Jetzt wird Holz gefällt

Dinslaken. Dass Kegeln nicht nur gesellig ist, sondern auch eine echt sportliche Angelegenheit, wissen die Freunde von Pudel, Kranz und Co. längst. Und einmal im Jahr zeigen sie es öffentlich und untereinander bei der großen Niederrhein-Meisterschaft der Gesellschaftskegler in Dinslaken. Mitmachen kann jeder Klub vom Niederrhein, der andere Klubs kennenlernen, Spaß haben – und sich auch noch messen und um Preise kämpfen will.

Jeweils um die 50 Herren-, Damen und gemischte Klubs gehen dann auf den Bahnen der Dinslakener Sportkegler unter der Eishalle auf Punktejagd. Die Ergebnisse sorgen teilweise selbst bei ambitionierten Sportkeglern für Staunen und hochgezogene Augenbrauen. Doch auch nicht ganz so ambitionierte Kegler kommen bei der Meisterschaft auf ihre Kosten, da in verschiedenen Leistungsklassen angetreten wird.

Seit 28 Jahren

Die Teilnehmer müssen keine Furcht haben, dass es mit der Organisation auf den acht Schenkelkegelbahnen kreuz und quer geht. Diese Zeitung und der Verein Dinslakener Sportkegler richten seit 28 Jahren gemeinsam die Stadtmeisterschaft der Gesellschaftskegler aus.

„Ich hatte die Idee und wir haben niemanden gefunden, der das Ganze organisiert“, erinnert sich der ehemalige Sportkegler Rudi Pastoors, der kurzerhand selbst in die Bresche sprang und mit 86 Jahren neben anderen noch heute Verantwortung trägt. Die Grundidee eines Turniers für Gesellschaftskegler hatte einen konkreten Hintergrund: „Wir wollten sehen, ob da Talente mitspielen, die wir als Nachwuchs für das Sportkegeln gewinnen können“, so Pastoors, der die aktive Sportkegler-Karriere vor drei Jahren mit 83 Lenzen aus gesundheitlichen Gründen dann doch lieber beendet hat. Obwohl die Talentsuche-Rechnung „nur in ganz wenigen Fällen“ aufging, fand das Turnier schnell Freunde.

Vor zwei Jahren wurde die Meisterschaft dann auf den gesamten Niederrhein ausgeweitet, 44 Klubs gingen bei der Erstauflage an den Start. Mit federführend bei der Organisation ist immer noch Rudi Pastoors, der mit seinem Team den Ablauf fest im Griff hat. Und Erfahrung damit ist sowieso vorhanden: Den Verein Dinslakener Sportkegler gibt es seit mehr als 90 Jahren. Immer wieder muss Rudi Pastoors erfahren, dass der Weg von der heimischen Kegelbahn zur Anmeldung vielen Kegelbrüdern und -schwestern nicht leicht fällt. „Der eine oder andere wird denken oder gar befürchten, dass er sich hier blamiert, aber das ist völlig unbegründet“, sagt Pastoors.

Denn die Organisatoren haben mehrere „Sicherungen“ eingebaut, die unterschiedliche Voraussetzungen ausgleichen: Die Kegelklubs werden – je nach den Ergebnissen des Vorjahres – in eine von drei Leistungsklassen eingeteilt, wenn sie sich in diesem Jahr wieder anmelden. Meldet sich ein Kegelklub zum ersten Mal an, startet er automatisch in der untersten Klasse und läuft so nicht Gefahr, gegen erfahrene Klubs antreten zu müssen, die sich auf der Anlage bestens auskennen. Pro Gruppe starten ferner nicht mehr als zehn Klubs, da geht keiner in der bedeutungslosen Masse unter. Und zwischen Männer-, Frauen- und gemischten Klubs wird auch unterschieden.

Gute Chancen für die Damen

Übrigens haben Frauenklubs besonders gute Chancen auf einen Podestplatz: Im vergangenen Jahr waren unter den 48 gemeldeten Teams nur vier Damen-, 25 Herren und 19 gemischte Kegelklubs. „Aber bei allem Ehrgeiz soll ja der Spaß im Vordergrund stehen“, unterstreicht Pastoors. Schließlich sollen hier gerade auch die Klubs zum Zuge kommen, die sich alle paar Wochen ganz traditionell auf der Kegelbahn treffen, um einen geselligen und auch sportlichen Abend miteinander zu verbringen.

„Dennoch wundert man sich immer wieder, mit welchen tollen Ergebnissen viele Freizeitkegler hier aufwarten“, ergänzt Sportkegler-Vorsitzender und zweiter Organisator Dirk Schlagregen-Fonteyn.

Für Abwechslung im Wettbewerb sorgt das separat laufende Preiskegeln, bei dem es begehrte Sachpreise wie Würste und andere Naturalien zu gewinnen gibt. Diese Trophäen haben den Vorteil, dass sie gleich an Ort und Stelle verzehrt werden können. Schließlich zählt neben dem Sport ja auch noch die Geselligkeit.