Mitten ins Leere
10.10.2007 | 19:38 Uhr 2007-10-10T19:38:49+0200GALERIE. Die Ausstellung Art.Ort in Kleve zeigt Fotografien, Druckgrafiken, Papierobjekte und Skulpturen in verwaistem Gebäude.
KLEVE. Hinter den Mauern, wo das richtige Geld zu Hause ist, dort darf auch einmal die Kunst ihre Zelte aufbauen. Zum 5. Mal zeigen Künstler ihre Arbeiten in einer Galerie, die nur eine kurze Lebensdauer besitzt und nach dem Ende der Aktion von der Bildfläche verschwindet.
Die Orte sind mit Bedacht und mit dem Blick für Leerstände ausgewählt. Als Galerie auf Zeit dürfen die Häuser normalerweise nichts mit Kunst am Hut haben. Angefangen hat das vom Klever Marketing veranstaltete Kunsterlebnis im Oktober 2003. Damals besetzten Klever Künstler in der Fußgängerzone ein leer stehendes Geschäftslokal und legten damit den Grundstock für einen festen Herbsttermin in Sachen Kunst.
Im Straßenbahndepot, in der Schuhfabrik
In den Jahren danach trafen sich Künstler und Kunstinteressierte in einem Straßenbahndepot, im Verwaltungsgebäude der Elefanten-Schuhfabrik und in der ehemaligen Fuji-Villa. Ob Zufall oder kluges Handeln - inzwischen fanden alle vier Leerräume wieder Leute mit intelligenten Geschäftsideen. Gleiches wünschen sich die Organisatoren für die verwaisten Büroräume mitten im belebten Fußgängerbereich von Kleves Innenstadt.
Neben dem jährlich aktualisierten Kunstüberblick war es in diesem Jahr erforderlich, die teilnehmenden Künstler durch eine fachkundige Jury auszuwählen, wegen der ständig gestiegenen Bewerberzahl. Zur Jury gehören die Art.Ort-Erfinderin Alexa Heyder, Gochs Museumsleiter Stephan Mann, Bettina Paust vom Museum Schloss Moyland und Sarah Peters vom Kleve Marketing. Ausgewählt wurden 21 Teilnehmer. Geprüft und für gut befunden, um das breite Kunstspektrum von der Malerei über Fotografie, Papier- und Stoffobjekte, Druckgrafik, Skulpturen bis zu 3D-Renderings (Bilddarstellungen mittels Computer), zu präsentieren.
Günther Zins zeigt zarte Stahlarbeiten, Rita Beckmann demonstriert mit "Jahreszeitung" (mit Exemplaren der NRZ), wie sich verschnürte Zeitungsstapel im Laufe eines Jahres materialistisch verändern, Fred Voss bearbeitet seine Fotos am Computer und gibt ihnen Tiefe und doppeldeutigen Sinn. Auch die 20-jährige Janna Hünnekes, die schon mit einer stolzen Ausstellungsbeteiligungsliste aufwarten kann, beschäftigt sich mit Fotografie. Marco Henkenjohann aus Rheda-Wiedenbrück studierte Design mit Schwerpunkt Illustration und Druckgraphik.
Bei Art.Ort sind Zeichnungen zu sehen, die von abstrakt bis gegenständlich eine breite Palette künstlerischer Möglichkeiten präsentieren. Holger Becken, Monika Buchen, Wilfried Grootens, Jana Kathrin, Dirk Knickhoff, Margret Kothes, André Lemmens, Thomas May, Oster+Koetzle, Ulrike Panhorst, Fritz Poorten, Hedwig J. Poorten, Maren Rombold, Ulrike Scholder, Markus van Offern und Dini Thomson sind vor Ort - mit Art (Kunst) und in Fleisch und Blut. Aber nur eine begrenzte Zeit.
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