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Echter und falscher Fünfziger kaum zu unterscheiden

16.02.2010 | 19:16 Uhr
Echter und falscher Fünfziger kaum zu unterscheiden

Kreis Wesel. Falsche Euros finden häufiger als gedacht den Weg in das eigene Portmonee. Die Experten der Kreispolizeibehörde Wesel gehen davon aus, dass jeder Bürger schon einmal Falschgeld in seinen Händen hielt, ohne es zu wissen. Insbesondere die Fünfzig-Euro-Scheine werden gerne gefälscht.

Experten der Kreispolizeibehörde Wesel schätzen, dass wohl jeder Mensch schon einmal Falschgeld in der Geldbörse hatte, ohne es zu ahnen. Polizeioberkommissarin Sabine Vetter erklärt, dass dies zum einen damit zusammenhänge, dass die Fälschungen recht gut seien, und zum anderen damit, dass Kunden beim Einkauf eher auf die Qualität der Ware oder das Haltbarkeitsdatum der Milch achteten als auf die Echtheit von Scheinen und Münzen. Menschlich sei das, meint die Polizeioberkommissarin. Niemand rechne damit und achte deshalb nicht so auf die Scheine, die er als Rückgeld erhält.

Geldfälscher haben einen Lieblingsschein: Weil der 50er das gängigste Zahlungsmittel ist, wird er hauptsächlich gefälscht. „Die Qualität ist unglaublich gut”, hat Vetter feststellen müssen. Auf den ersten Blick sind die falschen von den echten Scheinen nicht zu unterscheiden. Es komme fast nicht vor, dass 10er und 20er Scheine gefälscht werden. Wenn, dann als dilettantische Farbkopien, so die Erfahrung der hiesigen Polizei.

Banken prüfen eingezahlte Scheine

Die meisten falschen Fünfziger ziehen die Banken aus dem Verkehr. Dort werden alle eingezahlten Scheine maschinell geprüft. Auch Einzelhändler setzen auf die Hilfe von Geräten. Denn mit bloßem Auge sind die Fälschungen nicht auszumachen. Sie haben das Wasserzeichen, das Hologramm und den Sicherheitsfaden. Häufig ist es so, dass Leute, die bewusst mit Falschgeld bezahlen, stets dem Kassierer die Vorderseite zeigen. Am schnellsten, so Sabine Vetter, lässt sich eine Fälschung so entlarven: Auf der Rückseite gibt es unten rechts eine 50, bewegt man den Schein, wechseln die Ziffern bei einem echten Schein deutlich die Farbe, von Purpurrot um Olivgrün oder Braun.

Von August 2009 bis Januar sind bei der Polizei 170 Fälle von Falschgeld gemeldet worden. In der Regel gibt es in der Vorweihnachtszeit einen Anstieg, berichtet Vetter. Die Gauner nutzen die Hektik, den Andrang in den Geschäften und die Weihnachtsmärkte, um das Falschgeld unter das Volk zu bringen. Monatlich sind es rund 20 Fälle, vor Weihnachten gut das Doppelte, umschreibt sie das Ausmaß. Im November waren es 31, im Dezember 55 Fälle. Größere Mengen Falschgeld sind bisher im Kreis Wesel nicht sichergestellt worden.

Recht sicher können Kunden sein, die Geld aus dem Bankautomaten holen. Die Banken haben sich verpflichtet, nur Scheine zu verwenden, die direkt von der Landeszentralbank kommen.

Kein Anspruch auf Erstattung

Wird bei der Prüfung an einer Kasse vermutet, dass ein Schein eine Fälschung sei, sollte darauf bestanden werden, dass die Polizei gerufen wird. Dabei, so Polizeioberkommissarin Sabine Vetter, wird der betroffene Kunde nicht sofort als Beschuldigter angesehen. Wichtig sei es, von ihm zu erfahren, wo er den Schein her hat. So könne man dessen Weg nachvollziehen, vielleicht ermitteln, wer die falsche Banknote hergestellt hat.

Allerdings hat der Kunde Pech: Das Geld ist futsch. Sollte der Schein wirklich falsch sein, hat er keinen Anspruch auf Erstattung.

Michael Turek

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