Kabarett trifft Schlager

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Duisburg. „Heute wird es schräg!“, ist von einem Besucher aus dem Publikum im Huckinger Steinhof zu hören. Und das, was Kabarettist Wolfgang Trepper und Schlagersängerin Mary Roos bei der Premiere ihres Programms „Nutten, Koks und frische Erdbeeren“ zeigen, ist nicht nur schräg sondern auch ein herrlich komischer Streifzug durch drei Jahrzehnte deutscher Schlager.

In der Trepper eigenen Art kündigt er „Mary Ross(!), die Helene Fischer der Bronzezeit, eine Zeitzeugin der Jahrhunderte“ an, fordert das Publikum auf, besonders laut zu klatschen, „weil die alte Primel nicht mehr so gut hört“. Die 66-jährige, die zweimal am Grand Prix d’Eurovision teilnahm und dabei 1972 mit „Nur die Liebe lässt uns leben“ den dritten Platz erreichte, begrüßt ihr Publikum mit dem selbstironischen Lied: „Wie lange woll’n Sie das noch machen?“. Wohl auch in Anspielung darauf, dass ihre Karriere 1958 begann.

In der Kulisse im Stil der 60-er und 70-er Jahre mit Nierentisch, Clubsesseln und Jägermeister plaudern Roos und Trepper drauf los, erzählen Anekdoten und Dönekes, bei denen dem Publikum die Tränen kommen vor Lachen. Wenn die Stars der Hitparade gemeinsam auf Tour waren, so plaudert Mary Roos aus dem Nähkästchen, gab es genug Zeit, um sich Streiche zu spielen: „Bernhard Brink war der Playboy unter uns. Der hat jeden Abend eine andere Frau mitgenommen. Einmal haben wir ihm eine sehr füllige nackte Frau ins Bett gelegt, die wartete, bis er ins Zimmer kam. Dann sprang sie auf und rief laut ,Aber du hast mir doch die Ehe versprochen’. Die Frau, die er dabei hatte, hat direkt das Weite gesucht!“

Es wechseln sich Plauderrunden ab mit eigenen Liedern und Schlagern der 60-er und 70-er Jahre, wobei Mary Roos immer das jeweils passende Outfit trägt.

Genussvoll seziert Trepper zwischendurch die Texte von Schlagern: „Keine Träne tut mir leid für eine Hand voll Zärtlichkeit . . . So ein Scheiß!“. Immer wieder ist die Hitparade Thema: „Samstag Abend, 19.30 Uhr, das Urbi et Orbi der Schlagerfans.“ Selbst wer kein Schlagerfan ist, bekommt bei den letzten Liedern Gänsehaut. Wunderbar gesungen werden „Aufrecht geh’n“, „My Way“ und „Unbemannt“, das Pe Werner extra für Roos geschrieben hat. Als die letzten Töne verklingen, steht das Publikum bereits. Mit großem Beifall erntet das total begeisterte Publikum zwei Zugaben. Eine sehr gelungene Premiere eines konträren Duos. Oder wie es ein Fan auf der Facebook-Seite von Trepper formulierte: „Ich bin gekommen als Trepper-Fan und zufrieden mit einer CD von Mary Roos nach Hause gegangen.“