Hilfen für Flüchtlinge

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Weeze..  Die Zahl der Flüchtlinge reißt nicht ab. Wer die Nachrichten im Fernsehen sieht, der kann nur erschüttert sein über das Ausmaß der Verzweiflung, mit der die Menschen aus den Kriegs- und Krisengebieten sich auf den Weg nach Europa machen. Auch im Kreis Kleve kommen immer mehr Flüchtlinge an, denen geholfen werden muss. Nur wie organisiert man dies? Wie bietet man diesen Leid geprüften Menschen etwas mehr Hilfe als nur ein Dach über dem Kopf und anständige Verpflegung?

Menschen in Not

In Weeze macht man sich über diese Fragen intensiv Gedanken. Zurzeit gibt es hier 80 Flüchtlinge, die in Wohnungen in der Gemeinde untergebracht sind. Die Zahl sei seit Karneval stabil geblieben, sagt Bürgermeister Ulrich Francken, da es auf dem Flughafengelände auch noch eine Landeseinrichtung mit 150 Flüchtlingen gibt (siehe Info-Box).

Ein neuer Arbeitskreis soll jetzt die hier gestrandeten Menschen noch stärker in das Gemeindeleben einbinden: „... in Weeze angekommen“ nennt sich der Kreis, der dringend benötigten Hilfen koordinieren sollen. Hauptanlaufstelle ist die Jugendeinrichtung Wellenbrecher am Bahnhof, in der bereits jetzt viele Ehrenamtliche Sprachkurse und unterstütztende Hilfen für den Alltag anbieten.

„In der Gemeinde passiert schon eine ganze Menge“, sagt Bahriye Altun, die Integrationsbeauftragte der Gemeinde. Sie ist die Hauptansprechpartnerin für die Flüchtlingen: Sie stellt den Erstkontakt her, zeigt den Menschen ihre Unterkunft, hilft ihnen bei der Übersetzung von Texten und kann mit ihrer kurdischen und türkischen Sprachkenntnissen wichtige Hilfen vermitteln: „Wir zeigen ihnen, wie man die Kinder im Kindergarten anmeldet, wo sich der nächste Arzt befindet, wie die Gemeinde funktioniert, wie man an ein Sozialticket für den Bus kommt und wir begleiten die Flüchtlinge bei Behördengängen“, schildert Altun.

Zusätzliches Angebot

Besonders wertvoll sei die Arbeit der Ehrenamtlichen. So gebe es bereits einige Engagierte in Weeze, die eine Patenschaft für eine Familie übernommen haben. Auch die Kolpingsfamilie biete Freizeitaktivitäten für Flüchtlinge an: Spielenachmittage oder Ausflüge in Freizeiteinrichtungen. „Die Weezer haben schnell erkannt, dass zu uns Menschen aus dem Irak oder Syrien gekommen sind und sie sind bereit, diesen Menschen zu helfen“, schilder Altun.

Im Rahmen der Schulsozialerarbeit erhalten Flüchtlingskinder Sprachkurse im Kindergarten oder in der Schule. Einige Ehrenamtliche bieten zudem noch Sprachkurse für Erwachsene an. Durch den neuen Arbeitskreis, von der Gemeinde unterstützt, sollen weitere Aktivitäten angeboten und koordiniert werden. „Allen Beteiligten ist es ein großes Anliegen, für diese Menschen in Not in Weeze noch mehr als bisher zu tun und das bereits bestehende Netz zu optimieren“, so Bürgermeister Francken.

Wer helfen möchte, der kann sich im Weezer Wellenbrecher melden. Kontakt: Bahriye Altun, Wellenbrecher, Vittinghoff-Schell-Park 2, in Weeze. Telefon: 02837/7110 oder E-Mail: info@wellenbrecher-weeze.de