Das aktuelle Wetter NRW 20°C
Fachhochschule Rhein...

Helle Köpfe statt dunkler Schächte

02.02.2009 | 18:24 Uhr

NRW-Innovationsminister Andreas Pinkwart stellte gestern im Kreishaus Kleve die designierte Präsidentin Dr. Marie-Louise Klotz und deren Vize Dr. Martin Goch vor.

KLEVE. Fachhochschule Nördlicher Niederrhein. Klingt irgendwie nicht griffig. Befand deren designierte Präsidentin Dr. Marie-Louise Klotz. Und formulierte gestern bei ihrer Vorstellung durch Innovationsminister Andreas Pinkwart im Kreishaus Kleve vor 130 Gästen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft gleich ihren persönlichen Vorschlag: „Hochschule Rhein-Waal”. Das sei im internationalen Sprachgebrauch besser kommunizierbar.

Dr. Martin Goch

Damit punktete die Gründungsbeauftragte zumindest bei den Landräten Ansgar Müller (Wesel) und Wolfgang Spreen (Kleve): „Ein Supervorschlag”. Einer, der sich auf den Namen beschränkt. Denn bei der Standortfrage kämpfen die Landräte weiter verbal um den Hauptsitz. Die neue Fachhochschule könnte in Kamp-Lintfort zum Wintersemester starten: „Yes we can” – warb Ansgar Müller dafür Obama-like.

Amtskollege Wolfgang Spreen erinnerte daran, dass Klever Betriebe bereits 170 zusätzliche Ausbildungsplätze zugesagt haben: „Tendenz steigend”. Außerdem bestehe seitens der Wirtschaft die Bereitschaft, Kosten für Stiftungsprofessuren und mehr als 30 Stipendien für Studierende zu übernehmen. Zumindest für die Jury, die die Bewerbungen des Kreises Kleve und der „Wir4”-Städte Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn, Moers und Rheinberg gesichtet hatte, ein entscheidendes Kriterium. Vor allem mit Blick darauf, dass der anvisierte Anteil der dualen Studienplätze bei 60 Prozent liegen soll.

Minister Pinkwart erinnerte gestern daran, dass die Jury Kleve als Haupt- und Kamp-Lintfort als Nebenstandort präferiert hatte. Er appellierte an die Verantwortlichen der Region, die Realisierung der Hochschule konstruktiv und engagiert zu begleiten: „Unter Einbeziehung der vorliegenden Angebote aus der Wirtschaft.” Und zwar über lokale Interessen hinaus, mit dem Ziel „die wichtige Fachhochschule zu einem Erfolg für die gesamte Region und NRW zu machen”.

Die Linie der Landesregierung sei klar definiert: „Wir investieren nicht länger in dunkle Schächte, sondern in helle Köpfe”. Aufgabe der Gründungsbeauftragten sei es jetzt, die Angebote aus der Wirtschaft aufzugreifen und entsprechende Studiengänge vorzuschlagen. Auf eine Standortfrage festlegen lassen wollte sich Marie-Louise Klotz ebenfalls nicht: „Es ist nicht die Zeit dazu.” Wichtiger sei die Ausarbeitung des akademischen Profils. Wo immer ihr (Schreibtisch-) Stuhl stehen werde. Die Fachhochschule müsse zusammenwachsen und sich gemeinsam präsentieren: „Mit dem Slogan Stärken stärken” – womit sie den Titel des Kreis Klever Konzeptes „Stärken der Region stärken” zitierte.

Die Verwaltung müsse jetzt die Infrastruktur und die notwendigen Voraussetzungen zur Realisierung der Hochschule schaffen: „Das wird meine Aufgabe sein”, erklärte Dr. Martin Goch, designierter Vizepräsident für den Bereich Wirtschafts- und Personalverwaltung. Eingebunden in die „Drohung”: „Ich werde bei vielen von Ihnen mit Wünschen auf der Matte stehen”.

Gaby BOCH/ Tom WITTENSCHLÄGER

Facebook
 
Kommentare
03.02.2009
10:15
Helle Köpfe statt dunkler Schächte
von marsh | #1

Bei allem Respekt, aber der Namensvorschlag Rhein-Waal ist eine Katastrophe. Einerseits ist es eine Anmaßung, einen rein niederländischen Fluss an eine Hochschule zu binden, die keinerlei Bezug (außer der Nähe) zu den Niederlanden hat.
Des Weiteren sollte man sich einmal vor Augen führen, welche Städte die Euregio Rhein-Waal enthält: Unter anderem sind dies Arnheim und Nimwegen, Städte mit international renommiertem Hochschhulbetrieb.
Offenbar will man sich mit dem internationalen Namen einen ebensolchen Anstrich geben und hofft auf Niederländische Studenten - nur diese werden ausbleiben, wie man an allen grenznahen existierenden FH-Standorten leicht beobachten kann.
Ich prophezeie, dass das Projekt zumindest für den Standort Kleve ganz ganz mau laufen wird, man wird jahrelang mit minimalen Studentenzahlen arbeiten müssen. Die Hoffnung auf einen sich später möglicherweise ergebenden Standort in Wesel ist, angesichts der mangelhaften Auslastung an den anderen Standorten, m.E. vollkommen aussichtslos.

Die Region bedankt sich bei Herrn Rüttgers für dieses sinnfreie Wahlkampfgeschenk. Ja, die Region braucht Bildung und Hochschulen, aber was da passiert, ist dilettantisch.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/722860/create

Aktuelle Fotos und Videos
Musik und Sonne pur
Bildgalerie
Moers Festival
Sommer, Sonne ...
Bildgalerie
Hitze
Heftige Unwetter in NRW
Bildgalerie
Unwetter
Unwetter am Niederrhein
Bildgalerie
Wetter
Aus dem Ressort
Mann beim Grillen vom Balkon geschleudert
Grillparty
Eine schwere Verpuffung hat am Pfingstwochenende ein junger Mann in Rees ausgelöst. Bei einer Grillparty kippte er Spiritus in die Glut. Durch die Druckwelle wurde ein 33-Jähriger vom Balkon geschleudert. Er wurde schwer verletzt.
200 Liter pro Abend
Pfinsten daheim! (V)
Vom gelben Engel bis zum Bademeister. Das lange Pfingstwochenende am Niederrhein aus fünf verschiedenen Blickwinkeln. Mit Dragan Simic, Kellner im Duisburger Biergarten „Lindenwirtin“