Marihuana-Pflanzen wucherten im Schlafzimmer

Duisburg..  Cannabis-Produkte werden immer häufiger zur Schmerztherapie eingesetzt. Allerdings muss man für die entsprechende Verwendung eine Genehmigung haben. Ein 53-jähriger Homberger ging einen anderen Weg: Im Schlafzimmer seiner Wohnung ließ er Rauschgiftpflanzen wachsen - und flog auf. Vor dem Amtsgericht kam er jetzt mit einer milden Strafe davon.

Der wegen diverser Knochenerkrankungen berufsunfähige Mann legte ein rückhaltloses Geständnis ab. Leugnen wäre auch zwecklos gewesen: Bei einer Wohnungsdurchsuchung hatten Polizisten am 20. Mai 2014 rund 180 Cannabis-Pflanzen in verschiedenen Wachstumsphasen bewundern dürfen. Außerdem fanden sie 388 Gramm bereits geerntetes Marihuana, mit einem relativ geringen Wirkstoffgehalt.

Die Anklage hatte dem Hartz-IV-Empfänger zunächst Handeltreiben zur Last gelegt. „Ich habe doch nur für mich angebaut“, beteuerte der Angeklagte. Mit dem Rauschgift habe er seine Schmerzen in der Wirbelsäule und in den Knien bekämpfen können. „Seitdem die Pflanzen weg sind, muss ich doppelt so viel Schmerzmittel schlucken. Was ist denn jetzt besser?“

Polizisten sagten aus, dass es in der Wohnung keine Hinweise auf Drogenhandel gab. „Er hat uns sofort gesagt, dass er das nur selber konsumiert.“ Worauf auch der weithin wabernde süßliche Geruch hingewiesen habe.

Die Vorsitzende des Schöffengerichts wunderte sich, dass der Mann so viel botanisches und technisches Verständnis habe. „Woher wussten sie, wie das geht?“ Der Angeklagte antwortete trocken: „Lampe drüber und die Dinger wachsen. Das weiß doch jeder. Das ist wie bei anderen Pflanzen auch.“

Das Gericht verurteilte den Mann am Ende wegen illegalen Besitzes von Betäubungsmitteln. Mit 15 Monaten lag das Urteil nur knapp über der Mindeststrafe. Da die letzte Verurteilung des Mannes schon 14 Jahre zurück lag, konnte die Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden.