Einsatz in Rumshausen
09.10.2009 | 22:27 Uhr 2009-10-09T22:27:00+0200
Wesel ist drei Tage lang das Epizentrum einer EU-Erdbeben-Übung von vier internationalen Rettungsteams.
Wesel. Rumshausen, Landkreis Nimmersatt in der Republik Euforia, liegt in Trümmern. Nach einem Erdbeben der Stärke 6,9 rechnen die Einsatzkräfte mit tausenden Toten und Obdachlosen. Zum Glück nur ein fiktives Katastrophen-Szenario für die Schnelle-Einsatz-Einheit Bergung Ausland (SEEBA) des Technischen Hilfswerks (THW). Zusammen mit Rettungsteams aus den Niederlanden, Malta und Großbritannien trainiert das THW im Waldgebiet Kanonenberge bei Wesel den multinationalen Einsatz nach einem Erdbeben - drei Tage lang, von der Ankunft am Flughafen bis zur Bergung der Verschütteten.
Grimmige Kontrolle am Flughafen
Die ersten Eindrücke ihres Auslandseinsatzes in Euforia sammeln die Helfer gleich am Flughafen Weeze. Die euforianischen Einreisekontrollen sind streng. Grimmige Militärs beanstanden abgenutzte Pässe, konfiszieren Zigaretten und auch mal eine Taschenlampen.
Schauspieler von der THW-Katastrophenschutzschule lassen die Großübung von Beginn möglichst realistisch werden. Ob als Flughafen-Security, nervige BBC-Reporter oder verzweifelte Einheimische am Einsatzort. „Die spielen das mit vollem Ernst”, sagt Bernd Schlegel, Öffentlichkeitsarbeiter beim THW.
Am Einsatzort in Rumshausen bietet sich den rund 100 internationalen Rettern ein Bild der Verwüstung. Die Stadt die auf einem Schulungsgelände bei der THW-Geschäftsstelle in Wesel aufgebaut wurde, ist ein einziger Schutthaufen. Bäume sind auf Autos gestürzt, Gebäude zusammengebrochen. 24 Stunden lang werden die Helfer hier in Schichten Verschüttete suchen, bergen, versorgen.
Schaufel um Schaufel gräbt sich ein THW-Team einen Gang durch Erde und Betonstücke. „Diese Eile legt man nur vor, wenn lebende Personen vermutet werden”, erklärt Anja Baier, Öffentlichkeitsarbeiterin beim THW. Die lebende Person heißt Barbara Stähly, liegt seit einer Stunde in einer engen Röhre und wartet auf Rettung. Noch sechs bis acht Stunden wird sie ausharren, bis sich das THW-Team zu ihr durchgearbeitet hat. Was die Helfer noch nicht wissen, bevor sie die „Verschüttete” erreichen, steht ihnen auch noch eine sechs Zentimeter dicke Stahlbetonplatte im Weg. „So was kann alles passieren im Einsatz”, sagt Anja Baier.
Sinn der Katastrophen-Übung ist der Aufbau einer EU-Einsatzgruppe nach Erdbeben. Seit 2007 und bis 2010 läuft das EU-Projekt, Wesel ist nur eine Gelegenheit, Wissen auszutauschen, Strukturen auf- und Sprachbarrieren abzubauen.
Spürnasen schlagen an
Die Organisation die nötig ist, wenn vier multinationale Rettungsteams unter einer Führung zusammenarbeiten sollen, lässt sich im Basiscamp Bergerfurth erahnen. Hier ruhen sich die Helfer aus – begleitet vom ständigen Knattern der Stromgeneratoren. Große Zelte beherbergen Einsatzleitung, medizinische Versorgung, Duschen und Toiletten.
Beim Epizentrum des Bebens zeugt derweil eine ballonartige Lampe davon, dass das holländische Team bereits seit der Nacht in einem eingestürzten Tunnel nach Vermissten sucht. Die Bergungsliege steht bereit, ebenso ein Observer. „Diese Beobachter haben Schiedsrichterfunktion”, erklärt Anja Baier, sie bewerten den Einsatz nach technischen und zwischenmenschlichen Kriterien.
Ein Einsatzort weiter schlägt ein Suchhund an. „Kein Sichtkontakt” ruft ein Retter. Haben die Hochleistungsspürnasen einen Verschütteten gewittert, übernehmen die Menschen mit Kameras oder hochempfindlichen Mikrofonen die weitere Suche. „Die Zeit, die man sich vorher nicht nimmt, die Lage zu beurteilen, muss man hinterher wieder draufpacken, weil vielleicht ein falsches Gerät mitgenommen wurde”, erklärt Anja Baier.
Bis die Lage geklärt ist, können Teile des Teams nur warten. „Auf Beobachter wirkt das manchmal, als wäre denen das egal”, sagt Anja Baier. „Aber es ist wichtig, bevor die was Falsches tun oder sich selbst in Gefahr bringen.” Schließlich wollen die Helfer Leben retten, erst in Euforia, dann in der realen Welt.
12:09
Also, der Öffentlichkeitsbeauftragte des OV Moers (Ortsverband Moers) gibt sich sehr viel Mühe.
Aber was Autoren nachher in ihre Artikel reinschreiben, liegt nur zum Teil in der Hand des Öffentlichkeitsbeauftragten.
So oder so, wurde es ja nun erwähnt.
Bleibt vielleicht noch der Hinweis, das das THW immer wieder neue Helfer sucht. Helfer aus dem Kreis Moers können sich auf der Webseite des OV Moers http://www.ov-moers.thw.de unter Mitmachen informieren.
11:36
# 1 und #2
Liegt das vielleicht auch an der Öffentlichkeits- bzw. Pressearbeit? Wird da genug getan?
Richtig ist auf jeden Fall, dass es ehrenamtliche Helfer oder Zivildienstleistende sind die hier helfen und das ist einer Würdigung wert.
14:17
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14:01
Irgendwie vermisse ich den Hinweis, das die Helfer (ganz sicher weiß ich es vom THW) ehrenamtlich diese Aufgaben ausführen.
Sie inverstieren viel Freizeit und Herzblut dafür.
Und ohne die Unterstützung der Familien und der Arbeitgeber, wäre dies schon mal gar nicht möglich.
Daher möchte ich allen Helfern ein ganz dickes Lob aussprechen.
Für alle die gern mehr z.B. über das THW wissen möchten: http://www.thw.de