Jede Menge Unsicherheit
21.04.2009 | 18:32 Uhr 2009-04-21T18:32:00+0200Am Niederrhein. Die Dresdner Bank in Duisburg sucht noch einen angehenden Bankkaufmann, das MS Patrick in Rheinberg einen werdenden Binnenschiffer und das Waldhaus Dicks in Weeze einen Auszubildenden, der sich für den Beruf Koch interessiert: Ausbildungsplätze sind am Niederrhein rar, aber noch zu haben.
Obwohl zum Stichtag 31. März in Industrie und Handel 6,5 Prozent mehr Ausbildungsverhältnisse abgeschlossen worden als zu diesem Zeitpunkt im Vorjahr. Doch das ist leider kein Grund, die Sektkorken knallen zu lassen. Unter anderem, weil im Handwerk die Werte der Vorjahre wohl nicht mehr erreicht werden können.
Große Unsicherheit macht Dr. Axel Fuhrmann, Geschäftsführer der Handwerkskammer Düsseldorf, bei seinen Mitgliedern aus: „Viele Betriebe zögern im Moment noch, Ausbildungsplätze anzubieten. Sie warten die Entwicklung ab.” Deshalb sollten sich potentielle Bewerber nicht frustrieren lassen, sondern sich auch im Sommer bewerben. Viele Handwerker werden erst spät eine Entscheidung treffen”, betont Fuhrmann.
Doch die Unsicherheit ist nicht nur auf Seiten der Betriebe, sondern auch bei den Bewerbern spürbar. „Ganze Realschulklassen setzen gleich auf eine schulische Ausbildung, ohne sich um eine Lehrstelle zu kümmern”, ergänzt der niederrheinische DGB-Chef Rainer Bischoff. „Ein falsches Signal”, meinen Angela Schoofs und Andrea Demler von den Arbeitsagenturen in Duisburg und in Wesel. „Jeder sollte das tun, was ihm entgegenkommt. Und da muss eine schulische Ausbildung nicht immer der richtige Weg sein.”
Klar ist ohnehin, dass die Zahl der Ausbildungsplätze für Schulabgänger und sogenannte Altbewerber, die bereits eine „Ehrenrunde” gedreht haben, nicht ausreichen wird. Pro Bewerber dürften statistisch etwa 0,6 Plätze vorhanden sein”, so Demler. Da werden wir therapeutische Maßnahmen anwenden müssen”, betont Ronald Maul, Chef der Duisburger Arge an. Sprich: öffentlich geförderte Ausbildungsplätze.
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