Ein Bikepark für Bocholt

Bocholt..  Um das große Bocholter Kulturporjekt Kubaai umzusetzen, müssen riesige Mengen Erde bewegt werden. Da die Böden teilweise verseucht sind, muss die Stadt sie aufwendig und vor allem teuer entsorgen. Doch jetzt scheint die Verwaltung eine Lösung gefunden zu haben, wie sie hier Kosten sparen und sogar einen Mehrwert schaffen kann: Mit einem Teil der Altlasten soll die alte Radrennbahn am Hünting gefüllt werden, um anschließend auf dem Gelände einen Park für Mountainbikefahrer zu bauen.

Treffen der Experten

Die Stadt habe sowohl Gespräche mit Bodenexperten als auch mit den betroffenen Vereinen, RC 77 und 1. FC, geführt, sagte Stadtpressesprecher Karsten Tersteegen auf BBV-Anfrage. Der 1. FC nutzt den Rasenplatz in der benachbarten Radrennbahn seit Jahren als Trainingsgelände.

An der Expertenrunde hätten das Tiefbauamt der Stadt, der Kreis Borken als untere Bodenschutzbehörde und Mitarbeiter eines Fachingenieurbüros teilgenommen. „Die ersten Einschätzungen fallen positiv aus. Der schwach belastete Boden aus dem Kubaai-Gelände ist für so einen Park wohl nutzbar“, sagte Tersteegen. Um die Radrennbahn aufzufüllen, bräuchte man 30000 bis 35000 Kubikmeter Erde. Da es sich um belastete Böden handele, müssten diese „gesichert“ werden. Das geschehe durch sogenannte Betonitmatten, die verhindern, dass Regenwasser in das aufgefüllte Material gelangen kann. Tersteegen: „Die werden quasi wie ein Dach über den Boden gelegt.“

Darauf wiederum käme eine Sandschicht und erst dann würde mit weiterer Erde die Landschaft des Bikeparks modelliert. „Die Sportler kämen also mit dem belasteten Boden gar nicht in Berührung“, sagte Tersteegen.

Kosten noch unklar

Wie viel Geld die Stadt durch diese Art der Altlastenbeseitigung sparen kann, konnte Tersteegen nicht sagen. Auch die Kosten für den Bau des Bikeparks sind offen. „Wir stehen hier noch ganz am Anfang“, sagt der Stadtpressesprecher.

Der RC 77 Bocholt findet die Pläne der Stadt gut, wie Werner Tielkes auf Nachfrage sagte. Der Vorsitzende kann sich vorstellen, dass der Verein mit seinen Mitgliedern den Park betreibt, denn eine Aufsichtspflicht müsse es geben. „So ein Park würde unser Sportangebot ungemein bereichern“, sagte Tielkes. Außerdem hätte man so endlich eine Lösung für die alte Radrennbahn gefunden, die schon seit Jahren nicht mehr genutzt werde. „Der Abriss wäre teuer geworden, da die Bahn aus Kriegsschutt gebaut wurde“, sagt Tielkes.

Schon früher Gespräche

Thorsten Heckrath-Rose, Geschäftsführer von Rose Bikes, hatte nach eigenen Angaben schon vor Jahren der Stadt vorgeschlagen, in Bocholt einen Bikepark zu errichten. Es habe auch Gespräche gegeben, doch dabei sei es geblieben. „Wir würden so einen Park mit dem Know-how unserer Mitarbeiter unterstützen und eine Art Sponsoring übernehmen.“ Er könne sich durchaus auch vorstellen, verschiedene Fahrradmodelle seiner Firma im Park zu testen. Heckrath-Rose: „Aber so eine Teststrecke vor der Haustür wäre nur ein schöner Nebeneffekt.“