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Ein Hafen für den Niederrhein

14.04.2010 | 20:01 Uhr
Ein Hafen für den Niederrhein

Am Niederrhein.Eine Kooperation aller niederrheinischen Häfen von Duisburg bis Emmerich fordert die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer. „Das ist unverzichtbar und muss konsequent umgesetzt werden“, erklärte Kammer-Präsident Burkhard Landers.

„Die Konkurrenz schläft nicht, wir dürfen keine Chance auslassen, unsere Standortqualitäten zu verbessern“, so der Weseler Unternehmer.

Dabei lässt sich Landers nicht vom Duisburger Hafenchef Erich Staake irritieren, der jüngst noch öffentlich erklärt hatte, dass der Duisburger Hafen den Niederrhein nicht brauche. „Da hat er sich geschickt positioniert“, schmunzelt der Kammerpräsident und unterstellt dem Vorstandsvorsitzenden von „duisport“, sich damit schon vor der Vorstellung des Masterplans zur Häfen-Kooperation zu positionieren. Der Plan soll im Juni vom Fraunhofer-Institut vorgestellt werden. Starke will sich offenbar vor allzu großen Begehrlichkeiten aus dem Kreis Wesel wappnen. „Zur Kooperation der Häfen gibt es keine Alternative“, so Landers. „Ob eine gemeinsame Gesellschaft sinnvoll ist, müssen die Ergebnisse des Masterplans zeigen.“ Der Schienen-Shuttle, den der Duisburger Hafen mit Emmerich aufbauen wolle, weise in die richtige Richtung.

„Eiserner Rhein“ soll
privat finanziert werden

Außerdem macht sich die Industrie- und Handelskammer für eine Reaktivierung des Eisernen Rheins, der Schienenverbindung zwischen Duisburg und dem Antwerpener Hafen stark. Möglicherweise könnte die Trasse auch privat vorfinanziert werden. „Doch zunächst müssen sich die Länder Deutschland, Niederlande und Belgien über den genauen Trassenverlauf einigen“, erklärt Hauptgeschäftsführer Stefan Dietzfelbinger. Und sein Verkehrsexperte Werner Kühlkamp fügt hinzu: „Damit ist vor den niederländischen Wahlen im Juni kaum zu rechnen.“

Geeinigt haben sich dagenen Land, Bund und Deutsche Bahn über die Finanzierung der Betuwe-Linie zwischen Oberhausen und Emmerich: Burkhard Landers ist überzeugt, dass die Vereinbarung - „bisher handelt es sich ja nur um eine Absichtserklärung“ - über den Termin der Kommunalwahlen in NRW hinaus reicht. Auch die Finanzierung der Bahnübergänge, die nur bei einem Konsens vom Land getragen werde, bremse den Bau des dritten Gleises nicht mehr aus. „Für die meisten Bahnübergänge gibt es diesen Konsens schon“, merkt Dietzfelbinger an.

Sorgen bereitet der Kammer die sinkende Akzeptanz für industrielle Vorhaben in der Region. Ob Kraftwerk, CO-Pipeline oder auch der Abbau von Kies- und Sand am Niederrhein. „Diese notwendige Rohstoffgewinnung kommt ohne Subventionen aus. Aber wir können nicht ohne diese Rohstoffe auskommen“, betont Landers.

Ohne Umweltzone dagegen könnte die Kammer leicht auskommen. Industrie und Handel sind weiter der Auffassung, dass Fahrverbote kaum zur Reduzierung der Feinstaubwerte beitragen. „Das liegt im Bereich der Mess-Ungenauigkeit“, betont Verkehrsexperte Werner Kühlkamp. Unbestritten bleibt allerdings, dass die Feinstaubwerte in Duisburg im vergangenen Jahr nicht überschritten wurden. Das habe aber nichts mit der im Oktober 2008 eingeführten Umweltzone, sondern mit der Rezession zu tun. Werner Kühlkamp: „Wenn der Hochofen monatelang still steht, dann fällt natürlich auch eine Menge Feinstaub weg. Dann werden selbst in Duisburg-Bruckhausen die Feinstaubwerte nicht mehr überschritten.“

Markus Peters

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