und nicht schwätzen!

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