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Karneval unter Voerdern

14.02.2010 | 19:31 Uhr
Karneval unter Voerdern

Voerde. Die Spellener Thekenturner, in dieser Session kollektiv zu Ehrensenatoren des Voerder Karnevals ernannt, waren beim Tulpensonntagszug in ihrem rollenden Westernsaloon unterwegs. Stattliche Cowboys, leckere Bardamen und ein einsamer, aber heiß umworbener Indianer sorgten für gute Stimmung.

Der Wilde Westen beginnt direkt hinterm Voerder Wasserschloss. Na ja, unter Cowboys ist man normalerweise useligen Nieselschnee nicht so gewohnt und auch die gewaltigen Rinderherden sucht man in der Voerder City vergeblich. Dafür findet man sofort einen mobilen Westernsaloon. Den haben die Spellener Thekenturner in den vergangenen Monaten in mühe- und liebevoller Kleinarbeit gebaut und Wir am Niederrhein hat ihnen dabei über die Schulter geschaut. Gestern öffnete der Saloon endlich seine Türen, sprich: als letzter Wagen des traditionellen Tulpensonntagszuges rollte er durch die niederrheinische Stadt. Der Karnevalsverein aus Spellen feierte damit Jubiläum - er war zum 30. Mal dabei.

An Tulpensonntag ist in Voerde niemand allein

Auf dem Wagen der Thekenturner Spellen. (Fotos:Lars Fröhlich)

Die 29 Thekenturner – in dieser Session kollektiv zu Ehrensenatoren des Voerder Karnevals ernannt – haben sich für zwei großartige Stunden in stattliche Cowboys, verführerische Westernladies und einen einsamen Indianer verwandelt. Wobei: Was heißt schon einsam? Erstens wird der Indianer von den leckeren Bardamen im Saloon ziemlich umworben. Und zweitens ist man am Tulpensonntagvormittag auf den Straßen Voerdes niemals allein. „Super, beim Zug sehe ich immer die Leute, mit denen ich hier früher zur Schule gegangen bin,” freut sich der Indianer, der im wirklichen Leben Christian van Kamp heißt und mittlerweile in Berlin lebt, aber dennoch seinen Thekenturnern treu bleibt.

Vorne auf dem Wagen machen die Wild West Animierdamen Martina, Nicole und Christina singend, schunkelnd und tanzend richtig Partystimmung und wenn man ihnen so zuhört, staunt man, wieso einem vorher noch nie die Frivolität in Olaf Hennings „Komm, hol das Lasso raus” aufgegangen ist.

Chef Egon Bachtrup wacht über seine Truppe

Vereinschef Egon Bachtrup wacht als Sheriff mit Colt und Stern aus Alufolie über die gesamte Mannschaft, die zwei Stunden lang massenweise Kamelle, Chipstüten und Schokolädchen in die Menge wirft und dabei bis zum Schluss in mitreißend ausgelassener Laune ist. Großartig war's. Ein jeckes Vergnügen. „Megamäßig”, bilanziert auch Thekenturnerin Nicole. „Aber darauf arbeiten wir ja auch das ganze Jahr hin.”

Jacqueline Siepmann

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