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Mauer? Nein!

24.02.2009 | 18:51 Uhr

BETUWE. Weseler Bürgertreff hält eine Betuweroute entlang der A3 für möglich und fordert den Niederrheiner zum Widerstand auf.

Wesel. Der Weseler Bürgertreff (WBT) will das Thema "Betuwe" noch einmal von Grund auf den Prüfstand stellen und lädt für Dienstag, 3. März, ab 19.30 Uhr in den Kaisersaal des Hotels Kaiserhof nach Wesel ein. "Konzertierte Aktion regional und überregional - Betuwe, wo sind die Schmerzgrenzen?" ist der Abend überschrieben, bei dem die Veranstalter hoffen, Bürger aus allen Anrainerstädten und -gemeinden der Betuwe begrüßen zu können.

"Während die Niederländer in den vergangenen 15 Jahren aktiv an der Güterferntrasse gebaut haben, dümpelte das Thema am Niederrhein nur so vor sich hin", so Einlader Professor Dr. Klaus Haerten. Derzeit informiere die Bahn AG scheibchenweise über die Pläne, von denen keiner so genau wisse, welchen tatsächlichen Stand diese hätten. "Es zeigt sich aber, dass sich der Widerstand zwischen Emmerich und Oberhausen regt, vor allem gegen die Mauern, die alle Ortschaften zerscheiden werden", so Haerten. Sein Schlagwort: "Mauer? Nein!"

Für ihn ist die vor Jahren schon ad acta gelegte Trasse entlang der A3 noch lange nicht vom Tisch. "Auch darüber muss an diesem Abend noch gesprochen werden", sagte er. "Ich kann nicht erkennen, dass der Zug schon abgefahren ist. Da geht immer etwas." Haerten hofft, dass sich viele Gegner der Bahn-Pläne an diesem Abend formieren. "Derzeit ergibt sich mit Politikern, Stadtplanern, Fachleuten, Kennern der Szene und Bürgern ein vielstimmiger Chor mit vielen Dissonanzen", so sein Eindruck.

Um aber etwas für den Bürger zu erreichen, müsse die Region mit einer Stimme sprechen. Er fordert die Bürger auf, in eine Diskussion mit dem Weseler Bürgertreff einzusteigen, um nach Auswegen zu suchen, deren Durchsetzung man angehen könne.

Auf politischer Ebene ist A3-Variante seit zehn Jahren vom Tisch, u.a. weil sie gut vier Mal teurer wäre. Bodo Wißen, Landtagsabgeordneter der SPD: "Wir dürfen den Bürgern da keinen Sand in die Augen streuen, eine A3-Variante ist nicht realisierbar." Nur mit dem Bau des 3. Gleises gebe es einen Lärmschutz für die Region und werden die Unter- und Überführungen geregelt. Ein Gleis entlang der A3 würde nicht bedeuten, dass auf der bestehenden Strecke keine Güterzüge mehr fahren, so Wißen. Auch der Nahverkehr könnte leiden. "Zur Betuwe muss man sich schon zwei, drei Gedanken machen, bevor man sich populistisch äußert", so Wißen. (rau/AG)

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