Fast alles im grünen Bereich
26.08.2008 | 18:57 Uhr 2008-08-26T18:57:39+0200WASSERQUALITÄT. Die Niers ist deutlich sauberer geworden, und trotzdem lassen sich nicht alle Rückstände entfernen.
MÖNCHENGLADBACH. Die kleine Niers hat sich gut gemacht. Wilfried Manheller, Abteilungsleiter des Labors des Niersverbandes, ist mit den Ergebnissen der vergangenen zehn Jahre sehr zufrieden. Obwohl die Niers so etwas wie der Abwasserkanal des linken Niederrheins ist, hat sich die Gewässerqualität in den vergangenen Jahren dank aufwändiger Klärtechniken erheblich verbessert. Es gibt mehr Sauerstoff im Wasser, mehr Fische leben in der Niers und wichtige Schadstoffe wie Ammonium-Stickstoff und Diuvon wurden erfolgreich bekämpft.
Die Niers muss eine ganze Menge aushalten: Entlang des Flüsschens leben viele Menschen, die viele Abwässer produzieren. Bei Oedt stammt das Nierswasser zur Hälfte aus der Kläranlage, und bei Goch ist noch ein Drittel des Nierswassers gereinigtes Abwasser. Um so wichtiger ist die Arbeit von Wilfried Manheller im Klärwerk Mönchengladbach.
Bei der Vorstellung des Gewässergüteberichts für die Jahre 2005 bis 2007 erklärte Manheller, dass der Sauerstoffgehalt in der Niers an fast allen Messstellen den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Auch bei den Nitraten und dem Phosphatgehalt habe man große Fortschritte gemacht. Die Niers war noch nie so sauber wie heute. Allerdings können aus technischen Gründen nicht alle Rückstände im Wasser herausgefiltert werden. Giftige Rückstände von Medikamenten, Kosmetika oder etwa PFT könnten nur durch sehr teure Filtersysteme entfernt werden. "Dann würden aber die Kläranlagen vier Mal teurer als heute", sagte Verbandsvorstand Professor Armin Melsa.
Eine rote Karte gibt es für die Niers immer noch in Sachen Gewässerstruktur. Der Fluss sei immer noch stark begradigt, was wiederum die Vegetation von Pflanzen und die Tiere einschränkt. Der Niersverband führt aktuell zehn Renaturierungsprogramme durch. (AG)
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