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Floriade erfüllt die Erwartungen

08.10.2012 | 11:34 Uhr
Floriade erfüllt die Erwartungen
Mit einer Tanzperformance endete die AbschlussfeierFoto: Floriade

Venlo. Mit einer spektakulären Show endete Sonntag Abend die bedeutendste Garten-Expo der Welt, die Floriade 2012. Insgesamt kamen 2 046 684 Besucher nach Venlo, um die Blumenschau zu erleben. Damit wurde das vorher angepeilte Ergebnis von zwei Millionen Besuchern knapp übertroffen. „Wir sind glücklich darüber. Es ist aber noch zu früh, um eine Bilanz zu ziehen. Die endgültige wirtschaftliche Berechnung ist noch nicht abgeschlossen. Ich bleibe zuversichtlich, dass wir ein gutes Ergebnis erzielen können,“ betonte Paul Beck, Geschäftsführer der Floriade, in seiner Rede auf der Abschlussveranstaltung.

Auch die überdurchschnittlich guten Besucherbewertungen stimmten Beck positiv. Auf einer Skala von 1 bis 10 habe der Park mit einer 8,5 eine herausragende Bewertung erreicht. Die Mitarbeiter könnten sich mit einer 9,2 nahezu über eine Bestnote freuen. Sehr zufrieden waren die Veranstalter auch mit dem Zuspruch der deutschen Gartenfreunde. 36 Prozent der Besucher kamen aus Deutschland, die meisten vom Niederrhein oder aus dem Ruhrgebiet. 49 Prozent der Besucher stammten aus den Niederlanden, meist aus den angrenzenden Provinzen Limburg, Noord-Brabant und Gelderland.

Während der Abschlussfeier ist der Beitrag des niederländischen Obst- und Gemüsebüros, das Geschmackshaus, als bester Beitrag der Floriade ausgezeichnet worden. Als bester internationaler Pavillon wurde die türkische „Villa am Bosporus“ ausgewählt, Sonderpreise erhielten der chinesische, indonesische und japanische Beitrag sowie der Stand Nordrhein-Westfalens. Besonders der Tourismus profitierte von der Welt-Garten-Expo. Hotels in der Region haben dank der Floriade im Durchschnitt 30% mehr Übernachtungen registriert als im Vorjahr.

Die Arbeit kann beginnen

Neben dem Eingangsgebäude „Innovaturm“ und der klimaneutralen „Villa Flora“ bleibt Venlo übrigens auch der chinesische Pavillon, der den Gärten von Suzhou nachempfunden ist, erhalten. China schenkte den Ausrichtern den Pavillon mit dem Teich in der Mitte. Auch das bunte spanische Holzhaus wird erhalten bleiben. Alle anderen Gebäude und Gärten werden demontiert. Keine weite Reise muss der israelische Beitrag, ein biblischer Steingarten, zurücklegen: Er soll im Nimwegener Museum Orientalis wieder errichtet werden. Die Pflanzen aus dem tropischen Gewächshaus werden in die CenterParcs zieren und die Gondelbahn, die quer über das Gelände führte, findet im österreichischen Skigebiet Montafon ihre endgültige Bestimmung. Der Beitrag der niederländischen Gartenbauvereinigung, „The Dome“, soll Bestandteil eines Blumenparks in Aalsmeer werden.

Das Gelände selbst soll zu einem grünen Gewerbegebiet ausgebaut werden. Der Startschuss wurde gestern abgefeuert: „Die Floriade ist vorbei, die Arbeit kann beginnen“, betonte Venlos Bürgermeister Wim Dijkstra auf der Abschlussfeier.

 

 

Kommentar: Chance genutzt

Markus Peters

Das war eine Punktlandung: Knapp mehr als die im Vorfeld erwarteten zwei Millionen Besucher kamen in vergangenen 186 Tagen zur Floriade bei Venlo. Das ist ein gutes, aber kein überragendes Ergebnis. Mehr als ein Drittel der Gäste kamen aus Deutschland. Damit ging das Kalkül der Organisatoren, auch im Nachbarland ein Publikum für die Weltgartenexpo zu suchen, auf. Wie nachhaltig das funktioniert, wird sich erst in zehn Jahren zeigen, wenn die siebte Floriade auf dem künstlich geschaffenen Polder in Almere öffnet.

Dennoch war es kluger Schachzug, mit der Blumenschau erstmals die Randstad, das Dreieck zwischen Amsterdam, Rotterdam und Utrecht, zu verlassen. Schließlich ist der Landstrich an Niederrhein und Maas eine bedeutende europäische Gartenbauregion.

Was wirklich von der Floriade übrig bleibt, wird sich erst in den kommenden Monatenherausstellen: Wenn alle Bilanzen gezogen, die Büros im Innovaturm und der klimaneutralen Villa Flora vermietet und alle Gewerbeflächen des geplanten „Green Parks“ vermarktet sind. Fürs Erste allerdings hat die Region rund um Venlo ihre Chance genutzt und eine tolle Blumenschau auf die Beine gestellt.

 

Markus Peters



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