Herr Minister, warum ist am Niederrhein so schön?

Sommerreise mit Wirtschaftsminister Garrelt Duin durch das touristische NRW. Besichtigung des Landschaftsparks Nord
Sommerreise mit Wirtschaftsminister Garrelt Duin durch das touristische NRW. Besichtigung des Landschaftsparks Nord
Foto: Ralph Sondermann / VISUM NRZ
Vier Tage lang hat der Wirtschaftsminister touristische Höhepunkte des Landes besucht. Warum es dieses Mal für den Niederrhein nicht gereicht hat und er uns trotzdem mag...

Am Niederrhein..  Der Mann steht dem Miniterium vor, das einen so langen Namen trägt, dass man es lieber abkürzt – und auch dann ist es noch lang: MWEIMH - will heißen: Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk. Garrelt Duin ist Ostfriese, Jurist und seit dem 21. Juni 2012 NRW-Wirtschaftsminister. Wie sich das so eingespielt hat: Kurz vor den eigenen Ferien gehen Spitzenpolitiker gern auf Sommer-Tour. Herr Duin begab sich auf Tourismusreise. Und war in den Regionen Bonn, Bergisches Land, Bergisches Städtedreieck, Düsseldorf und Neanderland, Münster, Ruhrgebiet und Siegerland-Wittgenstein. Den Niederrhein hat er irgendwie nicht geschafft, und doch: Er weiß, dass es uns gibt, ganz sicher...

Tach Herr Minister Duin. Was fällt Ihnen als Erstes ein, wenn Sie Niederrhein hören?

Hanns Dieter Hüsch. Ich durfte einen seiner letzten Auftritte in den 90ern besuchen.

Und als Zweites?

Viel Gegend. Als gebürtiger Ostfriese ist mir das Flachland sehr sympathisch.

Sie waren unlängst auf Sommerreise und haben touristische Ziele in sieben Regionen NRWs besucht. Der Niederrhein war nicht dabei…

Gehört Duisburg nicht mehr dazu? Wir waren im Landschaftspark. Sehr beeindruckend und ganz sicher auch in Zukunft ein Ziel für private Ausflüge. Im vergangenen Jahr haben wir Xanten besucht und sind mit dem NiederrheinRad gefahren. Das Römermuseum und die „Südsee“ gehören zu den Highlights von NRW.

Welche Talente könnten Sie dem Niederrhein denn bescheinigen?

Ich halte Gelassenheit für ein Talent. Gerade in einer hektischen Zeit ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und nicht jede Mode mitzumachen. Gepaart mit Beharrlichkeit, einer guten Portion Humor und gelegentlich auch Selbstironie kommt die Region gut voran.

Der Tourismussektor wird für den Niederrhein immer wichtiger. Sehen Sie die Region gut aufgestellt?

Ja, das zeigen schon allein die Übernachtungszahlen: Rund 20% Zuwachs in 10 Jahren! Luft nach oben gibt es aber gewiss noch bei der Qualität einiger Betriebe und beim gemeinsamen Marketing für die Region wünschte ich mir eine noch größere Beteiligung.

Was bekommt der Niederrhein vom Masterplan Tourismus ab?

Mit dem Masterplan haben wir die Tourismusentwicklung und die touristische Vermarktung des Landes und seiner Regionen völlig neu ausgerichtet. Fünf Rekordjahre in Folge zeigen, dass unsere Maßnahmen, die gemeinsam mit den touristischen Akteuren des Niederrheins entwickelt wurden, wirken. Unser Land wird inzwischen als Urlaubs- und Reiseland viel aufmerksamer wahrgenommen als früher. So hat beispielsweise der „MERIAN“-Verlag erstmals in diesem Jahr ein Magazin über NRW und seine Regionen herausgebracht. Darin spielt auch die Tourismusregion Niederrhein eine wichtige Rolle.

Touristiker hierzulande arbeiten sich seit Jahren am Wir-Gefühl ab. „Wir sind Niederrhein“ ist immer noch im Versuchs-Level. Die Sauerländer tun sich da einfacher mit Ihrer Identität…

Schützenfeste gibt es doch hier auch... Ich bin der Überzeugung, dass die Region gut daran tut, selbstbewusst aufzutreten. Es gibt tolle Unternehmen, gute Fachkräfte, die Nähe zu den Niederländern ist ein Pfund im Europa der Regionen. Niemand hier muss sich verstecken und lamentieren hat die Attraktivität noch nie gesteigert.

Mit welcher Hausaufgabe würden Sie gern die Niederrheiner in die Ferien schicken?

Redet gut und begeistert über Eure Region!

Wenn Ihnen eine gute Fee einen Kurzurlaub schenken würde, am Niederrhein natürlich, was würden Sie tun? Und wo würden Sie es tun?

Natürlich würde ich mit dem Fahrrad fahren. Und alle Ziele ansteuern, die etwas über die spannende Geschichte der Orte verraten.

Kleiner Niederrhein-Test:

a) Was ist ein Plümmo?

Ein Federbett.

b) Nennen Sie drei Dinge, die auf keiner Niederrheinischen Kaffeetafel fehlen dürfen...

Rosinenbrot, Schwarzbrot, Blutwurst. Ich mag es ja sehr, wenn auf das Rosinenbrot noch eine dicke Scheibe Käse kommt.

c) Waren Sie schon einmal mit einer Fits unterwegs?

Ich bin in der Nähe zur holländischen Grenze aufgewachsen. Da ist Radfahren eine Selbstverständlichkeit.

Herzlichen Dank. Man sieht sich?

Da geh ich mal von aus.