Je später die Arbeit, desto höher die Zuschläge
20.04.2009 | 18:16 Uhr 2009-04-20T18:16:00+0200Am Niederrhein. Einzelhandelsverband und Gewerkschaft bleiben skeptisch. Ausweitung der Öffnungszeiten steigere nur kurzfristig den Umsatz.
Der Einzelhandelsverband Niederrhein sieht die neuen Öffnungszeiten kritisch. „Im Rahmen von bestimmten Sonderaktionen wie Mitternachts-Shopping und verkaufsoffener Sonntag können wir uns das vorstellen. Eine Ausweitung der Öffnungszeiten wird nur kurzfristig zu einer Umsatzsteigerung führen", betont Doris Lewitzky, Geschäftsführerin des Einzelhandelsverbandes Niederrhein, „allenfalls die ersten Geschäfte werden profitieren. Für den Rest steigen allein die Kosten.”
Lewitzky sieht einige Konzerne in Sachen Spätöffnung bereits auf dem Rückmarsch: „Bei Ikea etwa scheint im Moment eine kleine Denkpause eingetreten zu sein.” Für Lutz Müller, Manager des Duisburger Einkaufszentrums Forum, müssen für eine Ausweitung der Öffnungszeiten drei Bedingungen erfüllt sein: „Erstens müsse sich das wirtschaftlich rechnen, für die Arbeitnehmer vertretbar sein und im innerstädtischen Kontext stehen.”
Sprich: Es macht keinen Sinn, wenn das Forum seine Pforten länger öffnet,während ringsherum der gesamte innerstädtische Einzelhandel dicht ist. Für das Forum sei eine generelle Ausweitung der Öffnungszeiten derzeit nicht geplant, so Müller. „Allerdings sind bestimmte Sonderaktionen denkbar.”
Auch Britta Munkler, Gewerkschaftssekretärin von Ver.di am Niederrhein, steht der Ausweitung der Öffnungszeiten kritisch gegenüber. „Da herrscht mittlerweile ein völliger Wildwuchs.” Sofern die Betriebe tarifgebunden sind, werden für das Personal in den Abendstunden Zuschläge fällig.
„20 Prozent bis 20 Uhr, danach 55 Prozent”, so Munkler. Kaufland sei zwar nicht tarifgebunden, erkenne aber bisher den Tarifvertrag auf freiwilliger Basis an und zahle nach Erfahrungen der Gewerkschaft auch die Spät-Zuschläge.
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