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Ringelblumen-Aktion

Leuchtender Naturkundeunterricht

03.08.2012 | 22:00 Uhr
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Leuchtender Naturkundeunterricht
Monika Himmelberg erfreut sich an ihrem prächtigen Beet Ringelblumen. Fotos: Markus Weißenfels

Spellen.   Familie Himmelberg begleitet mit ihren Tageskindern die Ringelblumen durchs Jahr. Wie geht es Ihrer Ringelblume? Schreiben Sie uns, wie kommen gern auch zu Ihnen. Wie geht es Ihrer Ringelblume? Schreiben Sie uns, wie kommen gern auch zu Ihnen.

„Ein Garten muss so angelegt sein, dass Kinder auch mal ins Beet treten können“, findet Monika Himmelberg – und die zweijährige Angelina Sophie macht auch gleich Gebrauch von diesem Recht. Mitten im Beet mit den leuchtenden Ringelblumen posiert sie für den Fotografen, während der einjährige Jonas etwas schüchtern im Hintergrund bleibt. An manchen Tagen tummeln sich bis zu fünf Kinder auf dem großzügigen Grundstück der Familie Himmelberg, idyllisch gelegen zwischen Maisfeldern im Voerder Ortsteil Spellen.

„Wir leben hier mit vier Generationen“, erzählt derweil Monika Himmelberg, und sucht den Schatten eines großen Walnussbaums. Gemeinsam mit ihrer „zukünftigen Schwiegertochter Sandra“ arbeitet die 53-Jährige als Tagesmutter und betreut nebenbei ihre pflegebedürftige Schwiegermutter. Die vierte Generation bilden die Tageskinder. Als Monika Himmelberg in der Zeitung von der Ringelblumenaktion las, dachte sie sich: „Da kann ich auch was zu sagen!“ Viele Leserinnen und Leser konnten im Mai in den Leserläden unserer Zeitung kostenlos Tütchen mit Ringelblumensamen abholen. „Das war bei uns gar nicht nötig“, lacht Monika Himmelberg, „unsere Ringelblumen, die Calendula, haben sich aus dem Vorjahr von ganz alleine wieder ausgesät.“

Auch Angelina Sophie (2) ist von den Ringelblumen begeistert.

Während die Geschichte des Hofs der Himmelberger mindestens bis 1859 zurück reicht, beginnt die Geschichte der Ringelblumen erst vor zwei Jahren. Zwei Kartoffelbeete sollten sich regenerieren. „Unsere Männer wollten die Beete brach liegen lassen, aber dann macht sich ja das Unkraut ungehindert breit“, erinnert sich Monika Himmelberg. Sie ging also in den Baumarkt, suchte bei den Samentütchen einen „Gründünger“ – und fand die Ringelblumen. „Unverwüstliche, kraftvolle, farbintensive Blumen, die wunderbar gedeihen, egal ob im Schatten oder in der prallen Sonne!“, freut sie sich.

Für die Tageskinder – Angelina Sophie und Jonas wuseln jetzt zwischen Schaukel und Rutsche – sollte die gelb-orange Pracht „Naturkundeunterricht im Freien“ werden. „2011 haben wir mit den Kindern eine ganze Kiste voll Samen genommen“, sagt die Tagesmutter. Aber als sie in diesem Frühjahr zur Aussaat schreiten wollten, wuchsen da schon die ersten Ringelblumenhalme. „Wir haben dann für jedes Kind mehrere Calendula in einen eigenen Blumenkasten umgepflanzt“, erzählt Monika Himmelberg. Doch trotz intensiver Zuwendung der Kinder wachsen die wilden Ringelblumen im Beet am besten. „Der viele Regen hat die Topfblumen wohl fast ertränkt“, vermutet die Hobbygärtnerin.

Jeden Morgen arbeitet sie für eine Stunde im Garten, meist zwischen halb sechs und sieben. „Mit meiner Migräne muss ich aus der Sonne bleiben“, erklärt sie, und tritt direkt wieder in den Schatten des ehemaligen Schlachthauses. Ihr Tipp für jedes Blumenbeet: „Man muss das Verblühte abschneiden, damit das, was blüht, zur Geltung kommt.“ Besonders zur Geltung kamen die Ringelblumen im Mai: Da hat jedes Kind seiner Mutter eine Blume zum Muttertag geschenkt.

Auf der anderen Seite des ursprünglichen Wohnhauses weist Monika Himmelberg auf die Beete rund um den großen Rasen hin. In diesem Jahr wachsen auch hier Ringelblumen. „Die haben die Krähen wohl dahin geschleppt, die klauen sogar unseren Hunden die großen Beißknochen“, sagt die Spellenerin, und zeigt rüber zu einem Eichenwäldchen, wo die Vögel oft zu Dutzenden hocken. Wenn im Herbst die Ringelblumen in den Kartoffelbeeten untergearbeitet werden, um erneut Platz zu machen für Kartoffeln, werden die Ringelblumen rund um den Rasen wohl bleiben.

Bleiben wird auch die Erinnerung von Angelina Sophie an ihre leuchtenden Ringelblumen. Ab dem Spätsommer gehen sie und ein weiteres Tageskind in den Kindergarten. Dann wird im Reich der Familie Himmelberg Platz für zwei neue Nachwuchsgärtner.

Calendula wächst und wächst und wächst

Unsere Aktion Ringelblume hat viele Fans gefunden, und der Niederrhein leuchtet schon hier und da strahlend gelb. Die Experten vom „Gartencenter Schlösser“ in Moers haben einen Tipp für Sie: Falls die Blüten von Ihren Ringelblumen bei der Hitze braun werden, müssen Sie nicht auch noch den Kopf hängen lassen. Im nächsten Jahr wird’s wieder gelb. Sie können die Samenkapseln sammeln, trocknen und im Frühjahr in die Erde setzen. Blüht Ihre Calendula im Beet, müssen Sie sich um nichts kümmern. Die Samen verbreiten sich von ganz alleine.

Wie geht es Ihrer Ringelblume? Schreiben Sie uns, wie kommen gern auch zu Ihnen.

Björn Lohmann

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