Im Galopp geht’s durch das Montferland
17.05.2010 | 19:27 Uhr 2010-05-17T19:27:00+0200
Montferland.Im Pferdehof Montferland in Elten können sich Besucher Pferde ausleihen und durch das 1900 Hektar große Montferland reiten. Knapp 40 Kilometer ausgewiesene Reitwege laden zu einem Ausflug ein. Im Galopp geht es über gepflegte Sandwege ohne Geröll.
Hermann Egging rückt seinen Hut zurecht und grinst. „Wenn man mich fragt, ob es stimmt, dass ich jeden Reitweg hier kenne, muss ich immer lachen“, erzählt er, „ich kenne nämlich quasi jeden Baum.“ Egging ist nahezu täglich in „seinem“ Montferland hoch zu Ross unterwegs und weiß auch gut, warum. „Weil es nichts Besseres zum Ausreiten gibt als niederländische Reitwege“, sagt er, drückt die Schenkel ans Pferd, gibt Gas und liefert den Beweis für seine Schwärmerei gleich mit: Im entspannten Galopp geht’s hier über gepflegte Sandwege ohne Schutt und Geröll – links Wald, rechts Feld oder umgekehrt.
Ausgewiesene Reitwege
„Einfach herrlich“, weiß der Betreiber des in Elten beheimateten Pferdehofes Montferland die Umgebung zu schätzen. Den Besucher lässt sie hingegen zunächst vermuten, sie sei das Ende der Welt. Inzwischen hat Egging die Ausritt-Gruppe zum Schritt durchpariert und erzählt von dem, was vor oder hinter ihm liegt.
1900 Hektar Montferland reine Natur, inklusive knpp 40 Kilometer ausgewiesenen Reitwegen, machen einen Schnupper-, Tages- oder Urlaubsritt mit den Eggings zu einem besonderen Erlebnis. Sechs Leihpferde stehen auf dem Eltener Pferdehof zur Verfügung, auf dem insgesamt rund 40 Pferde zuhause sind. Die Ausgeglichenheit der gut ausgebildeten und im Gelände trainierten Reittiere beeindruckt Gäste immer wieder aufs Neue. Sogar der einzige Hengst des Hofes macht beim Ausflug mit den Stuten keine Ausnahme – zuverlässig tragen sie die Menschen stundenlang durchs Montferland. Und auch anderswo, wie Hermann Egging erzählt.
Denn zu großen Tagesritten geht’s auch schon mal mit dem Transporter in andere Regionen des niederländischen Achterhoeks, bis Arnheim, beispielsweise. Sozusagen vor der Haustür liegt jedoch montferländische „Natur pur“ mit etlichen verschiedenen Vegetationsarten, viel Raum für Ruhe und Entspannung. Schließlich gibt’s neben den ausgewiesenen Wegen für Reiter und Pferd auch solche für Mountainbiker, aber auch Wanderwege und sogar eigens angelegte Pfade für Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer. Beispielsweise dort, wo es vom Wald aus zum „Theehuis ‘t Peeske“ geht, einem Ausflugslokal mit Kinderspielplatz sowie der Möglichkeit, die Pferde anzubinden.
„Ein schöner Ort, um einfach mal Pause zu machen“, schildert Heike Egging, die gemeinsam mit ihrem Mann sowie den Söhnen Timo (5) und Dominic (4) auf dem Pferdehof Montferland lebt. Von Elten aus weiter ins Gelände hinein, sei auch der Gasthof „’t Klaphek“ (Stokkum) eine Pause wert. „Die Tasse Kaffee gehört für uns einfach zur Gemütlichkeit dazu“, sagt Heike Egging, die nach dem Ritt auch immer etwas Gutes auf dem heimischen Hof vorbereitet hat. Schließlich ist nicht nur die Region Achterhoek, sondern auch der Pferdehof Montferland bekannt für seine Gastfreundschaft.
Barfuß durch die Natur
Seit dem Jahre 2001 haben die Eggings vom Milchviehbetrieb auf Urlaubsgäste und Pensionspferdehaltung im Montferland umgestellt. Vor sechs Jahren haben sie mit geführten Ausritten für Erwachsene begonnen. Sie lieben die Naturbelassenheit der Gebiete, in denen sie mit den Pferden unterwegs sind. Allein wegen der stets erneuerten Sandwege können ihre Vierbeiner barfuß, also ohne Hufeisen laufen.
Ein leicht hügeliges Gelände, zwar mit wenigen Geradeaus-Strecken, lädt den Freizeitreiter zum Galoppieren durch die Natur ein. Das Montferland beheimatet anspruchsvolle Geländestrecken fürs Pferd – ohne Training geht da nichts. „Unsere Pferde sind erst dann bei einem Ausritt dabei, wenn sie auch wirklich soweit sind: trainiert und zuverlässig, einfach klar im Kopf“, erläutert Hermann Egging. Besucher können natürlich auch mit ihren eigenen Pferden kommen, doch sollten sie die Anforderungen nicht unterschätzen – wer sonst lediglich ab und an auf dem Platz und in der Halle unterwegs ist, macht im Montferland bald schlapp.
Begegnung mit Mountainbikern
Nervenstärke ist darüber hinaus das A und O der tierischen Ausreitpartner. Schließlich trifft man trotz eigener Wege an der einen oder anderen Gabelung dann doch auf den flotten Mountainbiker, vor dem sich das Pferd nicht erschrecken soll. Auch nicht vor den Rangern, die das Gebiet jeden Tag beobachten und schauen, ob alle auf ihren Wegen bleiben. Übrigens: Freundliche Menschen sind im Montferland garantiert. Bleibt nur die Frage, ob sie in niederländischer oder deutscher Sprache das Schwätzchen halten möchten. „Dag!“, verabschiedet sich Hermann Egging von dem pausierenden Radfahrer, rückt seinen Hut zurecht, drückt die Schenkel ans Pferd – und galoppiert über den Hügel „seines“ Montferlandes.
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