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20.06.2007 | 08:56 Uhr

MARKTVERHALTEN. Rheinhausen hat schon, Homberg möchte gern: ein neue Mitte. Querelen gibt es in jedem Fall, so oder so.

Rheinhausen und Homberg sind Stadtteile von Duisburg. Eigentlich. Ganz so einfach ist das in den 1975 eingemeindeten Orten nicht - der Rhein bildet immer noch eine Grenze zwischen den ehemaligen Kommunen, von denen allein Rheinhausen rund 80 000 Einwohner hat.Wenn alteingesessene Einwohner in die Stadtmitte fahren, heißt die Wegbezeichnung nach wie vor: "Nach Duisburg". Und dahin oder in andere Nachbarstädte fahren sie zum Einkaufen immer öfter. In beiden Stadtteilen soll die City deshalb attraktiver werden. Rheinhausen hat schon sein neues Einkaufszentrum, das "Marktforum". In Homberg ist die "Neue Mitte" in Planung. Und in beiden Orten geht das nicht ohne Konflikte ab.Das Rheinhauser Marktforum steht seit letztem Herbst. Bauherr war der Dinslakener Baulöwe Walter Hellmich. Zur Eröffnung wurde der 7000-Quadratmeter-Glaspalast begeistert angenommen. Das war, bevor die Parkplatz-Querelen begannen.

Zur Kalkulation gehörte von Anfang an ein Parkhaus. Dass der Marktplatz an Nicht-Markttagen kostenlos beparkt werden durfte, störte den Investor. Also wurde in einem städtebaulichen Vertrag geregelt: Die 20 Millionen Euro werden nur investiert, wenn der Platz in Zukunft autofrei bleibt. Nach den ursprünglichen Plänen hätten bauliche Fakten dafür gesorgt: Die Shopping-Mall sollte mitten auf dem Platz entstehen. Das wusste die Markthändler-Lobby zu verhindern. Immerhin steigt dort jeden Mittwoch und Samstag der größte Wochenmarkt am Niederrhein. Diesen Kundenmagnet wollten die Stadtplaner nicht gefährden. Also entstand das Forum am nördlichen Rand des Marktes. Bis auf 70 Kurzzeit-Parkplätze am Rand ist der nun leer - und die Bürger sehen nicht ein, weshalb sie dort nicht parken sollen. Das könnte sich ändern, wenn der Werbering sich durchsetzt. Den stört, dass der Platz in seiner jetzigen Form an Nicht-Markttagen alles andere als ein Kundenmagnet ist. Vorschläge zur Abhilfe: Biergarten oder eine Bühne.

Die Rheinhauser Querelen werden in Homberg aufmerksam beobachtet. Noch ist hier der zentrale Bismarckplatz durch das Bezirksrathaus geteilt. Davor sorgen Markt, Sitzecken und Bushaltestelle für Leben. Die zweite Hälfte des Platzes wird als Parkfläche genutzt. Der Stadt liegen zwei Angebote vor: Der niederländische Investor Roger Sevenheck würde der Stadt gerne den gesamten Platz inklusive Rathaus abkaufen, um dort einen Komplex mit 3000 Quadratmeter großem Einkaufszentrum, Wohnungen und Büros zu errichten. Einen Nutzer hat er schon im Auge: Die Bezirksverwaltung soll weiter am Bismarckplatz residieren - zur Miete.

Kaum hatte Sevenheck im September die Karten auf den Tisch gelegt, meldete sich ein zweiter Interessent: Walter Hellmich würde in Homberg gerne nach Rheinhauser Vorbild bauen - zum Unmut der örtlichen Kaufmannschaft. Die favorisiert den Vorschlag aus dem Nachbarland. Zu abgeschlossen, zu wenig in die ohnehin an Ladenleerstand darbende Homberger City integriert sei Hellmichs Bauweise. Wieder andere, allen voran der Homberger PDS-Politiker Roland Busche, würden am Liebsten ganz auf einen Neubau verzichten. Es gebe keine Notwendigkeit, das Eigentum der Bürger zu verkaufen, um dort einen "Konsumtempel" zu errichten. Es bleibt spannend.

MATTHIAS OELKRUG

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