Himmelwärts – ein gemeinsames Museumsprojekt

Steyl..  Museen aus Deutschland und den Niederlanden haben sich zum grenzüberschreitenden kulturgeschichtlichen Netzwerk zusammengeschlossen und blicken gemeinsam „himmelwärts“.

Erzkatholisch! Der ganze Niederrhein mit seinen Klöstern und Wallfahrtsorten! Das denkt man – und liegt völlig daneben. Denn die Menschen in der Region zwischen Rhein und Maas kennen schon seit dem 16. Jahrhundert viele Wege zur Seligkeit: Katholiken, Protestanten, freikirchliche Gemeinschaften, jüdische Gemeinden, Muslime haben den Niederrhein multireligiös geprägt.

Von dieser Toleranz und Vielfalt war schon in früheren Zeiten der geschäftliche Erfolg und der wirtschaftliche Aufstieg ganzer Städte abhängig. Die 50 Museen und Kultureinrichtungen, die sich noch ein Jahr lang bis März 2016 an der gemeinsamen Ausstellungsreihe beteiligen, beleuchten dunkle Kapitel wie Hexenverfolgung und Holocaust, erforschen Volksfrömmigkeit, Rituale und Feste und bieten Exkursionen zu wundersamen Herrgottswinkeln an.

Um sich gegenseitig besser kennen zu lernen, treffen sich Vertreter der Museen auch untereinander. Im Klosterdorf Steyl, dem „kleinen Vatikan von Limburg“, wo bis heute mehr als 17.000 Pilger im Jahr empfangen werden, beschäftigt sich eine Projektgruppe ganz intensiv mit der Zukunft.

Wo einst 2000 Missionare lebten, holt man heute die Gemeinde, die Regionalregierung, Denkmalschutzbehörde und EU ins Boot, um als Zentrum für gesellschaftliche Spiritualität und internationaler Treffpunkt zu überleben.