Keine Information unter dieser Nummer

Wesel..  Der Auftakt war vielversprechend. Da verteilten die Deutsche Bahn und das Bauunternehmen Hastrabau gemeinsam Flugblätter an die Anwohner, um über die Erneuerung des Weseler Bahnhofes und die damit einhergehenden Auswirkungen zu informieren. Unter anderem teilten sie mit, dass es vor allem in den Kalenderwochen vier bis sechs „besonders lärmintensiv“ werden könne und dass die Bauarbeiten auch nachts in der Zeit von 21 bis 6 Uhr weitergingen.

Nicht ganz ernst gemeint?

Als Ausgleich wird den Anwohnern angeboten, dass sie bei „übermäßiger Beeinträchtigung der Nachtruhe in einem Hotel oder einer Pension untergebracht werden“ könnten. Für genauere Informationen ist auf dem Flyer, der der Redaktion vorliegt, eine Telefonnummer angegeben. Und genau diese Nummer wählt Anwohner Jörg Sachsenröder nun seit dem 8. Januar in regelmäßigen Abständen, allerdings ohne genauere Informationen zu bekommen.

Meistens sei ein Anrufbeantworter angesprungen, sagt Sachsenröder, der unweit des Bahnhofes und damit im Haupteinzugsgebiet der Umbaumaßnahmen wohnt. Rund eine Woche später habe dann eine Frau abgenommen und versprochen, ihm Informationen zuschicken zu lassen. Seitdem sei aber nichts bei ihm angekommen.

Eine weitere Woche später habe er mit einem „sehr netten“ Bauleiter gesprochen. „Seitdem habe ich nichts mehr gehört“, sagt Jörg Sachsenröder, den langsam das Gefühl beschleicht, dass dieses Angebot vielleicht nicht so ernst gemeint sein könnte wie es klingt.

Bahn soll zuständig sein

„Es macht mich sauer, dass solche Dinge verfasst werden, ohne dass sich etwas tut“, sagt Sachsenröder. Und dass er auch drei Wochen nach der ersten Kontaktaufnahme noch immer keine Informationen bekommen hat, zeige ihm, dass „nichts vorbereitet ist“. Dies wiederum führt ihn zu der Vermutung, dass die Verantwortlichen die Übernachtungsfrage „aussitzen“ möchten. Die Bauarbeiten dauern bis 20. Februar an. Bis dahin wird auch dauerhaft nachts gearbeitet.

Den Vorwurf könnte die Deutsche Bahn entkräften. Denn die ist laut der Langenhagener Baufirma Hastrabau für die Übernachtungsfrage zuständig.

Die Bahn versprach gestern, sich darum zu kümmern, konnte bis ­Redaktionsschluss aber kein Ergebnis liefern. Und auch die auf dem Flyer angegebene Telefonnummer brachte keinen Aufschluss - lediglich der Anrufbeantworter schaltete sich ein.