Dieter Steffen ist ein Verteidiger mit Visionen
17.12.2010 | 20:21 Uhr 2010-12-17T20:21:00+0100
Duisburg.Der Patriarch ist weg, es lebe das Triumvirat: Auf der Weihnachtsfeier nach dem Spiel gegen den VfL Bochum Freitagabend sollte der langjährige MSV-Boss Walter Hellmich den Staffelstab an seinen Nachfolger Dieter Steffen übergeben.
Formell ist der 63-jährige Dieter Steffen aus Neukirchen-Vluyn aber erst mit dem Knallen der Champagnerkorken und Kracher am 1. Januar 2011 im Amt. Wer allerdings neben Steffen und David Karparthy, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der MSV Duisburg Kommanditgesellschaft, Dritter im Bunde und neuer Aufsichtsratsvorsitzender des MSV Duisburg Fußball e.V. wird, steht noch nicht fest. Ausgeguckt ist der Voerder Hans-Werner Tomalak, Chef der Duisburger Sparkasse.
„Als mir das Amt angetragen wurde, musste ich erstmal auf Ihrer Grafik nachgucken, für welche Bereiche ich überhaupt zuständig bin“, schmunzelt Steffen und spielt auf eine Illustration an, die vor Beginn der Saison in einem Beitrag über die verschachtelte Struktur des Vereins auf dieser Seite zu sehen war. „Fest steht, dass alle drei Personen in Zukunft eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten müssen“, sagt Teamspieler Steffen.
Unter seinem Vorgänger Walter Hellmich war das anders. Da galt nur das Wort des großen Vorstandsvorsitzenden, dann lange nichts: Erst in den vergangenen Jahrten hatte Hellmich mit dem Sportlichen Leiter Bruno Hübner, Geschäftsführer Rioland Kentsch und Pressesprecher Martin Haltermann erfahrenes und eigenverantwortlich handelndes Personal an seine Seite geholt.
Erfahren ist auch Dieter Steffen: Als Leiter der Duisburger Innenhafen-Entwicklungsgesellschaft hat er das Viertel zu einem gefragten Bürostandort und modernem Wohn-Quartier mit attraktiver Ausgehmeile entwickelt. Als sich der Vluyner 2007 in Pension verabschiedete, wollte er eigentlich kürzer treten und sich nur noch um seine Ehrenämter kümmern: Im Rotary-Club Duisburg oder bei der Kindernothilfe. Doch dann ereilte ihn der Ruf des MSV Duisburg. Dem konnte sich Steffen nicht entziehen: „Als auch noch meine Frau Monika zugestimmt hatte, war alles klar.“ Wie sollte sie auch ablehnen: Schließlich begleitet die MSV-Anhängerin ihren Mann häufig ins Stadion.
An seinen ersten Besuch im Wedaustadion kann sich Dieter Steffen noch sehr gut erinnern. Das war am 9. November 1963. „Damals kam mein Cousin aus Hamburg extra für das Spiel zu Besuch“, erinnert sich Steffen. „Wo liegt eigentlich Meiderich“, hatte Uwe Seeler vor dieser Partie gefragt. Am Nachmittag wusste es „Uns Uwe“ dann. Die Spieler aus dem Duisburger Stadtteil hatten den hochfavorisierten Hamburger SV mit Uwe Seeler und Charly Dörfel in den Reihen mit 4:0 abgefertigt. Die Tore schossen damals Gustav Walenciak (2), Lulu Nolden und Johann Sabath. Und Steffens Cousin reiste ziemlich bedröppelt wieder gen Norden.
Dort wurde Dieter Steffen geboren: In Glückstadt an der Elbe. Bereits im Alter von sechs Jahren kam er nach Duisburg. „Weil mein Vater sich beruflich verändert hatte.“ Aufgewachsen ist der 1,92 Meter große Diplom-Verwaltungswirt in Hochfeld auf der Wanheimer Straße. In seiner Jugend spielte er als Verteidiger bei Duisburg 08. Nach der Schule ging er zur Stadt Duisburg, schlug eine Verwaltungslaufbahn ein, studierte Betriebswirtschaft und arbeitete in verschiedenen Ämtern in der Stadtverwaltung.
Aus 50 Millionen
500 Millionen gemacht
Von 1989 bis 1992 war Dieter Steffen Bezirksamtsleiter in Rheinhausen, bis er die sichere Beamtenlaufbahn gegen den Job als Geschäftsführer der Innenhafen-Entwicklungsgesellschaft tauschte. Basierend auf dem Masterplan des britischen Stararchitekten Norman Foster und mit Geldern der Internationalen Bau-Ausstellung Emscherpark wurde die heruntergekommene Speicher zu einem modernen Wohnquartier und Bürostandort umgestaltet. Der Innenhafen gilt als Vorzeigeprojekt für gelungenen Strukturwandel.
Mit rund 50 Millionen Euro Fördermitteln gelang es Steffen und seinem Team mehr als 500 Millionen Euro Privat-Investitionen zu generieren, mit Alltours, Hitachi und der BKK Novitas große Arbeitgeber anzulocken. Entstanden sind bisher 500 neue Wohnungen und über 5000 Büro-Arbeitsplätze. Und es werden künftig wohl mehr: Wenn das skandalumwitterte Landesarchiv fertig ist und der Reiseveranstalter Schauinsland seinen Anbau beendet hat.
Seit der Arbeit am Innenhafen ist Dieter Steffen auch mit seinem Vorgänger beim MSV Duisburg, Walter Hellmich, bekannt. Der hatte am Hafen ein Wohnhaus errichtet, in dem auch viele Spieler während ihres - meist kurzfristigen - Engagements lebten. Davon ist heute nur noch der Franzose Olivier Veigneau übrig. Trainer Milan Sasic achtet auf Disziplin, sieht seine Jungs lieber am Trainingsgeländes als an der Amüsiermeile.
Obwohl sich die beiden seit Jahren kennen, gehörte Steffen nie zum engeren Kreis um Hellmich. Das wird ihm jetzt auch bei den organisierten Fans helfen. „Wir müssen die Kommunikation mit unseren Anhängern verbessern“, betonte Steffen schon bei seiner öffentlichen Vorstellung. Die hatte zuletzt mächtig gelitten, weil Hellmich es partout nicht verstanden hatte, die Fans einzubeziehen.
Für seine neue Tätigkeit sieht sich Steffen gut gerüstet, wird sich unter anderem um die finanzielle Seite des Spielbetriebs kümmern. Was ihm aus seiner Tätigkeit am Innenhafen beim MSV helfen könnte? „Eine Vision zu haben“, antwortet Steffen. Seine Vision für den MSV ist klar: „Ich möchte den Verein in die ersten Bundesliga führen und dort etablieren.“
16:10
Ach so, wohnen die jetzt alle nicht mehr im Innenhafen, sondern aufdem Trainingsgelände oder wie versteh ich das da jetzt? Und der Innenhafen ist eine Amüsiermeile? Dachte, das wäre die Vulkanstraße.
19:48
Ich hab mich gestern nach dem Bericht von Skx fast bekotzt !! Realitatsverzehrung nennt man das eigentlich !! Der ABRAMOVIC von Duisburg !! Ich hab fast am Boden gelegen und wusste nicht ob ich vor lauter Lügen weinen oder Lachen soll !!
Ich bin froh das Herr H. weg ist ! Und Hoffe das Herr Steffen merh bewegen kann !!
Auf nach Köln Freunde !!!
15:45
Ich war gestern im Business-Bereich Zeuge der Verabschiedung von Hellmich. Ich fand es etwas sehr dick aufgetragen. Er hat seine Verdienste aber auch einiges sehr falsch gehandhabt. Viel Glück dem neuen BOSS. Auf das der MSV immer im Mittelpunkt steht!!
21:51
Herzlich Willkommen bei den Zebras Herr Steffen!! Ich habe ein gutes Gefühl, dass Sie Ihre Sache mehr als gut machen werden. Viel Glück und natürlich Können!!!
20:43
Joh. Mensch. Aber mit den Leistungen seit dem Hertha-Spiel????