Flugsteuer reißt ins Minus bei Passagieren
08.01.2012 | 15:39 Uhr 2012-01-08T15:39:00+0100Weeze. Die Luftverkehrsabgabe machte dem drittgrößten Verkehrsflughafens in NRW einen Strich durch die gute Entwicklungsrechnung der Vorjahre. 2011 flogen fast 500 000 Passagiere weniger ab Weeze.
Das Jahr hat gerade erst begonnen und vom Airport Weeze gibt’s nichts Gutes zu berichten. Nachdem bekannt wurde, dass der Airport die für das vergangene Jahr angefallenen Zinsen nicht an den Kreis Kleve zurück zahlen kann (NRZ berichtete), gab’s am Wochenende die nächste schlechte Nachricht. Die Luftverkehrsabgabe machte dem drittgrößten Verkehrsflughafens in NRW einen Strich durch die gute Entwicklungsrechnung der Vorjahre.
Der Höhenflug beim Passagieraufkommen ist gestoppt. Fast 500 000 Fluggäste weniger als noch 2010, das ist die negative Bilanz. Der Airport weist mit einem Minus von 16,4 Prozent und 2 421 720 Fluggäste erstmals seit 2006 einen Verkehrsrückgang aus, so Sprecher Holger Terhorst.
Zum einen belaste die Luftverkehrsabgabe die günstigen Flugtickets am Airport Weeze überproportional. Die Fluggesellschaften hätten nach Ankündigung der Einführung der neuen Steuer sofort reagiert und ihr Angebot deutlich reduziert.
Zum anderen macht das rückläufige Geschäft mit den Niederländern dem Flughafen zu schaffen. Denn die bisher zahlreichen Passagiere aus dem Nachbarland starteten nun wieder vielfach von den Airports im eigenen Land. Im Herbst 2011 ergab eine Befragung, dass der Anteil der niederländischen Fluggäste von 52 auf 40 Prozent zurückgegangen ist.
Den massiven Passagierverlust durch die Luftverkehrsabgabe habe man bereits früh vorhergesagt, so Flughafenchef Ludger van Bebber: „Die wettbewerbsverzerrende Steuer hat uns und unseren Partnern einen schweren wirtschaftlichen Schaden zugefügt. Solange diese Steuer weiter besteht, die allein unsere Passagiere und Airlines 2011 mit über 9 Millionen Euro belastet hat, wird auch die weitere Entwicklung für unseren Flughafen sehr schwierig.“ Derzeit geht der Airport-Geschäftsführer nicht davon aus, dass man für das Jahr 2012 auf Wachstumskurs zurückkehre.
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